Totengräber: Undankbare und ungesunde Arbeit

Asunción: Totengräber haben nicht unbedingt den besten Ruf, bezüglich ihrer Arbeit. Jedoch irgendjemand muss diese Tätigkeit nun einmal verrichten.

Am Freitag wurde, zum Tag der Totengräber, im Rahmen einer Messfeier auf dem Friedhof Recoleta an die Menschen gedacht, die Gräber für Bestattungen vorbereiten.

Antonio Martinez, seit 24 Jahren Totengräber auf dem Recoleta Friedhof, erklärte, dass seine Arbeit viele Opfer verlange, den Schmerz der Angehörigen der Verstorbenen zu teilen, sowie unhygienische Bedingungen vorherrschen würden, unter denen er seine Arbeit von Montag bis Montag auf dem 23 Hektar großen Friedhof verrichte.

Martinez sagte weiter, dass sie bessere Werkzeuge und Schutzausrüstung bräuchten, um diese Aufgabe zu erfüllen. Er erinnerte an die Tragödie von dem Supermarktbrand Ycuá Bolaños, die er als die härteste Zeit erlebt habe. „Zu dieser Zeit, mit viel Regen, mussten wir etwa 87 Bestattungen vornehmen. In einer Grube waren drei Menschen zusammen und in vielen Fällen mussten wir Särge wieder verlegen, weil nicht die richtigen Verwandten zusammen beerdigt wurden. Es war sehr schwierig und ein großes Opfer für uns, aber das ist unsere Aufgabe, eine ungesunde Arbeit, Hitze ertragen und vieles mehr“, sagte er.

Martinez berichtet, dass er täglich Situationen erlebe, wie Kinder um ihre Großeltern oder Eltern weinen oder Familienangehörige für ihre verstorbenen Kinder trauern. Das Risiko, bei dem Ausheben eines Grabes oder dem Mauern eines Pantheons von einem Skorpion oder anderem Ungeziefer verletzt zu werden sei immer hoch, erklärte Martinez weiter.

„Wir sind stolz darauf, Totengräber zu sein. Das Einzige, um was ich die Leute bitte, ist uns besser zu verstehen. Wir sind auch nur Menschen. Einige Leute behandeln uns schlecht und lassen ihre Frustrationen für den Verlust ihrer Familie an uns aus, als ob wir dafür schuld hätten“, sagte er.

In der Gemeinde Asunción gibt es 17 Totengräber, die dafür verantwortlich sind, die letzte Ruhestätte von tausenden Einwohnern vorzubereiten.

Wochenblatt / ABC Color

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2 Kommentare zu “Totengräber: Undankbare und ungesunde Arbeit

  1. Ludwig vom Bettofen

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    Ja. Die Arbeit als Totengräber verlangt viele Opfer. Sonst gäbe es ja nur leere, letzte Ruhemöbel zu begraben.
    (Ja, @Wolfang, „letztes Ruhemöbel“, ein Wort resp. zwei, dass/die ich noch nicht kannte und auch nicht so schnell vergessen werde)

    1. @Ludwig vom Bettofen
      Nur leere, letzte Ruhemöbel.Ja das gab es schon.Klappsarg.Bestattung wie normal.Trauergäste sofern da oder alle fort.
      Meschanismus betätigt.Sarg aus der Grube gehoben.Der Tote ist im Grab,Grube zu und das war es.
      Klappsarg gesäubert und weiter gehts!
      Richtig,Totengräber ist nicht jedermans Sache.Verlangt auch Opfer.Wenn man auf Wachsleichen/halbe Mumien,je nach Boden kommt.Die man erkennt aus Lebzeiten sieht die Welt schon anders aus.Das geht auf die Nerven!
      Exhumierung das wird dann die harte Nummer ,jeden Totengräber.Bagger ok,mit Schaufel und Einzelteile,da braucht man was zu Trinken.
      Er führte Erdbegräbnisse an.Bessere Werkzeuge,Hilfsmittel,Schutzausrüstung es gibt alles.Bagger,für enge Stellen Schreitbagger,Grubensicherungsmaterial,Keiner möchte das bezahlen. Die Gruft über oder unter die Erde ist ja eine ganz andere Baustelle.Die Schutzbekleidung dafür kostet auch nicht die Welt.Geiz ist Geil!

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