Rundumschlag: Alle Verkehrspolizisten entlassen

Ciudad del Este: Der Bürgermeister der Stadt, Miguel Prieto, entschied alle 60 Verkehrspolizisten zu entlassen, weil diese trotz Galgenfrist nicht das Vertrauen sein gewinnen konnten. Als erste Protestmaßnahme fackelten sie Reifen auf der Straße ab.

Ohne die Möglichkeit sich die Taschen auf paralleler Weise zu füllen sind 60 Ex-Verkehrspolizisten voller Wut. Während diese erste Proteste begannen, wird schon nach vertrauenswürdigeren Menschen gesucht. Die Entlassenen hielten nach wie vor ein System von Bestechungsgeld aktiv, obwohl sie mehrmals ermahnt wurden.

Laut der Gewerkschaftsvertreterin Castorina Molinas wurden die 60 Personen ohne Grund entlassen. Der Anwalt Raúl Maizares kündigte eine Maßnahme an, womit die Betroffenen wieder auf ihre Posten kommen sollen und zwar ohne Angst um ihren Arbeitsplatz.

Der Bürgermeister der Stadt, dem nur ein Jahr bleibt, um die Zacarías Dienstzeit zu Ende zu führen und Änderungen vorzunehmen, geht sprichwörtlich mit der Kettensäge vor. Dass diese radikalen Maßnahmen auf Protest stoßen ist natürlich klar. Groß bleibt die Angst, dass der kommende Bürgermeister wieder alles rückgängig macht.

Wochenblatt / Abc Color

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8 Kommentare zu “Rundumschlag: Alle Verkehrspolizisten entlassen

  1. Dieser Bürgermeister greift durch! Gut so. Es müssen in diesem korrupten Land endlich mutige, anpackende und aufrechte Politiker das Zepter in die Hand nehmen. Hoffentlich unterstützen ihn die Bürger, wenn es hart auf hart kommt und bleiben nicht in ihren Sesseln kleben, wie das leider meist der Fall ist. Sonst wird sich nie etwas zum Guten wenden. Und diejenigen, die ihn jetzt angreifen, sind die gleichen, die von Korruption und Betrug gut leben und weiterhin ungestört ihren kriminellen Handlungen nachgehen wollen.

    1. Leider duerften die meisten dieser „Polizisten“ Soehne und Toechter der Buerger selbiger Stadt sein. Wenn jeder Clan seine Mitglieder da drinnen hat so hat niemand ein Interesse dass die Korruption aufhoert. Nach dem Motto: if you can’t beat ‚em, join ‚em. „Wenn du sie nicht besiegen kannst, schliess dich ihnen an“ – das Teile und Herrsche Prinzip.
      Und so wird schon dem Kleinkind die Korruption beigebracht.

  2. „wurden die 60 Personen ohne Grund entlassen“..na grundlos war das mitnichten, aber wo ehrlichen Ersatz finden im Land der Bestechung? Die Bevölkerkung sieht es als erstrebenswert an, korrupt zu sein. Sie bewundert ihre korrupten Politiker, will es auch so machen….

  3. Ja das spiegelt schoen die Qualitaet der Anwaerter fuer was immer Position wieder – man sieht den Posten eben nur als Grundgehaltinstitution an. Der Traum jeden Paraguayers ist ein hohes Gehalt zu beziehen wo er nie persoenlich erscheint und sein Sekretaer fuer ihn in der Stechuhr einstempelt – wies eben in der Justiz und anderswo Brauch ist.
    Leute mit ner billigen Landsermantalitaet sind anstellig fuer den Polizeiposten, wobei die Anwaerter sich nicht im geringsten von den Kriminellen Gesinnungsgenossen unterscheiden.
    Fehlt nur dass diese Polizisten partout an der naechst besten Strassenecke eine Bank ueberfallen oder als Motochorro Passanten ueberfallen.
    Deshalb sehe ich die ganze Krise in den Institutionen und auch im Privatsektor eher als eine „Krise der Qualitaet“ wo inkompetente Leute auf Posten gelangen in die sie nie gelangen duerften. Aus Mangel an merkelscher „Alternativlosigkeit“ bleibt nichts anderes uebrig als den Poebel in Vertrauenspositionen zu hieven weils eben keine anderen Leute gibt.
    Das ist aehnlich wie in Europa dass man aus Mangel an genuegend deutschem Nachwuchs eben Migranten mit einem IQ von 80 ins Land holt – das ist nur eine andere Version derselben Geschichte. Dasselbe durchliefen/durchlaufen die Mennonitenkolonien.
    Ist die „Ruebe zu truebe“ so bleibt nichts anderes uebrig als mit Emotionaler Intelligenz (Emotional Quotient) dank der gruenen Scheinchen mit George Washington drauf, den Mangel wettzumachen. Die Korruption und Guenstlingswirtschaft wie Einflussnahm (das „Bereden“, EQ) ist halt ein Ersatz fuer wahre Intelligenz.
    Warum nicht Pablo Escobar als Direktor der Antidrogenbehoerde anstellen? – oder den sprichwoertlichen Fuchs als Waechter des Huehnerstalls.

  4. Zwei Erlebnisse zum Thema KORRUPTION. Vor etwa 5 Jahren führte ich ein Gespräch mit einem jungen Paraguayer mit dem ich sehr guten Kontakt hatte, der in ASU so etwas ähnliches wie Verwaltungskaufmann studierte. So berichtete er mir folgendes: Die Studenten seines Semesters wurden vom Professor gefragt, warum sie gerade dieses Fach studieren wollten. Einige der Studenten antworten völlig frei und ehrlich, „um zu lernen und zu erfahren, wie man am leichtesten an Staatsgelder kommen kann“. (natürlich in die privaten Taschen) Niemand nahm daran Anstoß, offensichtlich völlig normal in PY. Über Beziehungen bekam er während seines Studiums eine Anstellung in einem Ministerium. Dort saßen er mit 5 Kollegen/Kolleginnen den lieben langen Tag mehr oder weniger beschäftigungslos herum. Mein junger Paraguayer, von mir entsprechend motiviert, drängte ständig seinen Vorgesetzten, ihm doch Arbeit zu geben. Dann bemühte er sich diese korrekt und schnell zu erledigen. Aber das kam überhaupt nicht gut an! Er wurde von seinen Kollegen/innen und dem Vorgesetzten mehrfach hart angegangen, ob er ihnen hier beweisen wollte, daß er etwas Besseres wäre und er soll sich gefälligst ordentlich benehmen und nicht aus der Reihe tanzen. Keine erfundenen Geschichten – so sind die Realitäten hier! Ich denke, @Philipp könnte über ähnliche Vorkommnisse auf seinem Amt ganze Bücher schreiben?

  5. Diese Polizisten wurden nicht entlassen, weil sie korrupt waren.
    Sie wurden entlassen, weil der Herr Interimsbürgermeister wenigstens dieses eine Jahr SEINE Amigos an die Fleischtröge lassen will.
    Das macht jeder, der die Möglichkeit hat.
    Das wird von ihm erwartet.
    Tut er es nicht, ist er bei seinen Amigos unten durch.

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