Städtischer Schlachthof mit eklatanten Mängeln

Mayor Otaño: Der städtische Schlachthof aus der Gemeinde Mayor Otaño soll es mit den Vorschriften bei der Behandlung von Tieren nicht so genau nehmen. Schlimmer noch, es kommt anscheinend zu eklatanten hygienischen Verletzungen, die die Verbraucher krank machen können.

Nun demonstrierten heute Vertreter von Tierschutz- und sozialen Organisationen vor dem Schlachtbetrieb. Als Unregelmäßigkeiten bei der Tierverarbeitung nannten die Demonstranten die Schlachtung ohne sanitäre Kontrolle, von kranken Tieren und den Verkauf von Fleisch ohne Kontrolle an örtliche Metzgereien.

Rogelio Duarte, einer der Organisatoren von dem Protest, erklärte, dass die kommunalen Behörden informiert worden seien aber keine Reaktion von Seiten des Bürgermeisters erfolge. Er macht sich Sorgen um die Gesundheit der Bewohner in der Stadt.

Duarte klagte darüber, dass eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft im Distrikt erfolgt sei, diese aber zurückgewiesen wäre. Zuerst, so die Strafverfolgungsbehörde, müsse das Vergehen bei dem Umweltsekretariat Seam angezeigt werden, dann könne die Staatsanwaltschaft einschreiten.

Wochenblatt / Itapuá Noticias

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5 Kommentare zu “Städtischer Schlachthof mit eklatanten Mängeln

  1. Es ist doch allgemein bekannt, dass das Fleisch von kranken Rindern und Pferden im Inland ohne großes Aufheben im Umlauf gebracht wird. Sanitäre Kontrollen sind gesetzlich zwar vorgeschrieben, werden aber leider nicht umgesetzt, da oftmals Schlachthöfe einflussreichen Personen gehören, für die, wie wir alle wissen, Recht und Gesetze eine andere Bedeutung haben.

  2. Da gab es vor Jahren einen aufschlussreichen Kommentar dazu und ich stell ihn mal in voller Länge hier ein:

    Conquistador
    24. März 2014 um 08:38

    Da nun die letzten Wochen in meiner Wahlheimat PY angebrochen sind, möchte ich doch die Gelegenheit nutzen etwas zu der Diskussion hier zu sagen:
    Ihr habt alle recht.
    Auch wenn sich viele über Almuts Kommentar aufgeregt haben, er hat besonders viel recht. Wer eine andere Erfahrung gemacht hat, der verdient hier sein Geld mit kleinen Brötchen, ist Angestellter oder arbeitet für eine sozialistische Vereinigung oder Glaubensgemeinschaft. Jeder der hier richtig gearbeitet hat, weiß es geht nicht ohne coima, stehlen und betrügen.
    Es gibt keine Rechtssicherheit, also gibt es auch kein Recht und erst recht keine Gerechtigkeit.
    Seit 1999 arbeitete ich hier im Export von Rindfleisch. Seit 2004 war ich Teilhaber eine Frigos. Der tägliche Finanzbedarf lag bei knapp einer Million USD am Tag und in der Spitze gaben wir 600 Menschen einen Arbeitsplatz.
    Wenn man aber in dieser Liga spielt (und von dieser Liga stammen die meisten Zahlen) dann bekommt man von der Senacsa Aftosa-Rinder zum wegschlachten, von der Konkurrenz Coli-Bakterien, von der russischen Mafia einen Überraschungserreger und in bezahlten Pressekampagnen sein Fett weg.
    Meist läuft dies aber alles völlig geräuschlos ab. Dein Mitbewerber kauft sich einen Staatsanwalt und verklagt dich wegen einer Plastiktüte im Rio (während alle wissen wie es hier aussieht), wir kaufen uns einen leitenden Mitarbeiter in einer Behörde, die sich den Präsidenten der Behörde und wir dann ein paar Monate später den Minister. Irgendwann werden die Bestechungsgelder so hoch, daß man Frieden schließt.
    Alle bekommen wieder ihre Genehmigungen und auch die Veterinäre vor Ort ihr Asado.
    Das ganze Land ist verseucht mit Maul- und Klauenseuche und so lange es keiner sagt, sind wir davon frei und der Rubel rollt. Geimpft wird wenig, betrogen viel. Die Transitabilidad ist einziger Witz und lediglich das Feigenblatt für die EU.
    Von interessierten Drogenbossen abwimmeln, für leitendende Mitarbeiter vieler Behörden Partys mit einer Armee aus Nutten zu geben, Coima-Verhandlungen zu führen bis hin zu Argumentationsverstärker zu finden, führten meine Aufgaben immer tiefer in diesen Sumpf. Wer dieses Spiel nicht mitmacht fliegt raus (wenn er Glück hat).
    Nach der Aftosa-Krise war ich nicht mehr bereit in diesem Haifischbecken zu schwimmen, denn wenn die Aktionen gegen dich größer werden, mußt du auch bereit sein zu noch größeren Reaktionen.
    Mein Fazit – wer hier in der ersten Liga spielen will, der muß sich seine Hände schmutzig machen und hat schon lange keine weiße Weste mehr, sonst würde er nicht bis zur ersten Liga gekommen sein. Wer natürlich hier unter dem Radar der Oligarchie bleibt, der kann recht ungestört sein Tagewerk verrichten. Doch PY hat sein Image zu recht und es wird noch sehr, sehr lange dauern, bis sich dies ändert, denn es ist ja nicht das Rechtssystem hier, sondern das Rechtsempfinden und das scheint ja genetisch/kulturell ein Problem zu sein.
    Man kann halt schneller den Mestizen aus der Gosse holen, als die Gosse aus dem Mestizen.
    Für meine Familie und mich geht ein spannendes und schönes, ein aufregendes und ekliges, ein abstoßendes und widerwärtiges Kapitel zu Ende. Wir waren hier glücklich und traurig und ich habe hier Freunde und Feinde gefunden. Am Ende haben wir einfach nur die Schnauze voll von diesen Extremen. Unsere Kinder waren hier im übrigen sehr glücklich, aber die leben hier ja auch unterhalb des besagten Radars. Darum haben hier auch immer alle recht, denn das janusköpfige Paraguay hat viele Facetten.
    Ich wünsche Euch und Paraguay nur das Beste.

    https://wochenblatt.cc/paraguays-image-im-ausland/#comment-33077

  3. Dem ist nichts hinzuzufügen. Könnte direkt von mir sein. Glücklicherweise lebe ich „unter dem Radar“, bin nicht auf Einnahmen hier angewiesen und von niemanden abhängig. Daher getraue ich mich den Mund aufzumachen und finde es nur traurig bis empörend wenn es „liebe Landsleute“ überhaupt nicht gerne sehen, daß man die Wahrheit offen ausspricht. Sind das nun Duckmäuser oder sind sie in dieses „System“ schon so tief integriert oder abgestumpft?

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