Politischer Druck verhindert anscheinend Aufklärung der Morde an zwei Parkrangern

San Juan Nepomuceno: Zwei Parkranger wurden in Tapyta, Caazapá, getötet. Die angeblichen Autoren sind auf freiem Fuß. Es wird von politischem Druck auf die Ermittler gesprochen.

Das Verbrechen ereignete sich am 18. August gegen 12:30 Uhr am Tajay-Fluss, im Naturschutzgebiet Tapytà des Distrikts San Juan Nepomuceno, das von der Stiftung Moisés Bertoni verwaltet wird. Die Parkranger Rumildo Toledo González (36) und Artemio Villalba (51) wurden bei dem Vorfall ermordet.

Toledo Gonzalez starb am Tatort, Villalba am 1. September. Der Anklageschrift zufolge handelt es sich bei den Mordverdächtigen um neun Wilderer, darunter zwei Lehrer und ein Beamter des Justizministeriums von Caazapá.

Mit der Untersuchung des Falles ist die Staatsanwältin Gladys Jimenez beauftragt worden. Sie beschuldigt die Brüder Robert, Braulio und Ramon Alcaraz González, Hugo Andrés González Sosa und Daniel González Britos des Mordes. Hugo Andrés González Sosa und Robert Alcaraz González sind offiziell Lehrer am Ministerium für Bildung und Wissenschaft (MEC), Ramon Alcaraz González ist im Justizministerium angestellt und Daniel González Britos ist anerkannter Fremdenführer im Bereich des Naturschutzgebietes.

Die Angehörigen der Verstorbenen und Anwohner des Gebiets vertrauen der Staatsanwältin nicht, mit genügend Druck die Ermittlungen fortzuführen, denn angeblich beeinflusst der Gouverneurs von Caazapá, Pedro “Pipo“ Díaz Verón, ihre Vorgehensweise. Sie bestätigten, dass er den Verdächtigen fünf Tage Zeit zur Flucht gegeben habe und deshalb sogar die Lehrer und der Justizbeamte bereits nach Buenos Aires, Argentinien, geflohen seien.

Die Identitäten der anderen Personen, die in der Gruppe der Wilderer waren, sind unbekannt.

Viele Anwohner der Zone begleiteten die Untersuchung des Falles und führten eigene Ermittlungen im Bereich des Verbrechens durch. Gemäß den Einwohnern des Gebiets seien die neun Personen in einem roten Auto und einem grauen Lieferwagen angekommen, den sie auf dem privaten Grundstück einer Familie abgestellt hätten.

Nach dem Doppelmord kamen sie dort wieder in Eile zurück, liehen sich ein Telefon von den Besitzern und einer von ihnen rief jemanden an. Dann verließen alle den Ort nach dem Telefonat.

Britos soll zu Bekannten gesagt haben, dass der Gouverneur Pedro “Pipo“ Diaz Veron, Bruder des ehemaligen Staatsanwalts Javier Diaz Veron, Wildfleisch von Carpinchos (Wasserschweine) essen wolle, eine Spezies, die im Tapytas Reservat sehr oft vorkommt. Außerdem hätten die Wilderer in der Stadt Caazapá mit Kraftstoffgutscheinen vom Departement Caazapá getankt. Die Dokumente sind zwar schon verschwunden, aber die Tankstelle hat Überwachungskameras, deren Bilder die Staatsanwältin Jiménez eigentlich nur anfordern müsste.

Ein Punkt, der die Aufmerksamkeit auf sich zieht, ist, dass die Autopsie am 18. August von Gonzalez mit einem Allgemeinmediziner durchgeführt wurde, obwohl die Staatsanwaltschaft San Juan Nepomuceno zwei Gerichtsmediziner zur Verfügung hat. Darüber hinaus musste die Leiche auf Verlangen der Angehörigen einer erneuten Autopsie unterzogen werden, weil bei der ersten Autopsie die genaue Todesursache nicht feststand.

In einem Telefoninterview mit Journalisten hat Díaz Verón jede Verbindung mit dem Vorfall bestritten. Er sagte, die Verdächtigen seien ihm bekannt, aber er beschütze niemanden oder behindere die Ermittlungen.

Wochenblatt / ABC Color

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3 Kommentare zu “Politischer Druck verhindert anscheinend Aufklärung der Morde an zwei Parkrangern

  1. Täter: 2 Lehrer und ein Justizbeamter…noch fragen? In Paraguay ist die Vorbildfunktion ad absurdum geführt!

  2. Paraguayisch. Wer einige Zeit hier ist und das Land kennt, könnte so eine Geschichte schon schreiben, bevor es passiert und wenn es dann passiert Namen, Ort und Datum einfügen. Vorlage sozusagen.

  3. Nun müßte selbst dem Dümmsten ein Licht aufgegangen sein. In PY spielen sich Verbrecher und Mafia mit Politikern gegenseitig die Bälle zu. Was für ein herrliches Land in dem es sich „optimal“ leben läßt – wenn man die Augen und Ohren verschließt.

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