Psychologische Untersuchungen für 25.000 Polizisten einberufen

Asunción: Etwa 70 Psychologen sollen ab Mitte November die mentale Verfassung von 25.000 Polizisten begutachten. Diese Entscheidung wurde getroffen, nachdem labile Kollegen ausrasteten und Menschenleben gefährdeten oder gar ausgelöschten. Allein im Oktober kam es zu vier dieser Fälle:

Ein Polizist in Coronel Oviedo überfiel einen Friseursalon und erschoss sich, als er von Kollegen umstellt wurde. Ein weiterer Uniformträger erschoss in einem Motel in Ciudad del Este eine Prostituierte. In San Roque Gonzalez brachte ein Polizist wegen Familienstreitigkeiten seine Tochter und sich selbst um. Letzten Freitag attackierte ein Ordnungshüter seine Ex-Freundin und tötete sie dabei.

„Es wird eine langwierige Arbeit werden. Wir arbeiten uns durch die verschiedenen Zonen. Tausende Personen und Gutachten haben wir zu administrieren, korrigieren und weiterzuleiten. Diese Begutachtungen, so ist es die Absicht der Institution, sollen regelmäßig durchgeführt werden“, signalisiert die Chefpsychologin Carmen Aguilera.

Das Polizeikrankenhaus in Asunción hat 24 Psychologen, um Polizisten und ihre Angehörigen zu betreuen. In Ciudad del Este stehen weitere zwei Kollegen zur Verfügung. Sollten Fälle diagnostiziert werden, die eine bestimmte Behandlung benötigen, werden diese zu den zuständigen Spezialisten verwiesen.

Von den rund 25.000 Polizisten sind rund 18.000 im Einsatz auf den Straßen. Der Rest arbeitet in der Verwaltung oder Weiterbildung. Der einzige psychologische Test wird seit kurzem nur bei der Einstellung gemacht.

Insgesamt wurden 2.600 Polizisten im Polizeikrankenhaus Rigoberto Caballero innerhalb der letzten zehn Monate psychologisch betreut. Des Weiteren wurden im gleichen Zeitraum 27 Polizisten wegen häuslicher Gewalt aus dem Polizeidienst entlassen.

(Wochenblatt / Última Hora)

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5 Kommentare zu “Psychologische Untersuchungen für 25.000 Polizisten einberufen

  1. Es ist nicht anders als in Österreich oder Deutschland. Wer nichts kann und keine Perspektive hat, geht zur Polizei. Da kann er sich dann austoben und wird noch bezahlt dafür.

  2. Bitte jegliche Aggressionen abbauen und Schimpfwörter, wenn möglich untereinander, vermeiden. Jeder hat das Recht seine Meinung zu sagen, ohne gleich als „nicht Intelligenter“ bezeichnet zu werden.

    Wie gut die Polizei funktioniert sieht man daran, dass wöchentlich ein oder mehrere Polizisten, die in kriminelle Delikte verstrickt sind, von ihren eigenen Kollegen verhaftet werden.

    Die Frage die mich vielmehr beschäftigt ist, einmal unten an der Pyramide angekommen, wer dann noch wen verhaften soll?