Paraguayerin sucht ihre Mutter: “Ich bin dankbar, weil du mir das Leben geschenkt hast”

Asunción: 1992 wurde ein erst wenige Monate altes Mädchen aus Paraguay in die Vereinigten Staaten gebracht. Sie ist Mariana Grala, eine Paraguayerin, die seit mehr als zehn Jahren auf derselben “Mission” ist: ihre leibliche Mutter in unserem Land zu finden.

Einige von Ihnen erinnern sich vielleicht an den Fall von Enrica Locatelli, einer italienischen Staatsbürgerin, die unermüdlich nach ihren leiblichen Eltern in Paraguay suchte, weil sie als Baby in die Obhut von Priestern gegeben wurde, weil ihre Mutter einen Schlaganfall erlitten hatte.

Als der Fall bekannt wurde, wurde darauf hingewiesen, dass einer der Priester, Atilio Cordioli, die kleine Enrica 1980 in unserem Land an ein italienisches Ehepaar übergeben hatte.

Enricas Geschichte nahm ein glückliches Ende, als sie im Februar dieses Jahres in Paraguay ankam, wo sie nach 40 Jahren wieder mit ihrer leiblichen Familie zusammengeführt wurde.

Nun ist uns ein ganz ähnlicher Fall bekannt, nämlich der von Mariana Grala, einer Paraguayerin, die ihr ganzes Leben in den Vereinigten Staaten verbracht hat, da sie Monate nach ihrer Geburt in dieses Land gebracht wurde. Heute lebt sie immer noch dort, genauer gesagt in Seattle.

Marianas Adoptiveltern hatten ihr jedoch schon als Kind erzählt, dass sie in Paraguay adoptiert worden war, was bedeutete, dass sie über ihre Staatsangehörigkeit Bescheid wusste, “solange sie denken konnte”.

Als sie 18 Jahre alt wurde und Zugang zu ihren Adoptionsdokumenten hatte, begann sie eine “Mission”, um ihre biologischen paraguayischen Eltern zu finden.

Marianas Geburt und Adoption

Mariana hat ihre Adoptionspapiere und ihre paraguayische Geburtsurkunde, aus der hervorgeht, dass sie angeblich in Asunción, in Zeballos Cué, geboren wurde. Sie kann diese Informationen jedoch noch nicht bestätigen, da sie vermutet, dass die Dokumente selbst gefälscht wurden.

Sogar ihr Geburtsdatum ist unsicher, aber sie schätzt, dass es der 1. März 1992 oder einige Monate früher gewesen sein könnte, sogar bis Ende 1991.

Bezüglich ihrer Adoption gab Mariana an, dass sich ihre Eltern an eine amerikanische Adoptionsagentur gewandt haben, von der aus eine Kommunikation mit Paraguay stattfand, was zu ihrer “Abholung” führte.

Die Amerikaner kamen 1992 zweimal nach Paraguay, im August für einige Formalitäten und dann im Oktober, um das Baby in die Vereinigten Staaten zu bringen. In diesem Zusammenhang erzählte Mariana die Geschichte ihrer Eltern, die der Meinung waren, dass alles ein legales Verfahren sei, und sogar darauf hinwiesen, dass sie während des Papierkrams Geld zur Verfügung gestellt hätten.

Der Name einer Frau auf den Dokumenten

Im weiteren Verlauf ihrer Nachforschungen, bei denen sie die paraguayischen Dokumente, die sie in ihrem Besitz hatte, untersuchte, gelang es ihr schließlich, mit der Frau, die als ihre mutmaßliche biologische Mutter angegeben war, Kontakt aufzunehmen, aber sie lehnte zunächst alle Kontaktversuche von Mariana ab, bis die vermeintliche Mutter ihr schließlich nach langem Drängen bestätigte, dass sie Teil eines Netzwerks für Babyhandel war.

Mariana gab nicht auf und führte auch in den Vereinigten Staaten DNA-Tests durch, die zwei Cousins von ihr ergaben, die beide aus Paraguay stammen und ebenfalls in den Vereinigten Staaten leben. Sie nahm Kontakt zu den beiden und zu einem ihrer Landsleute, Miguel Acosta, auf, der sie ebenfalls zum Weitermachen motivierte.

Die Familie Aranda

Je weiter sie mit ihrer Mission vorankam, auch in Begleitung von Anwälten und Privatdetektiven, desto mehr tauchten über ihren Cousin (dessen Identität sie nicht preisgeben wollte) zwei Namen auf: Melanio Aranda Sánchez (aus Asunción) und Luis Alberto Aranda Torres, die ihr Großvater und ihr biologischer Vater sein könnten, aber sie erhielt die Bestätigung, dass beide Männer bereits verstorben waren.

Ebenso gelang es Mariana, mit einer Schwester von Aranda Torres – die somit ihre Tante sein könnte – Kontakt aufzunehmen, und die Frau bestätigte, dass ihr Vater (Aranda Sánchez, wahrscheinlicher biologischer Großvater) ihr vor seinem Tod gesagt hatte, dass er noch mehr Kinder hatte, deren Namen er aber nicht kannte, so dass entweder Luis Alberto Aranda Torres oder diese anderen Personen ebenfalls mit Mariana verwandt sein könnten.

Die Frau versicherte Grala auch, dass sie im Juli einen DNA-Test machen werde.

Liebe für Paraguay und eine Nachricht an ihre leibliche Mutter

In ihrer Geschichte sagte Mariana, dass sie sehr stolz auf ihre Wurzeln ist und sich deshalb darauf freut, irgendwann nach Paraguay zu kommen, um mehr über unser Land zu erfahren.

“Paraguay scheint ein wunderschönes Land zu sein, und es scheint, dass die Paraguayer stark, leidenschaftlich und gutherzig sind. Ich bin stolz auf dieses schöne Land, aus dem ich komme”, sagte sie begeistert.

Wochenblatt / ABC Color

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1 Kommentar zu “Paraguayerin sucht ihre Mutter: “Ich bin dankbar, weil du mir das Leben geschenkt hast”

  1. Warum interessiert sie eigentlich nur die Mutter?
    Ich würde mich nicht wundern, wenn sie die Mutter doch irgendwann finden sollte, wenn sie erfährt, dass sie als Baby entführt wurde. Irgendwo müssen ja die vielen verschwundenen Kinder aus Paraguay unterkommen.
    Warum also nicht bei betuchten Amerikanern. Die wie Madonna in 3.Weltländer reisen und mit einem Negerbaby auf dem Arm von der Afrika-Shoppingtour zurück kommen.
    In ihrem Fall ein Indiobaby.
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    Wie mag sowas ablaufen und was mag das kosten?
    Wahrscheinlich kommen die reichen Amis nach Paraguay, bummeln so herum und suchen sich dann eines aus und sagen den Entführern bescheid. Lassen 10.000 $ rüberwachsen,…naja gut, sie wird billiger gewesen sein, weil Indio….aber teurer als Madonnas Ebenholzbaby.

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