Paraguay wieder im schlechten Index bei der Geldwäsche

Asunción: Der Index Ala von einem Schweizer Institut sieht Paraguay unter den ersten 16 Länder auf der Welt indem viel “schwarzes“ Geld gewaschen wird. Das Land könnte in der Rangliste noch weiter nach oben klettern und fatale Auswirkungen haben.

Das Basel Institut on Governance von der Universität in Basel untersuchte die Geldwäsche und Korruption in 147 Ländern auf der Welt. Der aktuellste Bericht von dem ALA-Index wurde Ende letzter Woche veröffentlicht. Paraguay liegt hierbei auf Platz 16 weltweit mit einem erhöhten Risiko von Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung.

Auf dem ersten Platz liegt Iran, jedoch befindet sich Paraguay in Lateinamerika ebenfalls an der Spitze der Rangliste.

14 Indikatoren untersuchte das Schweizer Institut und die Non-Profit Organisation. Die Daten wurden aus Quellen wie der Financial Action Task Force, (FATF), der Weltbank, dem Weltwirtschaftsforum und weiteren ausgewertet.

Im vergangenen Jahr lag Paraguay auf Platz 14 bei der Geldwäsche. Auch hier war es an erster Stelle in Lateinamerika.

Juan Cruz Amirante, Direktor von der Organisation Kroll und Experte für Geldwäsche aus Argentinien warnte vor Auswirkungen dieses Ergebnisses für Paraguay.

„Paraguay muss in dem Sektor unbedingt Fortschritte aufweisen können. Es kann dazu führen, dass FATF Paraguay auf eine graue Liste setzt. Für alle Finanzinstitute wäre das fatal“, sagte Amirante.

Die Herabstufung könnte bedeuten, dass internationale Banken nicht mit lokalen Geldhäusern arbeiten dürfen.

„Es gibt Probleme in Paraguay, insbesondere bei der Steuerhinterziehung. In der Terrorismusfinanzierung ist aber nichts bewiesen. Die Gesetzesänderungen durch die Senatoren in dem Sektor waren nicht ernst genug. Der Kampf gegen die Geldwäsche muss intensiver voran getrieben werden“, sagte Amirante.

Wochenblatt / Ultima Hora

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10 Kommentare zu “Paraguay wieder im schlechten Index bei der Geldwäsche

  1. Wie kann das nur sein? Sind die paraguayischen Banken doch als besonder penibel und genau bekannt. Versuche einer mal ein Bankkonto zu eröffnen und darauf eine Einzahlung (z.B. USD 5.000 wegen Beantragung einer Permanente) zu tätigen. Was für ein Zirkus! Da wird gefragt nach dem WARUM und WOHER. Dann wollen die Banken einen Nachweis, Referenzen und wenn möglich noch einen Bürgen. (besser gleich mehrere) Und das ganze, obwohl man überhaupt nicht die Absicht hat einen Kredit aufzunehmen! Man kommt sich vor wie ein Verbrecher und hat das Gefühl, daß man sich entschuldigen sollte, auf der Bank etwas einzahlen zu wollen. Ich versuchte unlängst auf einer Wechselstube USD 15.000 in GS zu wechseln, aus einer Kaufpreissumme eines Grundstückes. Das gab ja direkt einen Aufstand. Zwei Wachmänner stellten sich an meine Seite, ich wurde in´s Kreuzverhör genommen, woher ich das Geld hätte usw. Daß die Polizei nicht gerufen wurde war direkt ein Wunder. Dann wurde mir die Sache zu dumm, ich nahm das Geld wieder und ging zu einer Bank. Dort beinahe der gleiche Aufstand. Erst ein Anruf meines bekannten Notars beim Bankdirektor führte endlich zum Erfolg. Und nun liest man hier, daß Paraguay weiterhin ein Paradies für Geldwäsche ist. Nein, das kann einfach nicht wahr sein!

    1. …. das Paraguay weiterhin ein Paradies fuer Geldwaesche ist. Nein das kann nicht wahr sein!

      Geldwaesche wird in Paraguay, von unqualifiziertem Bank Personal und nur bei den „kleinen“ Betraegen ueberprueft und dort auch nur wenn Sie vergessen haben zu schmieren! Das Problem liegt bei Personen die Millionen in Dollar verschieben, ich gehoere leider nicht zu denen, ich besitze zwar viele Millionen aber leider nur in Guaranies…..

  2. Ich hatte anlässlich eines Autokaufs bei einer landesweit sehr bekannten Bank in Obligado/Itapúa US$ in bar abgehoben. Diese NAGELNEUEN Scheine legte ich einer Bank in Encarnación mit der Quittung der Bank aus Obligado zur Einzahlung vor.
    Die dortigen Bankangestellten haben ein Theater und ein TamTam gemacht, dass ich mir wie ein Verbrecher vorgekommen bin. Das alles, trotzdem ich alle Belege und die Quittungen und nagelneue Scheine -alles am selben Tag ausgestellt-, vorgelegt habe. Künftig zahle ich nur noch mit möglichst dreckigen und zerfledderten Guarani-Scheinen. Die müssen sie nehmen!!!

    1. Auf einer Bank Geld abheben, zig Km fahren und es auf einer anderen Bank wieder einzahlen?
      Hmmm, warum machst du keine Ueberweisung und fährst mit Cash durch die Gegend?
      Dass Dealer und Nutten das so machen ist bekannt, aber sonst??????

      1. Ich tätige Überweisungen online von Paraguay aus in Europa und sonstwo in der Welt. Frage mich nicht, warum mir das hier nicht gelingen will und mir sogar abgeraten wird. Bankfachleute habe ich anders in Erinnerung.

        1. Eine Bank stellt halt nur Fragen resp. macht Probleme wenn Geld aus dem Ausland kommt oder wenn es cash einbezahlt wird…..genauso wie in Europa.

          1. Genau so ist es Albert. Warum Mensche heute noch, 20 Jahre nach Beginn der Kampfansage an die Geldwäsche in der OECD, noch undokumentierte Bartransaktionen machen statt mit Buchgeld bezahlen ist unerklärlich. Der erste Kommentator läuft mit grossen Bargeldsummen herum, obschon er die Sicherheit in Paraguay für „unerträglich“ hält.

  3. Siegi
    das nächste Mal laß dir von der Bank einen Scheck ausstellen.
    Den wird die andere Bank, ohne Probleme zu machen, akzeptieren.

    1. Aber nur, wenn dieser Scheck von der ausgebenden Bank ausdrücklich auf der Rückseite bestätigt wurde. Damit ist das Konto des Bezogenen auf die Dauer von 4 Wochen in dieser Höhe gesperrt. Außerdem sollte der Scheck aus Sicherheitsgründen als Verrechnungsscheck deklariert werden. (zwei parallel verlaufende Striche am rechten oberen Eck)

    2. Hallo Dieter. Daß es noch immer Menschen gibt, die mit Bargeld herum laufen ist nicht verwunderlich in Paraguay, sondern eher die Regel. Stellen Sie sich doch einmal für 30 Minuten in die Schalterhalle einer Bank. Sie werden erleben, daß unentwegt Personen mit ganzen Aktentaschen und Einkaufstüten voller Bargeld aufkreuzen. Diese Personen sind offensichtlich dem Bankpersonal bekannt, denn sie bekommen keine Probleme. Es gibt sehr viele Fälle, in denen Käufer nur mit Bargeld bezahlen, weil sie eben über Schwarzeinnahmen verfügen. Wollten Sie dann in einem solchen Fall lieber auf den Verkauf ihres Autos oder Grundstückes verzichten, nur weil der Käufer mit einer Tasche voller Bargeld aufkreuzt? Und zu Ihrer „süffisanten“ Bemerkung: Ich laufe überhaupt nicht gerne mit großen Bargeldsummen durch die Gegend. Doch in diesem Falle blieb mir nichts anderes übrig, da eben der Käufer ein Grundstück vor dem Notar mit Bargeld bezahlte. Was würden Sie in einem solchen Falle tun? Aufstehen und den Verkauf platzen lassen?

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