Politiker in Yby Yaú ermordet

Der frühere Abgeordnete der Colorado-Partei, Magdaleno Silva, wurde am Dienstagmorgen in seinem Haus in der Stadt Yby Yaú, im Departamento Concepción, ermordet. Gegen 9:40 Uhr gelangten mehrere Personen mit einem weißen Geländewagen zum Privatwohnsitz von Silva und gaben mit automatischen Waffen mehr als hundert Schüsse ab.

Bei dem Attentat starben der Politiker, dessen Sohn Fernando sowie der Viehzüchter Félix Peña und dessen Sohne Isaac. Weiter wurde ein Wachmann tödlich verletzt, dessen Namen nicht bekannt gegeben wurde. Der Radio-Reporter Ángel Cabañas wurde schwer verletzt, überlebte aber den Angriff.

Der von Kugeln getroffene Magdaleno Silva wurde in einen Geländewagen gebracht und zum Krankenhaus gefahren. Die Täter folgten dem Wagen und gaben weitere Schüsse ab. Im Krankenhaus stellten die Ärzte nur noch den Tod der vier Personen fest. Cabañas befindet sich den Ärzten zu Folge in kritischem aber stabilem Zustand. Man habe eine Blutung in der Lunge entdeckt. Sobald der Reporter transportfähig ist, will man ihn von Concepción nach Asunción für eine bessere Behandlung bringen. Man zählte sieben Einschüsse, davon mehrere im Kopf, des Journalisten.

Der Innenminister, Francisco de Vargas, sieht alle Anzeichen für einen Auftragsmord erfüllt. Bereits im vergangenen September griffen Unbekannte den Radiosender Kaagata von Silva an, der dabei zwei Beinschüsse erlitt. Silva beschuldigte damals den Bürgermeister von Yby Yaú, Elvio López, die Tat beauftragt zu haben.

Der Gouverneur von Concepción, Luis Urbieta, kommentierte zu dem Mord, Silva habe ihm persönlich gesagt, falls ein Attentat auf ihn verübt werde, sei der aktuelle Parlaments-Abgeordnete Alsimio Casco dafür verantwortlich.

Der katholische emeritierte Geistliche, Monseñor Zacarías Ortiz, sagte 2007 in Interview über Silva, er sei der letzte Politiker vom Schlag eines „El Padrino“ und bekräftigte diese Aussage in dieser Woche nochmals. Die Kritiker von Silva sagen ihm nach, alles im Gebiet von Concepción kontrolliert haben zu wollen. So sei schon mal ein neuer Polizeichef wieder abgesetzt worden, weil dieser binnen zwei Wochen keinen Antrittsbesuch bei Silva gemacht hatte, um sich „zur Verfügung zu stellen“.

Als persönlicher Freund des früheren Präsidenten, Nicanor Duarte Frutos, hatte der Abgeordnete damals viel Rückendeckung. Nachdem während seiner Amtszeit unter ungeklärten Umständen etwa 50 Personen ermordet wurden oder verschwunden sind, darunter politische Gegner und Journalisten, verlor Silva an Einfluss. Er widmete sich schließlich offiziell der Viehzucht und seinem Radiosender, in dem er nahezu täglich andere Politiker des Drogenhandels beschuldigte, die wiederum das Gleiche über Silva behaupteten.

Der Generalstaatsanwalt gab in einem Interview bekannt drei spezialisierte Anwälte aus dem Bereich Entführung und Drogen mit der Aufklärung des Falles beauftragt zu haben. Eine Gruppe von Abgeordneten der Colorado-Partei, die nicht auf der Linie von Cartes liegen, nutzten die Gelegenheit, um den Rücktritt des Innenministers zu fordern.

Quelle: Última Hora

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