Paraguayer verlieren bis zu vier Stunden am Tag im öffentlichen Nahverkehr

Asunción: Tausende Paraguayer verbringen jeden Tag mehrere Stunden ihres Lebens damit, mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein. Fahrgäste beklagen lange Wartezeiten, überfüllte Busse und Fahrzeiten von bis zu vier Stunden täglich – Zeit, die sie nach eigenen Angaben für Erholung, Studium oder Familie nutzen könnten.

Im Bereich des Busbahnhofs von Asunción (EBA) äußerten Fahrgäste des öffentlichen Nahverkehrs ihren Unmut über den Mangel an Bussen, die langen Wartezeiten und die ausgedehnten Fahrtzeiten, die jeden Tag mehrere Stunden in Anspruch nehmen.

Einer der interviewten Fahrgäste, der auf einen Bus in Richtung Zentrum von Asunción wartete, wies darauf hin, dass der Mangel an Bussen immer offensichtlicher werde.

Wenige Busse und lange Wartezeiten

„Es gibt wenige Busse, das Fehlen mehrerer Linien ist spürbar“, erklärte er. Wie er berichtete, muss er mindestens 15 bis 20 Minuten warten, um in einen Bus einzusteigen. Bei der Bewertung des Dienstes vergab er eine Note von sechs von zehn Punkten.

Andere Nutzer äußerten sich jedoch deutlich kritischer und beschrieben die Situation als unhaltbar. „Der Service ist miserabel, man wartet sehr lange. Etwa eine Stunde warte ich“, kommentierte eine andere Passagierin.

Vier Stunden am Tag im öffentlichen Nahverkehr

Abgesehen von den Verzögerungen an den Haltestellen argumentieren die Nutzer, dass das Hauptproblem die Zeit ist, die sie täglich für die Fortbewegung aufwenden müssen.

Eine Arbeiterin, die in Capiatá wohnt, gab an, dass sie auf dem Hin- und Rückweg zu ihrer Arbeitsstelle täglich etwa vier Stunden verliert.

„In diesen Stunden könnte ich viele Dinge tun. In einer Stunde könnte ich schon zu Hause sein und mich ausruhen. Mit dem Auto oder Motorrad braucht man nur eine Stunde“, schilderte sie.

Zeit, die für Erholung und Studium genutzt werden könnte

Eine Fahrgästartin aus Guarambaré berichtete von einer ähnlichen Situation. Nach eigenen Angaben wendet sie ebenfalls knapp vier Stunden täglich auf, nur um zwischen ihrem Zuhause und Arbeitsplatz in Asunción zu pendeln.

Sie betonte, dass sie diese Zeit für Aktivitäten nutzen könnte, die zur Verbesserung ihrer Lebensqualität beitragen würden.

„Ich könnte vernünftig frühstücken, etwas länger schlafen und mehr lernen“, hob sie hervor.

Die Kosten der eigenen Mobilität

Die Nutzerin merkte zudem an, dass sie zwar über ein eigenes Fahrzeug verfüge, sich jedoch aufgrund der hohen Kraftstoffpreise für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel entscheide.

Sie erklärte, dass die Nutzung eines privaten Fahrzeugs erhebliche Mehrkosten mit sich bringe, da sich ihre Ausgaben im Vergleich zu den Fahrpreisen im öffentlichen Nahverkehr verdreifachen würden.

Wochenblatt / Abc Color

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