San Francisco: Vom Feuerholz zur Gasflasche

Asunción: Noch vor kurzem war tagtäglich für viele vonnöten Feuerholz zu sammeln, um ein Mittagessen zu kochen. Nun mit neuen geschenkten Gasherden entsteht zwar weniger Geruch aber auch mehr Kosten.

Das zweistaatliche Wasserkraftwerk Itaipú, was für die Finanzierung des Wohnprojekts San Francisco verantwortlich war, zeigte sich auch beim Kauf von 250 Gasherden für die Bewohner großzügig. Der Kauf ist jedoch bittere Notwendigkeit, denn ohne diese wurde schon wieder Feuer gemacht, um kochen zu können. Wie das auf einem Balkon abläuft, kann man sich leicht vorstellen. Die Gefahren dabei, unter anderem für die anderen Bewohner, werden dabei meist minimalisiert. Mit dem Kochgerät und dem normalerweise unbedachten Umgang wird sicherlich bald die erste Karaffe leer sein und die Frage kommt auf, ob Feuerholz nicht wesentlich günstiger zu bekommen war.

Über diese Probleme und andere, die im Stadtteil San Francisco entstanden, brauchen sich die Bewohner des Bañado Sur noch keine Gedanken zu machen. Noch steckt ein Wohnprojekt, welches doppelt so groß wie das oben genannte ist, in den Kinderschuhen. Sicher ist nur, dass nach dem Auffüllen von ungefähr 25 ha Ufergebiet des Río Paraguay neues Land entsteht, wo Platz für 2000 Familien entstehen soll. In einer ersten Etappe sollen 800 Wohnungen errichtet werden, in einer zweiten die fehlenden 1.200. Die Bauzeit soll ungefähr ein Jahr dauern. Wie im Stadtteil San Francisco soll auch hier ein Schule, Gesundheitsposten und eine Polizeiwache konstruiert werden.

Mit der daran verbeiführenden Costanera Sur sollen Autofahrer von Asuncion nach Lambaré nur noch 8 Minuten benötigen.

Wochenblatt / Hoy

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3 Kommentare zu “San Francisco: Vom Feuerholz zur Gasflasche

  1. Wenn das zweistaatliche Wasserkraftwerk Itaipú sich schon so großzügig zeigt und 250 Gasherde für die Bewohner spendet, dann hätten 250 feuerfeste Mülleimer den Braten auch nicht mehr feiss gemacht.

  2. Ich bin ja mal gespannt, wie lange das noch gutgeht. Die hoeheren Lebenshaltungskosten werden den Bewohnern noch unerhoffte Einsichten geben.

  3. Fortschritt ist,
    wenn Du Öl kaufst und es mit Guarani-Dollars bezahlst,
    oder wenn Du Gas kaufst und es mit Guarani-Dollars bezahlst.
    Noch fortschrittlicher ist, darauf Verbrauchssteuern in allein in Guarani zu zahlen.

    Holz sammeln ist mühsamer, aber Dollar- und Guaranifrei.

    Auf den Brandschutz zu achten ist aber auch nicht Jedermanns Sache …

    Gibt es wirklich keine beste Lösung im Sinne aller?

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