Staatsgefängnis gleicht Messerschmiede

San Juan Bautista: Eine unangekündigte Kontrollmaßnahme im Staatsgefängnis von San Juan Bautista führte zu erwartetem Erfolg und macht klar, dass die Inhaftierten keine Arbeit scheuen. Dies kam zum Ausdruck als alle eingesammelten Stichwaffen zusammenkamen, sie glichen einer „paraguayischen“ Messerschmiede.

Für die Sammelaktion, an der sich alle Insassen fleißig beteiligten, waren Staatsanwältin María Julia Valdez und Richter Antonio Insfrán neben Uniformierten verantwortlich.

Diese Durchsuchung ist so kurz vor dem Jahresende nicht unüblich. Damit kein Gefangener ungleich behandelt wird, wurden alle Bereiche der Justizvollzugsanstalt gleichsam behandelt und kontrolliert. Das Gefängnis befindet sich auf Höhe von km 203 an der Ruta 1 in der Provinzhauptstadt von Misiones.

Die Staatsanwaältin bestätigte dass, die Metallteile die zur Fertigung der Messer herangezogen wurden aus den Türen und von den Fenstern der Zellen stammen. Immer wieder kommt es zu Meinungsverschiedenheiten hinter Gittern, die dank der Existenz meist mit blutigen Attacken enden.

Neben den besagten Schneidewerkzeugen wurden auch Mobiltelefone und Drogen in den Zellen beschlagnahmt. Der Gefängnisdirektor, Lucio Rolón, informierte die Presse darüber, dass er für 289 Häftlinge verantwortlich ist, wovon 275 Männer und 14 Frauen sind.

Erst im Januar dieses Jahres wurde das neugebaute Gefängnis eingeweiht und für die Inhaftierung freigegeben. Es soll unter anderem die ehemalige Diktatur Folterstelle Abraham Cue ersetzen, die unter Stroessner berühmt berüchtigt war.

(Wochenblatt / Abc)

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7 Kommentare zu “Staatsgefängnis gleicht Messerschmiede

  1. Es zeigt aber auch wie fleißig die Insassen in den Gefaengnissen sind und nicht nur den ganzen Tag sinnlos verbringen. Vielleicht waren die Erzeugnisse fuer den Export gedacht und durch die jüngsten Handelsprobleme mit Argentinien gab es eben einen kleinen Rueckstau im Lager.

    Viele Gefangene sind auf sich alleine gestellt und Freunde und Verwandte haben sich von ihnen abgewendet. Wir haben doch den ganzen lieben Tag nichts zu tun und konnten am Wochende nach Missiones fahren um uns der im Stich gelassenen Gefangenen annehmen und ihnen Beistehen wieder auf den richtigen Weg zu kommen. Nach der Entlassung muesste das von uns Einwanderern in Gang gesetzte Resozialisierungsprogramm weiter gehen. Der kriminell gewordene Mitbuerger könnte eine Zeitlang bei seiner Gastfamilie wohnen bis wir Arbeit für ihn gefunden haben. Vor allem wären die Deutschen gefragt, die am Land leben. Hier bei uns in der Stadt sind die Anreize zu groß, dass die Uebeltaeter wieder rückfällig werde könnten. Am Land sind sie besser aufgehoben. Nähere Auskünfte erteilt sicher gerne die Gefaengnissleitung. Bitte um zahlreiche Beteiligung an der Aktion.

    1. Ja klar, und die Vergewaltiger resozialisieren wir bei alleinstehenden Frauen, die Viehdiebe kommen auf eine Estancia und und die Kinderschänder machen wir zu Lehrern, Fussballtrainern, Ferienbegleitern …
      Ich hoffe, dieser Kommentar war ironisch gemeint, sonst Daumen aber so was von nach nach unten.

  2. @Asuncioner:
    Und solche hochqualifizierten Menschen müssen nun im Gefängnis ihren Arbeitseifer beweisen.
    Wäre doch schön von dir, Du als Fachmann für Alles könntest doch ein Resozialisierungsprogramm ins Leben rufen, es ließe sich doch auch in Asuncion verwirklichen bei deiner ausgeprägten Intelligenz.

    Du würdest dann zwar weniger Zeit haben deine überaus fachlichen und und kompetenten Artikel hier zu schreiben, aber wir, die Leser würden, so glaube ich, es sicher verschmerzen können.
    Ich mache den Anfang, du bekommst von mir die volle Unterstützung mit Hinweisen, ich wünsche Dir alles Gute und viel Erfolg.

  3. Ich weise mal auf den Satz hin: „Diese Durchsuchung ist so kurz vor dem Jahresende nicht unüblich“. Bitte mal alle um die Ecke denken!!! Die Handys und die Drogen werden dann bitte aus was gefertigt? Matratzen, Wäscheleinen??? Nein! Das ganze Zeug wird über korrupte Wärter hinein geschmuggelt, jetzt nehmen sie den Häftligen alles ab, damit diese Geld mobilisieren, um sich überteuert über die Wärter den ganzen Prast neu zusammen zu kaufen. Nächstes Jahr liegen da die gleichen Macheten. Es Weihnachtet, der Jährliche „Spendenmarathon“ der Polizei und Justiz läuft an. Auf der Straße, im Gefängnis… Da muss schon jeder Bürger etwas dazu beitragen;)

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