Plastiktüten: Was lange währt wird endlich gut

Asunción: Seit vergangenem Samstag ist die Resolution 353/17 vom Ministerium für Industrie (MIC) und Handel in Kraft. Bis sie wirklich greift, ist noch ein langer Weg. Plastiktüten wird es weiterhin geben.

Der 1. April war der Stichtag für alle Supermärkte und weitere Geschäfte den Gebrauch von Polyethylenbeuteln Einhalt zu gebieten und durch umweltfreundlichere Verpackungen zu ersetzen. Der Gesetzgeber hat zwar eine Idee mittlerweile in Gang gebracht, bis aber wirklich sichtbare Erfolge verzeichnet werden können wird es wohl noch dauern.

Vorerst bleiben drei Plastiktüten für alle Kunden kostenlos, dann werden Gebühren fällig, aber in sehr geringem Ausmaß. Je nach Größe werden zwischen 100 bis 250 Guaranies pro Tüte verlangt.

Ab dem 1. September 2018 müssen die Polyethylenbeutel zu 50% durch andere Taschen ersetzt werden, dies kann Papier oder ein anderer Stoff sein, der biologisch abbaubar ist. Erst ab dem 1. September 2019 dürfen Plastiktüten überhaupt nicht mehr in den Umlauf gebracht werden.

Das MIC aber drängt die Einzelhändler, schon so bald wie möglich die Reform endgültig umzusetzen. „Wir appellieren an die Vernunft der Unternehmen schon bald wiederverwertbare und umweltfreundliche Taschen einzuführen, die die Entwicklung der heimischen Industrie unterstützen. Sie sollen schon im Bereich der Kassen oder den Ausgängen ausliegen um die Kunden zu einem Umdenken zu bewegen“, lautet die Erklärung vom MIC.

Quellen: Hoy / ABC Color

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9 Kommentare zu “Plastiktüten: Was lange währt wird endlich gut

  1. Paraguayische Logik: Gestern kaufte ich in einem bekannten Supermarkt Lebensmittel ein. Wie selbstverständlich und ohne zu fragen wollte ein junger Helfer des Marktes meine Waren, wie immer, in viele Plastiktüten verpacken. Ich wehrt dies ab, in dem ich ihm eine mitgebrachte große Einkaufstasche hinlegte und ihn bat, die Ware hier hinein zu packen. Die Reaktion war bezeichnend. Großes Erstaunen und Nichtverstehen. Wir als Ausländer können gerade bei diesem Thema eine Vorbildfunktion übernehmen, indem wir ab sofort unsere Taschen mitbringen und uns gegen diesen „Plastikmüll“ wehren. Das wäre ein positiver Beitrag der vielleicht den Paraguayern zu denken gibt.

    1. Hallo Manni, wie konnten Sie die große Einkaufstasche an der Kasse zur Hand haben, ich meine, man kommt doch gar nicht ohne große Einkaufstasche in den Super hinein, ohne dass zehn bewaffnete Gorillas einen Aufstand machen, schließlich kann man in eine große Einkaufstasche viele Sachen hinein tun und einfach ohne zu bezahlen an der Kasse vorbei schmuggeln?

  2. Obwohl es teilweise keine Alternativen zu Plastik gibt, etwa beim Kauf von offenem Schinken und Käse, aber die gibt es weiterhin kostenlos, finde ich die Aktion gut. Die Packjungs haben ja wirklich jedes eingekaufte Ding einzeln in Plastiktüten gesteckt, die dann auch von meiner Müllabfuhr mitgenommen und in den Dschungel geworfen oder in der virtuellen Müllverbrennungsanlage verbrannt wurden. Meine Nachbarn sind da schlauer als ich und sparen sich die Müllabfuhr, verbrennen ihren Müll wenn es anfängt zu regnen, damit sie eine schöne Ecke im Patio haben, wo ihre Kinder udn Mäuse spielen.
    Der Preis von 100 Guaranies ist natürlich nichts, das wird sich jeder leisten, auch diejenigen, die keine Plata haben.
    Doch frage ich mich, wie ich meine 100 eingekauften Sachen, von der Kasse dahin tragen soll, wo man die mitgebrachten Taschen aufgrund paranoidem Verhaltens der bewaffneten Gorillas abgeben muss. Darfst ja den Einkaufswagen nicht über die Kasse hinaus führen und die mitgebrachten Einkaufstaschen bzw. den Rucksack nicht mit hinein nehmen. Man, das wird eine Gelaufe und es wird Stau geben.

    1. ist doch ganz einfach, solange Deine Ware abkassiert wird, die schnellsten sind die Kassierer ja nicht, gehst Du zum Empfang und holst Dein Beutel, Koffer oder Rucksack. Schon kann der Kassenjunge, falls vorhanden, alles in Dein mitgebrachtes werfen.

  3. Große Beutel aus Stoff lassen sich zusammengerollt unter den Arm bzw. im Korbwagen ohne Kontrolle mitführen, es gibt dabei überhaupt kein Problem.

  4. Am Samstag war ich auch beim Einkauf und fragte an der Kasse, was denn jetzt die Tueten kosten wuerden (Hatte selbst schon eine mitgebracht). Antwort: Die ersten drei Tueten kostenlos, ab der vierten 150 (!) Gs.
    So kriegt man die Plastiktuetenflut nicht begrenzt.

  5. Bisher habe ich jeden Laden, in dem ich vom Gorilla oder sonstwem frech angequatscht wurde, kein zweites Mal betreten. Auch ich habe immer zwei gefaltete Taschen dabei, nehme aber trotzdem die Plastiktüten als Müllsäcke mit. Spart mir Geld. Meinen Abfall werfe ich in die öffentl. Abfalleimer. Wenn die Müllabfuhr die dann Irgendwo in der Pampa entsorgen solls mir recht sein. Umso schneller verkommt das Land weiter.

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