Staat “kriminalisiert“ Schulen im Land

Asunción: Wer keine oder wenig Bildung bekommt ist anfälliger in den Bereich der Kriminalität abzurutschen. Entweder ist das Vorhaben “gewollt“ oder sogar geplant, nur die “Elite“ zu fördern.

Zwischen Mai und Dezember 2016 wurde durch das Institut für Forschung und Entwicklung (ID) eine Studie im Rahmen der “Bauernbildung und der öffentlichen Politik“ durchgeführt. Dabei führten die Ergebnisse zu dem Punkt, dass in ländlichen Gegenden die Bildung vernachlässigt wird, weil sie möglicherweise gegen die Regierung sein könnte.

Mehrere Schulen aus unterschiedlichen Departements wurden untersucht um die Erfahrungen gegenüber der Diktatur von Alfredo Stroessner zu vergleichen. Ana Portillo, von dem Institut ID, sagte, dass ländliche Gegenden stark vernachlässigt würden und so eine Kriminalisierung erfolge. „Die meisten sind unzufrieden mit der Regierung und der Bildungspolitik auf dem Land. Innovationen werden behindert, weil sie als verdächtig angesehen werden und so vielleicht ein Aufstand erfolgen könnte“, erklärte Portillo.

Es werden zwar praxisbezogene Ausbildungen, wie das Anlegen eines Gemüsegartens, aufgezeigt, aber die Interessenten werden in der Bildung “klein“ gehalten.

„Die Bildungswilligen fühlen sich nicht in das System nicht integriert, denn Autoritäten schränken sie ein. Es gibt wenig Unterstützung für die Lehrer, ein kostenloses Mittagessen wird nicht angeboten, Bescheinigungen oder Zertifikate können nur unter großem bürokratischem Aufwand ausgestellt werden“, sagte Portillo. Sie fügte an, auch die Sprache sei ein Hindernis, weil viele nur Guarani sprechen und so eine Ausbildung in mehreren Bereichen erschwert sei.

Quelle: ABC Color

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4 Kommentare zu “Staat “kriminalisiert“ Schulen im Land

  1. UND !!
    99% der Lehrer ueberall hinwollen , aber mit Sicherheit nicht in eine Schule auf dem Land !!
    Da muesste man den Lohn fuer Lehrer auf dem Land verdoppeln , und dann koennte es
    sein , das die Qualitaet der Lehrer die dort unterrichten auch etwas besser wird !!

  2. Die Aufklärung scheint in Paraguay in so manchen Dingen spurlos vorüber gegangen zu sein. Bis in´s 18. Jahrhundert hinein war es in Europa noch üblich, der Volksmasse den Zugang zur Breitenbildung vorzuenthalten, weil man fürchtete, Bildung könnte den Untertanen die Augen öffnen und aufmüpfig machen. Unter dem bekanten Preußenkönig Friedrich dem Großen wurde erstmals Schulbildung zur Pflicht für alle. Seither hat sich weltweit die Erkenntnis durchgesetzt, daß ein gebildetes und ehrgeiziges Volk dem Staat nützt und alle voran bringt. Gerade die asisatischen Länder sind hier vorbildhaft und nicht umsonst auf vielen Gebieten weltweit führend. Nur wo Fakten und Erfahrungen IGNORIERT werden, Einbildung anstelle von Bildung mehr zählt, will man davon nichts wissen. Womit ich wieder bei meiner bekannten Grundmeinung angekommen bin.

  3. „weil viele nur Guarani sprechen“

    Wir sprechen also von indigenos. Was der Artikel vergißt (absichtlich?) zu erwähnen, ist, daß diese Volksgruppe nicht unbedingt bildungswillig oder auch billdungsfähig ist.

    Wenn nach 4 Jahren Grundschulbildung 8+5 nicht im Kopf gerechnet werden kann…
    Wenn das Lesen und Verstehen einer halben A5 Seite nicht möglich ist…
    während andere Paraguayer, mit vermutlich mehr Spanischen Vorfahren, dies aber sehr wohl können, in der selben Schule, mit denselben Lehrern, in derselben Klasse.

    Ich kann mir gut vorstellen, daß das Anlegen eines kleinen Gemüsegartens für diese Menschen das beste und sinnvollste ist, daß sie aus der Schule vielleicht mitnehmen können.

    1. Das kann man nicht so sehen,Guarani/Spanisch als Sprache ist eigendlich Wurst.
      Es kommt auf die Lehrer an.Das Problem liegt an anderer Stelle.Die Eltern können den Kindern Bildungsmässig nichts vermitteln, die Lehrer sind nicht das was sie sein sollen.
      Neben bei in Deutschland erreichen nur 20% der Kinder eine höhere Bildung als ihre Eltern.Die Bildung der Eltern zeigt die Marschrichtung.Die Herkumpft bestimmt was aus den Kindern wird. Plakton bleibt Plakton, in der Unterschicht!
      Bei Einwander und Co. sind das nur 5% in der ersten Generation, die anderen ab in der Versenkung!

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