Sojalandwirte in “Not“

Der landwirtschaftliche Sektor erlebt nicht mehr den Boom der vergangenen Jahre. Wer schon viel hatte wollte immer mehr. Nun aber müssen wohl kleinere Brötchen gebacken werden.

Vorgestern begann in Obligado, Departement Itapúa, die Sojabohnen Kampagne 2016/1017. Mehrere Fachleute auf der Tagung betonten, es würde für die Produzenten in dem Sektor ein schwieriges Jahr werden. Viele Landwirte seien überschuldet und würden wohl aus dieser Spirale nicht so schnell heraus kommen. Deshalb waren sich alle einig, dass es keine Steuererhöhung in dem Bereich geben darf.

Edwin Reimer, Präsident des Bundesverbandes der Produktionsgenossenschaften (Fecoprod), erinnert daran, dass im vergangenen Wirtschaftsjahr 8,4 Millionen Tonnen Sojabohnen auf 3,3 Millionen Hektar Fläche geerntet worden wäre. „Seit letztem Jahr müssen die Schulden der Bauern refinanziert werden. Das hemmt den Fortschritt. Darüber hinaus hatten wir ein Jahr mit niedrigen Preisen“, erklärte Reimer. Er forderte die Zentralbank von Paraguay (BCP) auf, diese Situation zu berücksichtigen und “Sonderkonditionen“ für eine Refinanzierung bei den Darlehen der Landwirte einzuführen.

José Berea, Präsident der paraguayischen Kammer der Exporteure für Getreide und Ölsaaten (Capeco), sagte, es würde trotz der allgemeinen Schwierigkeiten bei der Soja weiter gehen. Berea betonte, es sei zu einem Rückgang der Steuerbeiträge von rund einer Milliarde USD gekommen, als direkte Folge der sinkenden Preise. „In der vergangenen Saison gab es aus dem Sojasektor Steuereinnahmen für den Staat von über 3,5 Milliarden US Dollar. Nun ist es fast ein Drittel weniger“, erklärte Berea.

Quelle: Ultima Hora

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4 Kommentare zu “Sojalandwirte in “Not“

  1. Bei den Steuereinnahmen müssen es ja üppige Gewinne gewesen sein. Da hätte man aber was für die Begleichung der Schulden zurücklegen müssen. Und jetzt wollen sie Sonderkonditionen vom Staat. D. h. also Gewinne einstreichen (privatisieren) und Schulden wie überall auf der Welt sozialisieren?

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