Regierung plant Personenbeförderungsdienst in Asunción zu verstaatlichen

Asunción: Einen Ausweg aus der Beziehung „Personenbeförderer – Staat“ zu finden, so dass beide Seite zufrieden sind, scheint unmöglich. Der Staat subventioniert die Busse der Unternehmer, die auch gleich mit für nicht genutzte Reserveeinheiten abkassieren. Die Verbesserung des Services fand nur bei gerade einmal 15% der Busse statt. In neue Einheiten will keiner so richtig investieren.

Die aktuelle Regierung plant erneut ein Gesetzesprojekt zum Metrobus, der noch vor dem Regierungswechsel beschlussfertig sein soll. Ebenso plant das Vizeministerium für Transport die Busstrecken zu verstaatlichen, um weniger Auseinandersetzungen mit den Dienstleistern zu haben, die ständig mit Streik drohen.

Am kommenden 27. Februar soll ein 72-stündiger Streik die Regierung in die Knie zwingen, damit mehr Subventionen gezahlt werden und ein 8 Stunden Tag für Busfahrer eingeführt wird. Bis dato erhielten die Betriebe pro aktivem Bus 4,9 Millionen Guaranies monatlich. Jetzt fordern sie jedoch 6 Millionen Guaranies vom Staat.

Obwohl eine Verstaatlichung in Südamerika nicht gerade nach Erfolg schreit, stellt sich andererseits die Frage: Wie schlecht kann der Service noch werden. Pro Jahr verpflichtet sich der Staat mehr als 20 Millionen US-Dollar als Subventionen an Personenbeförderungsbetriebe zu zahlen. Mit dieser Summe könnten hierzulande schon einige neue Einheiten angeschafft und in Schuss gehalten werden.

Für den geplanten 3 Tages Streik hilft die Regierung den Personen, die auf den Transport angewiesen sind. Sie werden Busse der Polizei, des Militärs sowie Lastkraftwagen und Patrouillen der Polizei zum Personentransport einsetzen um die Auswirkung zu mildern.

(Wochenblatt / Abc)

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8 Kommentare zu “Regierung plant Personenbeförderungsdienst in Asunción zu verstaatlichen

  1. Es ist löblich, dass man darüber nachdenkt. Aber letzten Endes werden es wieder die „Bedürfnisse“ einiger Senatoren sein, die direkt oder auch indirekt an den Buslinien verdienen, die das Projekt zum scheitern bringen.
    Auf der anderen Seite wäre es mal an der Zeit, dass sich die Bevölkerung wehrt. Mal eine Woche keine Busse benutzen! Das könnten doch die, ach so starken, Gewerkschaften mal organisieren: Generalstreik in Asu,
    eine Woche lang. Dann würden nicht nur die Busunternehmen dumm dastehen.

  2. Das Grundproblem liegt in der Tarifgestaltung. Hoehere Buspreise waren schon immer Grund die Mindestloehne zu erhoehen. Dies will natuerlich die Regierung nicht und so darf die Busfahrt nur wenig kosten. Die Busse sind schlecht wie auch der Service. Keine Subventionen und freier Markt auch bei hoeheren Preisen waere die Loesung.

    Staatliche Busse wie auch die Trambahnen in Asuncion gab es schon vor 60 Jahren. Diese wurden urspruenglich von der ANDE betrieben (rote Mercedesbusse). Da dies nicht funtionierte wurde alles privatisiert und etwas spaeter die Trambahn stillgelegt. Der damalige Tarif war fuer Busse Gs. 5.- und fuer die Trambahn Gs. 3,50

    Ob eine neue Verstaatlichung besser wird moechte ich bezweifeln. Der Mensch bleibt sich naemlich immer gleich.

  3. Vielleicht sollten wir nicht vergessen, dass die Busunternehmer US$ 80 Millionen seit vielen Jahren der BNF (Banco Nacional de Fomento) schulden. Die Busunternehmer sind das Symbol, wie durch korrupte Politiker ein Land in die Knie gezwungen wird. SETAMA gehört schon längst abgeschafft, da es nicht sein kann, dass jemand Angeklagter und Richter zugleich ist.

  4. Lieber Peter,
    die Idee ist super.
    Bin 40 jahre Mitglied im DGB in Europa und kann dein Anliegen voll verstehen.Bin aber skeptisch ob die Nutzer in Asunsion wirklich profitieren würden.
    mfG xamazonax

  5. Der einzige Weg wäre den Busunternehmungen keinen einzigen Guaranie mehr zu geben, denn wenn dann beispielsweise alle diese Stümperunternehmungen eingehen, so wird es doch wohl noch einen geben – zB. mich – der in der Lage ist, so einen Betrieb rentabel zu gestalten und zu unterhalten. Der Staat muss nur die Rahmenbedingungen wie Sicherheit, Mindestanforderungen usw. setzen und kontrollieren. Selbst wenn es noch einen zweiten Betrieb geben sollte, der dazu in der Lage ist, so würde der Konsument entscheiden, welche Buslinie er in Anspruch nehmen möchte.

    Doch weshalb sich zum Thema zu viele Gedanken machen? Viel Blahblah im Wahljahr und wenig Veränderungen für die Zukunft.

    Die ÖV zu verstaatlichen ist Schwachsinn, denn wer keinen Bus in Anspruch nimmt sollte auch nicht für die Infrastruktur bezahlen müssen. Das funktioniert heute nur noch in China & Co.

    Die IST-Situation ist, dass es ein Streckennetz gibt, dieses aber mehr kostet als es an Sicherheit und Komfort herbringt. Teilweise völlige Schrottkisten. Da ruft der Chauffeur bei Polizeikontrolle mit dem Handy seine Kollegen an und warnt.

    Zugegeben, auch der Schweizer Bund subventioniert die Schweizerischen Bundesbahnen jährlich in Milliardenhöhe (CHF). Der Paragaysche Staat sollte wenn schon die Gelder fließen lassen, NACHDEM die Investitionen getätigt wurden und auch kontrollieren, nicht vorher oder blanko.

    1. Lieber Karl,
      Du hast die Mentalität hier noch nicht verstanden. Dem Paraguayer ist es egal, ob sein Haus Fenster hat oder nicht. Genau so egal ist es ihm, ob der Bus funktionierende Bremsen, dicht Fenster oder ordentliche Sitze hat. So ist das nunmal hier. Ob wir das verstehen oder nicht.

  6. Alle Kommentatoren erkennen messerscharf, dass es zwei Möglichkeiten gibt:
    1. Man lässt es privat, und dann kassieren die Busunternehmer ohne Ende ab und das Ergebnis ist Schrott.
    2. Man verstaatlicht, und dann kassieren die Politiker und die Beamten ohne Ende ab und das Ergebnis ist Schrott.

  7. verstaatlichen oder anderweitig privatisieren ist die grosse Frage…..? aber es muss auf alle Faelle eine Loesung gewaehlt werden um die jetztigen mafiosen miesen abzockenden Volkserpresser und ihre Schrottbuse von den Strassen und Service fegt!!!

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