Staatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität Bielefeld befasst sich nun mit Neufeld Pleite

Bielefeld/Detmold: 20.000 Russlanddeutsche träumten von einem Leben in Paraguay und investierten in die „Kolonie Neufeld“. Mit Macadamia Nüssen wollten sie das Monopol brechen und sich als tüchtige Genossenschaft in Mitten von Paraguays Osten ihren Lebensunterhalt verdienen. Die Reise die viele zahlten und einige auch antraten war jedoch eher zu Ende als gedacht.

Obwohl es seit 2008 schon lautstarke Zweifel an der Durchführbarkeit gab wurden weiterhin von den Gebrüdern Neufeld Kunden angelockt und trauriger weise abgezockt. Der Schaden beträgt rund 60 Millionen Euro. Bei dieser Größenordnung ruft man nun die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität in Bielefeld auf den Plan.

Wie die Nachrichtenagentur GoMoPa.net meldete, wurde schon vor 14 Tagen Geschäftsführer Nikolai Neufeld (50) bei einer Hausdurchsuchung in Kalletal aufgegriffen und verhaftet. Sein Bruder Johannes (48), Mitbegründer von der Kolonie, wird ebenso untersucht. „Allerdings wissen wir nicht, wo er sich aufhält“, sagte der Bielefelder Oberstaatsanwalt Heinrich Rempe. Die Ermittlungen gegen die Gebrüder Neufeld begannen schon vor einem Monat.

Der gigantische Betrugsskandal der nun auch in Deutschland in alle Münder gerät verleiht der Glaubensgemeinschaft nun einen gewissen Schaden, da die „Übeltäter“ aus den eigenen Reihen stammen.

Nikolai und Johannes Neufeld aus Kalletal fädelten ihr Geschäft sorgfältig ein, sie gründeten ihre GmbH, die die russischsprachige Zeitung „Semljaki“ und ein Reisebüro beinhaltete. Durch Informationsveranstaltungen wurden eine große Zahl Neugierige mit einer Rendite von 12,5 % angelockt. Diese Rendite ist durchaus vorstellbar für paraguayische Verhältnisse, doch ob sie jemals im Fall Neufeld ausgezahlt werden sollte bleibt fraglich. Dass die Millionen nicht in die Kolonie Neufeld gesteckt wurden ist offensichtlich, zumindest nicht in gemeinnützliche Einrichtungen. Diese Aussage wirft allerdings eine weitere Frage auf und zwar wo ist der Großteil der Millionen?

Die Gebrüder kauften in der Provinz Caazapá, der billigsten und ärmsten Region Ostparaguays den Hektar Land für 160 und verkauften ihn für 2.400 Euro. Die Differenz sollte in die Infrastruktur der Kolonie gesteckt werden, die ein außenstehender nicht so ohne weiteres betreten darf.

Oberstaatsanwalt Klaus Pollmann erklärte gegenüber der „Neue Westfälische Tageszeitung“ dass die Ermittlungen in den Kinderschuhen stecken.

Der Großteil der ausgewanderten Familien ist fast mittellos und trotz ihres Hauses fällt ein Verkauf mehr als schwer, weil keiner der Kolonisten Eigentumstitel auf seinen Namen aufweisen kann. Das bedeutet, dass man nur die Besetzungsrechte des Grundstückes erwerben kann.

Die Ermittlungen dahingehend werden Wochen wenn nicht gar Monate in Anspruch nehmen.

(Wochenblatt / nw-news.de)

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22 Kommentare zu “Staatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität Bielefeld befasst sich nun mit Neufeld Pleite

  1. Sehr nette Unterhaltung sukowsky und lilu wirklich sehr Unterhaltsam, ich wuerde sie bitte was das Zusammenleben zwischen Paraguayern und Deutschen betrifft mich mit mehr Details zu amüsieren, denn dieses Thema wird niemals langweilig.
    Aber das beste ist ja das sie beide gar nicht merken das sie der gleichen Meinung sind, nur jeder von ihnen beiden mit anderen Synonymen arbeitet.

    1. @Sukowski,
      oh, hier missverstehen wir uns wohl!
      Gemeint ist, wer überhaupt kein Spanisch spricht,
      liefert sich auf „Gedeih und Verderb“ den europäischen
      Betrügern aus, weil er sich ja nicht verständigen kann.
      Und das meine ich wörtlich. Man kann riesiges Glück haben und auf einen ehrlichen Makler und Einwanderungshelfer treffen – oder man fällt wid abgezockt – dann aber richtig.
      Es geht doch meistens schon bei der Internet-Recherche
      von Europa aus los. Man möchte etwas über Land und Leute erfahren und landet anfänglich nur auf Seiten, die Immobilien, und Einwanderungshilfe gleich mit anbieten.
      Wer dann nur mit Deutsch und Englisch hier leben möchte,hat eigentlich nur die Möglichkeit in eine der deutschsprachigen Kolonien zu ziehen. (Nun ja, wem’s gefällt)
      Die wirklich hilfbereiten Paraguayer, haben ja nicht die geringste Chance, einem Zuwanderer zu helfen, der sich nicht verständlich machen kann.

      1. Sie mögen keine ehrlichen Komplimente………. schade!
        Sie wissen doch Menschen gibt es in allen Variationen von Gift- bis Heilmenschen. Ist man innerlich frei und ohne Vorurteile kann man sie erkennen.

        Glauben sie nicht, dass alle Paraguayer ehrlich lieb und freundlich sind. Eine starke persönliche Beleidigung, wird er oder sie oftmals lebenslang nicht vergessen, …..die dann im schlimmsten Fall tödlich gerächt wird
        Menschen sollte man sieben wie Sand beim Goldwaschen. Dann können Deutsche und Paraguayer einen auch nicht betrügen. Es gibt doch den Spruch, „Trau, schau, wem?“

        1. Ich bitte vielmals und ehrlich um Entschuldigung.
          Tatsächlich habe ich es nicht als Kompliment aufgefasst.
          Sorry – ich hätte inzwischen wissen können, dass Ihnen
          kein Zynismus über die Tastatur kommt.

  2. Ja die Neu-Deutschen in Paraguay (Altkolonisten ausgenommen) sind schon ein merkwürdiger Haufen.

    Ist auch leicht verständlich, wenn man sich vor Augen führt wer in Paraguay ankommt. Es ist derjenige, der sich nichts Anderes leisten kann, oder niergendwo sonst mehr hinflüchten kann, weil ein Gangster.

    Es gibt auch Ausnahmen die diese Regel bestätigen, jedoch sind diese oftmals sehr naiv und haben nach 2-3 Jahren kein Geld mehr. Dann sind sie entweder am Heimflug, oder werden Einwanderungs-abzocker, Immobilien-abzocker bzw. PY-Investment-Abzocker.

    Was bleibt dann noch? Vielleicht 1 / 100 der es 5+ Jahre hier aushält, auch in Europa schon erfolgreich war und dies mitgebracht hat.

    PY ist schön, aber nicht für die Mehrheit der dekadenten Zivilisations-schafe mit Konsumwahn, Kreditsucht und EUDSSR-sozialistisch-kommunistischem Staatswahn.

    Exakt diese Gruppe hat Herr N. jedoch hierhergelockt.
    Damit schließt sich der Kreis.

    Erfolgreiche Mennoniten in Paraguay sind nicht selten – bin schon gespannt, wer von den Opfern sich hier anpassen kann.

    1. @ 9mm
      In einem Punkt gebe ich Dir Recht.
      Wer es in Deutschland bzw. Europa nicht geschafft hat, sein Leben auf die Reihe zu bekommen, wird es hier erst recht nicht schaffen.
      Was die Naivität betrifft, so ist es ja leider so, dass viele Europäer (wenn überhaupt) einmal für 4 Wochen herkommen, ein wenig im Land herumfahren und dann tatsächlich jegliche kostenpflichtige Hilfe in Anspruch nehmen, die ihnen angetragen wird. Das könnte u.A. an den fehlenden Sprachkenntnissen liegen, aber auch das Erlernen der Sprache gehört zur Vorbereitung einer Auswanderung. Sonst ist man auf Gedeih und Verderb den ach so „hilfsbereiten“ Landsleuten ausgeliefert.
      Genau das haben Gebrüder Neufeld gnadenlos ausgenutzt.

  3. Da sagst du was Hans Iseli, ich kann dir nur voll und ganz zustimmen! Am anfang fiel ich auf deutsche rein, jetzt hab ich NUR noch kontakt zu Paraguayern und mir gehts Praechtig!

    Deutsche die hier her wollen, Praegt euch das gut ein, lernt die Sprache und haltet euch von Deutschen fern!!! – Man kann sie nicht alle gleich setzen, aber sicher ist sicher…

  4. nirgendwo bekommt das Sprichwort mehr an Bedeutung als hier in PY, „hüte dich vor Sturm und Wind und Deutschen die im Ausland sind“. Es ist eine Schande, wofür sich Deutsche hergeben, wenn es stimmen sollte das die Russenmafia ihre Finger mit im Spiel hat. Aber auch möglich das es aus den Hirnen von den Neufelds stammt, umso schlimmer was sich deutsche Menschen hier erlauben, pfui Teufel.

    1. Zu @Christa
      Der Gründer der Kolonie, der deutschrussische Spätaussiedler Nikolai Neufeld (42) aus dem ostwestfälischen Kalletal 25 km westlich von Hameln gelegen. Seine Zielgruppe waren Russland – Mennoniten, plattdeutschsprechende Russlanddeutsche. Landsleute aus schwieriger Zeit hat man vertraut eben……..leider ein Fehler?
      Wie so oft der Feind kommt nicht von außen, sondern von innen. Denn die Mennoniten haben unter Stalin furchtbares durchgemacht und da musste man auf Gedeih und Verderb zusammenhalten, sonst war das der sichere Tot.
      Viele von ihnen kamen so 1932 nach Paraguay in den Chaco
      wo gerade der erbitterte Kampf der Paraguayer gegen Boliven begann.

      Nachsatz: Der Name „Neufeld“ stand in der Vergangenheit für Ehrlichkeit und Anstand , weil heute noch der Pastor Gerhard Neufeld, ,die Mennonitenkirche im Dorf Neudatschino, Gebiet Nowosibirsk leitet. Er will in Russland bleiben auch wenn alle seine Kinder in Deutschland sind.

  5. Es schreit zum Himmel was da an geballter krimineller Energie von deutschsprachigern Individuen in der Kolonie Neufeld geleistet wurde. Treu und Glauben wurde da auf das schändlichste missbraucht und viele Familien sitzen da fest ohne Geld. ………………….und wir beklagen uns über die paraguayschen Verhältnisse.
    Schande über Schande! In mir kocht die Wut hoch!
    Siehe auch:
    http://www.gomopa.net/Pressemitteilungen.html?id=855&meldung=Paraguay-Kolonie-Gruender-Nikolai-Neufeld-in-U-Haft

    1. Sorry aber sehe ich komplett anders….

      Ausgenutzt wurde, jedoch nicht der gute Glauben…
      Sondern vor allen Dingen die Gier der dummen Anleger.
      Schafe sind zum Scheeren da. Das war immer so und wird auch immer so bleiben. Ich kann kein Mitleid entwickeln für Leute, egal welcher Herkunft, die vor Geilheit sabbernd, nie dort gewesen, Ihr Geld irgendwelchen Deppen anvertrauen, die in weiter Ferne irgendwas versprechen. Das ist für mich der selbe Schlag Anleger die in irgendwelche Aktien investieren, ohne Marktkenntnis, um dann rumzujaulen, wenn die Kohle futsch ist, oder die „Geschäftsleute“ die ne Tasche voll mit Kohle auf dem Autodach liegen lassen und losfahren… 🙂 Ich gönne das jedem der sich bückt und die aufhebt. Dummheit wird bestraft…. hoffentlich bleibt es so!!!!!

      1. Glaube kaum, dass die Auswanderer der Gier verfallen waren, wenn sie die Hintergründe recherchieren.

        Bei geschäftlichen Dinge ist es schon richtig kräftig mit dem geistigen Hammer draufschlagen bis der Putz runter fällt (echt oder unecht)um zu prüfen was darunter liegt.
        …..Ist überall auf der Welt so!

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