Pfusch und Betrug am Bau

San Lorenzo: Wer gebaut hat, kann ein Lied singen was alles passiert ist. Eine permanente Aufsicht ist vonnöten. Das war wohl in diesem Beispiel nicht der Fall.

14 renovierte Klassenzimmer, mehrere Sanitäranlagen und sechs neue Unterrichtsräume, die in der Bildungseinrichtung Saturio Ríos gebaut wurden, weisen nach mehr als einem Jahr erhebliche Sicherheits- und Fertigstellungsmängel auf.

Die Ausführungen der Arbeiten kosteten fast 1.500 Millionen Guaranies. Daniel Galeano Godoy war dafür verantwortlich. Er bekam den Auftrag von der Stadtverwaltung in San Lorenzo. Albino Ferrer (Colorado Cartista) erteilte Godoy den Zuschlag.

Jetzt hat die Schulaufsicht (ACE) verlangt, dass die Kommune alle Arbeiten nachbessern soll, weil unter den gegenwärtigen Bedingungen kein vernünftiger Unterricht möglich ist.

Auf Ersuchen des Verbandes ACE hat Bürgermeister Alcibiades Quiñónez (ANR) die Arbeiten überprüft und angekündigt, dass Architekten der Stadtverwaltung ein Gutachten erstellen werden. Er sagte auch, dass er die Firma von Daniel Galeano Godoy Firma auffordern werde, die Baumängel zu beseitigen. Des Weiteren sollen Schlösser und andere Materialien ausgetauscht werden, weil es sich bei diesen um “gebrauchte Produkte“ handle und nicht wie vereinbart um Neuware.

Der Präsident von der Assoziation ACE, Nilsa Añazco, sagte, dass ein Teil der sechs neuen Klassenzimmer undichte Stellen und einige Risse aufweise. Auch dass die Installation der elektrischen Verkabelung fehlerhaft sei und eine Gefahr darstelle. Zudem wurden gebrauchte Schlösser eingebaut, die alle mit einem Schlüssel zu öffnen sind, sodass die Eltern der Schüler diesen Mangel auf eigene Kosten ändern ließen. Einige sprachen davon, dass es sich um einen großen “Betrug“ handeln würde.

Añazco fügte hinzu, dass die Dachrinnen keinen guten Abschluss haben und Wasser in das Fundament eindringe, wodurch Feuchtigkeit in die Räume eindringe und die Sicherheit der gesamten Bausubstanz beeinträchtige.

Wochenblatt / ABC Color

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9 Kommentare zu “Pfusch und Betrug am Bau

  1. Wenn die Wände der Räume nach nur einem Jahr nach Erbauung schon Risse aufweisen könnte das darauf hinweisen, das man diese so gebaut hat, wie man schon immer gebaut hat: auf Sand.
    Nun kann man natürlich Gelder hinein Pumpen und alles fachmännisch reparieren. Es wird ja wohl nicht abgerissen werden und eine vernünftige Bodenplatte als Fundament darunter gesetzt, nein, das haben sie noch nie so gemacht. Und ja, lo barato sale caro.

    1. Es wird ja auch zweimal gebaut – deshalb war es ja so teuer 🙂

      Da werden die selbsternannten Fachkräfte und selbsternannten Architekten, die an einer Cooperative einen 3-wöchigen Halbtags-Sonnabend-Lehrgang zum Dipl.-Ing und Architekten gemacht haben schon alles richtig gemacht haben. Man darf nur nich so pingelig sein. Ein paar Risse sorgen schließlich für eine bessere Durchlüftung und helfen Schimmelbildung vorzubeugen, der durch die hier sachgemäß gebaute Dachentwässerung erzeugt wird. Und wenn man alte Schlösser nimmt, dann sind die wenigstens schon einge…. – keine Ahnung, wie man dazu sagt – und wenn man einen Schlüssel verliert, passt wenigstens der nächste.
      Und was soll schon drin sein in den Zimmern, dass es sich lohnen würde, da was mitzunehmen…

  2. Ich erklärs gerne nochmals, was man hier nicht selbst baut ist halt Pfusch, denn es gibt keine Ausbildung hier, ist ne schlichte Tatsache.

    1. Hoffentlich liest das JEDER/JEDE der/die sich für Paraguay als „traumhaftes“ Einwanderungsland interessiert. Wer aber weiterhin davon träumt, wird schon bald mit Albträumen aufwachen.

  3. Es ist nicht nur die fehlende Ausbildung, die Maurer wissen ganz genau wie viel Zement rein muss. Es wird auch mehr als genug Material eingekauft. Leider kann man vor oder bei den Baustellen die Zementsaecke und Naegel zum halben Preis kaufen und das nutzt jeder wo selber etwas pflastern will.

  4. Nicht ohne Grund stellt sich hier der Bauherr einen Stuhl auf die Baustelle und ist ständig da.
    Denn er weiss, daß sonst den Baumaterialien kleine Füßchen wachsen und sie sich davon schleichen.

  5. Ich finde es immer wieder witzig, dass die Baumängel erst nach einem Bürgermeisterwechsel sichbar werden. Normalerweise sollte WÄHREND des Baues einer schauen, ob alles korrekt gemacht wird, die sogenannte Bauüberwachung. Allerspätestens bei der Bauabnahme sollten dann die Mängel behoben werden.

    Aber das kann man auch umgehen, wenn man den Bürgermeister und/oder den Bauüberwacher zum Asado einlädt und mittels grüner Scheinchen zum Amigo macht. Dann ist die Sache erledigt. Aber auch nur, bis halt der neue Bürgermeister kommt. Der sagt dann dem Bauunternehmer: So, gib mir auch was (mindestens das Doppelte als mein Vorgänger) und wir werden Amigos oder du musst das alles reparieren.

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