Räumung eines besetzten Grundstücks hinterlässt 15 Tote, darunter 6 Polizisten

Curuguaty: Am heutigen Morgen sollte die besetzte Estancia von Geschäftsmann und Politiker Blas N. Riquelme nahe Curuguaty, Canaindeyú von Landlosen geräumt werden. Ein Komitee von Staatsanwaltschaft und Polizisten nahm daran teil. Nach unterschiedlichen Aussagen drangen zwischen 100 und 300 Soldaten ein um die Landlosen aufzuspüren und deren Camps zu demontieren. Diese jedoch präparierten eine Falle und umstellten die Polizisten, die eiskalt von ihnen erschossen wurden.

Um nicht übermäßig streng zu wirken wurde Teilen der Uniformierten nahe gelegt ohne Schutzweste und Bewaffnung in das waldreiche Grundstück zu gehen. Das Ergebnis zu diesem Rat ist bekannt.

Eine eilig einberufene Pressekonferenz ließ den Präsident des Landes sowie den Innenminister sagen, dass die EPP unbeteiligt war und dass Militär entsandt wird, um die Lage vor Ort zu sichern.

In den Mittagsstunden kamen die ersten verletzten Uniformierten mit Flugzeugen nach Asunción.

Der Kongress möchte eine Dringlichkeitssitzung einberufen, um zu entscheiden ob ein Ausnahmezustand sinnvoll wäre bzw. ob Innenminister Carlos Filizzola noch tragbar ist. Er selbst hat nicht vor zurückzutreten.

(Wochenblatt)

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19 Kommentare zu “Räumung eines besetzten Grundstücks hinterlässt 15 Tote, darunter 6 Polizisten

  1. Wenn einer zurücktreten soll, dann ist das der Präsident. Es ist seine Saat, die jetzt aufgeht. Vor seiner Amtszeit hat er mit den Kommunisten im Norden gemeinsame Sache gemacht. „Landbesetzung ist auch ein Mittel der Bodenreform“, so seine Worte, von denen er heute nichts mehr wissen will. „Sie haben mich falsch verstanden“, versucht er sich herauszureden. Wer hat denn immer wieder verhindert, dass da mal Ordnung geschaffen wurde? Es war nur eine Frage der Zeit, wann die Besetzungen eskalieren. Und wer bestraft denn in diesem Land Mord und Totschlag? Curuguaty ist erst der Anfang.

  2. tja…..und der hauptschuldige ist der lugo….
    das einzige was er zustande bringt ist frauen schwängern.

    dieser gehört einfach weg, der schaute damals zu und heute auch noch…

    mein beileid für die polizisten die ihr leben verloren haben. den sie hatten nur ihre arbeit gemacht.

  3. Das ist die pure WAHRHEIT,ich wundre mich wieviel Kinder da noch auftauchen werden!!!! Und auslandsreisen die keinem was helfen, nachher wird man sich wieder wundern wo das Geld geblieben ist………………??????????

  4. Wenn Lugo so weiter macht und die Situation hier noch weiter eskaliert, wird sein Posten von einem UN Zivilverwalter übernommen.

    Sicherheit im Land wird entweder durch USAF, ISAF oder im für die Zivilbevölkerung schlechtesten Fall, durch Blackwater geregelt.

    Es hat sich gegen Paraguay mitlerweile schon so viel angesammelt das so vielen Leuten in Washington übel aufstößt. Angefangen von den „übertrieben herzlichen“ diplomatischen Beziehungen zu Venzuela.

    Aufbau diplomatischer Beziehungen mit Schurkenstaaten wie Mauretanien. Investitionen die grundsätzlich nur noch veruntreut werden. Hinzu kommen noch starke Kommunismus Allüren und last but not least immer mehr und mehr Islamisten die da der diplomatischen Beziehungen zu oben genannten Ländern nach Paraguay einreisen.

    Sollte das so weiter gehen wird die ganze politische Kloake eines Tages über kochen, spätestens dann wenn Lugo versuchen sollte eine 2. Amtszeit zu bekommen sprich sich zu einem neue Stroessner zu machen. Was ihm auch durchaus zuzutrauen wäre, er wird im Volksmund ja eh schon als „Vater aller Paraguayer“ bezeichnet.

    Paraguay steht politisch momentan so nahe am Abgrund wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Sollte es hier weiter in Richtung Kommunismus wie auf Cuba oder Venezuela gehen, werden sie die $100 Mio Dollar Entwicklungshilfe die jährlich aus Washington hier reingepumpt werden, wohl eher in ein internationales Handelsembargo verwandeln. Das alles dank eines Kindergarten Präsidenten wie Lugo….

  5. Der Innenminister handelte auf Befehl von Lugo und der Polizeichef auf Befehl vom Innenminister… wer haette nun hier zuruecktreten muessen ?
    Alle 3 haetten den Hut nehmen sollen ! Das ganze wirft wieder mal kein gutes Bild auf Paraguay. Lugo sollte nun Mann sein und auch zuruecktreten, vielleicht wuerde es dann vielen hier besser gehen….

  6. Was bis hierher geschrieben wurde , alles richtig !

    Aber bin ich hier mim falschen Film , , ,

    Welcher SCHWACHKOPF hat den den „Uniformierten empfohlen“
    ohne persönliche Schutzkleidung und Waffe in den Einsatz zu gehen ???

  7. …das ist ja nicht nur das bisherige Gesagte. Jedes Volk verdient einen LIEADER den es auch gewaehlt hat!!!!!
    Leider verstehen die Paraguayos nichts von Demokratie, bei Wahlen gehen sie hin weil sie vor der Tuer Geld oder Benzin-Gutscheine bekommen mit der Anweisung was sie dafuer ankreuzen sollen…..
    Ich denke diesem Land fehlt noch viel Entwichlungsarbeit und insbesondere Aufklaerung WIE EINE DEMOKRATIE funktionieren…..koennte…..

    Viva Paraguay…..!!!!

  8. Ich bin nicht der Meinung dieser Vorfall sei Lugos Schuld. Schuldige gibt es keine. Mein Beileid an die Hinterbliebenen.
    Doch die Polizei/das Militär hat sich offenbar zurückgezogen. Dies ist ganz schlecht für die Glaubwürdigkeit der Durchsetzung der Staatsgewalt.
    Wenn kriminelle Landbesetzer gegen das Gesetz verstossen muss auf Richterlichen Beschluss die ausführende Gewalt das Recht/Gesetz durchsetzen. Wer sich dagegen widersetzt, dazu noch mit Waffengewalt macht sich weiterer Straftaten verantwortlich.
    Die Polizei/das Militär hätte das einzig Richtige getan indem sie auf der Stelle und mit Verstärkung den Sauhaufen und die Mörder bis zum Letzten verfolgt hätten, so wie das in jedem zivilisierten Land geschieht.
    Nun sind die Polizisten/das Militär wieder abgezottelt und es wird wohl einige Zeit verstreichen, bis sie einen neuen Versuch wagen. Hier und heute hat die Staatsmacht verloren, wie so oft üblich in Paraguay. Leider.
    Nun fängt eine politische Diskussion an, wer die Verantwortung für das Fiasko trägt und wer seien Posten räumen muss. Die Kriminellen haben wieder einmal auf der ganzen Linie gesiegt.
    Einzige Verbindung zum Präsidenten Lugo sehe ich indem nicht schon gleich von Anfang an mit aller Härte gegen Landbesetzer vorgegangen ist. Hier hätte der Präsident wirklich schon gleich zu Beginn ein Machtwort sprechen sollen indem die Landraub-Bruderschaft in einem Steinbruch bei Emboscada mit Steineklopfen zum Arbeiten erzogen worden wären.

    1. Das die Ordnungskräfte abgezogen sind ist nicht war. Nun haben die Militärs den Auftrag bekommen mit Spezialkräfte von über 170 Mann eine Säuberungsaktion vorzunehmen, um die Schuldigen zu fangen.
      Jetzt möchte ich da nicht als Zivilist als Unbeteiligter im Gelände sein. Von wegen die Paraguayer sind unfähig! Jetzt springt so manch einer über die Klinge und wird als vermißt gemeldet.

  9. Was hat es denn mit diesen Landlosen auf sich?
    Warum besetzten sie dieses Land?
    Kann ich das irgendwo nachlesen oder mich jemand aufklären, bitte!
    Es ist traurig wenn die Dinge so eskalieren und mit dem Tod so vieler Menschen endet.
    Auch mein Beileid für die Angehörigen.
    Eine Regierung sollte im Stande sein solche Sachverhalte friedlich zu lösen.

    1. Dieses Grundstück, sowie viele anderen, wurde den Paraguayern in den siebziger Jahren von den Colorados geraubt. Der Diktator Stroessner hat sehr viele große Landflächen seinen Kumpanen für ihre „Treue“ geschenkt.
      Dumm nur, für die damaligen Eigentümer und Bewohner dieser Grundstücke, dass sie nur einfache Bauern in einem von einer Diktatur regierten Land waren. Indianerstämme, die schon seit Jahrhunderten die eigentlichen Eigentümer dieser Länder waren, wurden mit Hilfe des Militärs oder der Polizei vertrieben oder umgebracht.
      Heutzutage erinnern sich leider nur sehr wenige daran. Viele Menschen, vor allem viele, die in den Medien arbeiten, würden auch nie auf den Gedanken kommen in die Hand zu beißen die sie füttert und den Rest der Paraguayer daran erinnern, was damals alles passiert ist.

  10. —Meine Befürchtungen haben sich leider bewahrheitet—–
    Diese neuen Ereignisse in der Region Canaindeyú kommen nicht von ungefähr man spricht von über 17 Tote (darunter sollen 7 Polizisten sein) möglicherweise noch mehr Tote.

    In allen südamerikanische Medien (u.a. der „Clarin“ Argentinien spricht davon, dass ­die EPP, Ejército del Pueblo Paraguayo sich unter die Carperos Landbesetzer gemischt und gezielt die Polizisten getötet haben. Paraguay ist nun weltweit in aller Munde.

    Diese verstärkte Räumungsaktion ist wohl auch ein wenig auf Druck Brasiliens zustande gekommen. Durch die politische Rückendeckung der Brasilianer wird nun möglicherweise verstärkt Jagd auf die EPP erfolgen.

    Die Landreform in Paraguay muss sich allerdings nach Gesetz und Ordnung vollziehen, doch es ist schwierig, wenn überall in den oberen Hierarchien des Landes gebremst wird.

    Herr Lugo hat die Carperos moralisch unterstützt und nun ist der Schuss nach hinten losgegangen. Doch Lugo wäre nicht Lugo, wenn er nicht rasch seine Sündenböcke gefunden hätte.
    Auch in Zeit-online, sowie Spiegel-online wird über die Land-Räumungsaktion berichtet.

    http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-06/paraguay-polizeieinsatz-landbesetzer

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/tote-bei-gefechten-zwischen-bauern-und-polizisten-in-paraguay-a-839199.html

  11. @gaspar.Vielen Dank für die geschichtliche Hintergrundbeleuchtung.
    @wolfgang sukowsky:Danke für das Ausschreiben der ABkürzung EPP, jetzt weiß ich schonmal das es sich um eine Kampftruppe handelt! Sind die mit der Farc in Kolumbien vergleichbar?
    @Jan Päßler: Vielleicht in diesem Zusammenhang eine kleine Anregung; für die nicht einheimischen Leser ihrer Zeitung, zum besseren Verständnis, Abkürzungen kurz durch Ausschreiben des eigentlichen Namens zu erklären.
    Wäre echt super um sich besser und schneller in der neuen Wahlheimat zurecht zu finden.

    1. Die sogenannten paraguayischen Terroristen EPP sind nicht im Geringsten vergleichbar mit der FARC in Kolumbien. Allerdings werden sie wohl teilweise mit der Drogenmafia zusammenarbeiten. Beide profitieren voneinander. Unsicherheiten sind ihren Geschäften sehr förderlich.
      Möglicherweise bekommen sie auch Unterstützung aus Venezuela von Herrn Chavez.

      Kann mir aber nicht gut vorstellen, dass die EPP viele Mitläufer in Paraguay anwerben kann. Für die wenigen paraguayischen Terroristen sind die weitläufigen Zonen entlang der bolivianischen und brasilianischen Grenzen zurzeit Rückzugsgebiet, weil hier auch die Drogenbarone ihr Unwesen treiben.

      In den übrigen ländlichen Gebieten Paraguays werden die Terroristen kaum überleben. Sie entsprechen nicht der Mentalität der Paraguayer. Fremde in bewohnten ländlichen Gebieten fallen auf.

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