Umgeben von Scharfschützen auf Niemandsland

Curuguaty: Nach einer ersten Untersuchung im Institut für ländliche Entwicklung stellte sich heraus, dass Ex-Senator Blas Riquelme nicht der Eigentümer der 1.748 ha Land in der Provinz Canindeyú ist und somit auch keine Anzeige wegen Besetzung und noch weniger wegen Entwaffnung von Landlosen hätte erbitten können. Anscheinend wurde auch hier mit Geld und Beziehung nachgeholfen. Die beteilgten Justiziare werden jetzt einer genauen Überprüfung unterzogen.

Im Jahr 1967 wurde das Landstück von der Industrie Union Paraguays (UIP) per Dekret dem Staat geschenkt welcher es allerdings nicht als solches im Katasteramt einschreiben ließ. 1975 besetzte das Grundstück Riquelme und beantragte später seine Enteignung wegen illegaler Inbesitznahme anderer. Juristische Vermessungen des Staates im Jahr 2005 wurden ebenfalls durch Anwaltliche Attacken Riquelmes unterbrochen. Somit ist es Niemandsland.

Eine Serie von Fotos die die Position der Landlosen und der Polizisten am vergangenen Freitag aufzeigt wurde nun verifiziert. Darauf zu sehen, rot umkreist sowie in Quadraten, wie die bewaffneten Angreifer und Scharfschützen, teilweise liegend im hohen Gras sich verstecken.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Gruppe auf den Moment trainiert wurde. Durch Infiltration sollte es an diesem Tag zu keiner gütlichen Einigung kommen. Die Scharfschützer waren rund um den „Treffpunkt“ postiert, hinter Büschen und im hohen Gras.

Bei dem Angriff, der auf dem Vidoo zu sehen ist starben am Freitagmorgen, 380 km nordöstlich von Asunción entfernt, 11 Landlose und 6 Polizisten.

Die Suche nach weiteren Opfern konnte nicht zufriedenstellend weitergeführt werden, da das Wetter nach wie vor schlecht ist.

(Wochenblatt / Última Hora)

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10 Kommentare zu “Umgeben von Scharfschützen auf Niemandsland

  1. Das finde ich sehr gut, wenn die Geodaten im Titel erfasst werden. Wusste doch, dass diese gute Idee schon andere hatten.

    Doch wo liegt denn das folgende Problem:
    Im ersten Absatz dieses Artikels steht geschrieben: …Ex-Senator Blas Riquelme nicht der Eigentümer der 1.748 ha Land in der Provinz Canindeyú ist…
    Weiss der Staat eigentlich nun, ob das Land in Privatbesitz ist oder nicht, oder wechselt dies jede Woche?

  2. Karl Steiner:
    die Vermesser arbeiten auch hier in Paraguay bereits mit GPS.
    Die Daten der Vermessungspunkte werden auch in den Titulo eingetragen, ebenso ins Registro.
    Ein/e seriöse/r Notar/in prüft, ob alle mit rechten Dingen zugeht.
    Leider meinen viele Käufer, sie müßten an einem ehrlichen Übersetzer „sparen“.
    Sie sind der spanischen Sprache zwar nicht mächtig, unterschreiben aber einen wichtigen Vertrag, ohne den Text lesen zu können.
    Entschuldigung, aber wer so handelt, dem geschieht es recht, wenn er über den Tisch gezogen wird.
    In Deutschland (oder wo auch immer in Europa ) würden sie so nicht handeln. Warum also hier in Paraguay ?
    Weil hier „alles so billig ist“ ?
    Weil das „Schnäppchen“ sonst weg ist ?
    Weil der „liebe Freund“ (Makler gleicher Nationalität) als Übersetzer „nichts kostet“ ?

    Gier frißt Hirn

  3. Im ersten Absatz dieses Artikels steht geschrieben: …Ex-Senator Blas Riquelme nicht der Eigentümer der 1.748 ha Land in der Provinz Canindeyú ist…
    Erstens war ich der Meinung dass es in Paraguay ein „Grundbuchamt“ gibt, dort wo die grünen Titulos ausgestellt werden. Zweitens fragt man sich wofür es ein weltweites GPS (Global Positioning System) gibt. Paraguay sollte das System, wie das Eigentum von Grundbesitz geregelt wird, wohl überarbeiten. Dazu gehören die geografischen Eckdaten der Grundstücke (Längen- und Breitengrad) exakt in den Titulo. Am Geld kann es nicht liegen, so ein GPS-Gerät ist nicht teuer. Warum schafft es Paraguay nicht die Grundbesitze ein für alle Male zu regeln? Natürlich ist es für Einwanderer wichtig, kein Grundstück von Deutschland aus zu kaufen. Sie müssen das Grundstück unbedingt persönlich besucht haben. Verlangen Sie unbedingt eine notariell beglaubigte Kopie des Titulos (grünes Papier mit goldenem nummerischem Aufkleber) und eine Kopie der Cedula (ID) des Eigentümers und vergleichen Sie, ob das Grundstück wirklich auf den Inhaber der Cedula ausgeschrieben ist. Ist der Inhaber verheiratet, so braucht es für den Verkauf des Grundstückes auch die Unterschrift des Ehepartners. Am besten machen künftige Auswanderer erst einmal Ferien in Paraguay und fahren die Strassen ab um gleich aufgrund der an den Grundstücken ausgeschriebenen Telefonnummern Preise zu erfragen, damit sie sich ein Überblick über die Preise beschaffen können (am besten lassen sie einen befreundeten Einheimischen fragen, denn aufgrund ihrer Augenfarbe (Gringos) kann es sehr viel mehr kosten als für Einheimische). Ausländer werden für das Grundstück meist den ganzen Betrag auf einmal bezahlen, daher ist um Preisnachlass zu erfragen, da der Paraguayer Grundstücke meist nur durch monatliche Abzahlung bezahlen kann. Passen Sie auf, denn der ehemalige Besitzer „verstorben“ sei! Achten Sie, dass es eine direkte Strasse zum Grundstück gibt. Denn wenn Ihr künftiges Grundstück nur über die Strasse des Nachbarn erreichbar ist, so müssen sie ein leben lang Gutfreund mit ihm bleiben. Das Grundstück sollte bereits einen sauberen Titel sowie einen eigenen Wasser und Stromanschluss haben. Sie können durchaus auch Land kaufen, welches noch keinen Titulo hat, ist meist auch billiger als mit Titulo, aber hier ist zur höchsten Vorsicht geraten!mLeisten Sie keine Anzahlung, auch wenn 100 mal nach „quiero Entrega“ geschrien wird! Dieses Geld sehen Sie nie wieder. Alles, wirklich alles läuft über einen Notar Ihrer Wahl. Dieser bekommt die Anzahlung und Sie lassen sich einen Contrato Privado aufsetzen, in welchem festgehalten wird, dass der Verkäufer sein Geld erhalten wird, wenn Sie die Schlüssen haben, das Grundstück zum Termin auch verlassen wurde und noch alle wertvollen Bäume stehen. Machen Sie sich bewusst, dass Sie sich gegen jegliches Szenario absichern müssen. Sonst sind die alten Besitzer noch nicht ausgezogen, wenn doch, die Bude noch voller Ware, Strom- und Wasserrechnungen noch nicht bezahlt (die Sie als neuer Eigentümer bezahlen müssen) und die wertvollen Lapachobäume gefällt und verkauft!

    1. Klar und deutlich von ihnen aufgezeigt, nun sollte nichts mehr verquer laufen. Kommt hinter ein Echtheitszertifikat
      noch ein anderes, wie bei den russischen Steckpuppen Matrjoschkas?

  4. Sorry, aber schaut euch das Video noch einmal an. Da werden Quadrate präsentiert, die den Ton nicht bestätigen. So manipuliert man Menschen. Ganz einfach ist das. Funktioniert immer.

  5. Grrrrr, ich finde die Behörden hätten schon VOR der Räumungsaktion abklären müssen, wem dieses Land gehört, also Eigentümer ist.
    Man o man, es kann doch nicht so schwierig sein die Angelegenheit abzuklären, am besten öffentlich. Gehört diese Land niemandem, so sollte es in den Besitz des Staates zurück gelangen. Da kann der Staat den Landlosen von mir aus etwas Land schenken, die Landlosen sollen sich aber auch damit begnügen, dass sie nicht die Rosinen bekommen, sondern zufrieden sein, dass sie überhaupt etwas bekommen.
    Es ist schlimm, was geschichtlich geschehen ist, dass Einheimische ihres Landes beraubt worden sind, doch dies lässt sich nicht mehr rückgängig machen, sonst müssten alle Nachfahren der Europäer den Amerikanischen Kontinent verlassen.
    Es geht nicht an, dass die x-te Generation der Nachfahren Indigener heute Ansprüche auf Land stellt. Sollen sie sich ihren Grundbesitz erarbeitet wie jeder andere auch!

    1. Herr Steiner,

      ein paar Anregungen für sie zum Nachdenken.

      1) Die Besitzverhältnisse sind bei vielen großen Ländereien in Paraguay sehr nebulos. Es gibt hier ja kein Grundbuch, in diesem Sinne wie aus Europa bekannt.

      Hier fallen auch regelmäßig Deutsche Zuwanderer auf die Nase, wenn sie Land kaufen – von Leuten denen es gar nicht gehört! Da gab es schon Fälle, wo Land gekauft wurde, ein Haus gebaut und 5 Jahre drinnen gewohnt….nur um dann festzustellen, daß Land gehörte Ihnen niemals. Ja, das ist Paraguay!

      2) Die sog. „Landlosen“ sind KEINE Bauern. Weder wissen sie etwas über Landwirtschaft, noch haben sie ein Interesse an dieser (anstrengenden) Tätigkeit.

      Diese Menschen sind eine Art „Hartzer für Arme“. Die ziehen von Landstück zu Landstück, besetzen es und lassen es sich irgendwann schenken. Noch während der Besetzung werden die noch-zu-schenkenden Ländereien bereits gehandelt/verkauft.

      Nach der Schenkung machen diese Leute – oft unter neuem Namen – an anderer Stelle das selbe Spiel.

      Erwähnenswert ist die Tatsache, daß es sich bei den Anführern häufig um aktive Sozialisten bzw. Kommunisten handelt. Nicht selten mit vielen, vielen Vorstrafen.

    2. Es ist hier immer eine Frage des Geldes.
      Wer gut schmiert der gut Fährt.
      Dieser Staat wird sich wohl nie ändern.
      Es sitzt alles tief in den Köpfen der sogenannten Oberschicht.

  6. Der Ex-Senator Blas Riquelme ist nicht der Eigentümer der 1.748 ha Land in der Provinz Canindeyú, so wie ich das hier gelesen habe. Es wurde mal wieder auf hoher Amigohirarchie gemauschelt.Also da soll doch mal ein heiliges Donnerwetter in die ganze morsche Angelegenheit fahren.

    Wenige zu allem entschlossene skrupelose Terroristen haben die Polizisten aufgelauert und kaltblütig erschossen und die vielen zivilen Opfern mit eingeplant. Wie kann man nur so für eine gerechte Sache kämpfen? Unschuldige müsse erst mal verheizt werden, um den morschen paraguayischen Staat zu stürzen oder geht es noch um andere Dinge?

    Persönlich bin ich der Meinung, dass es friedlich ablaufen muss. Mahatma Ghandi ist ein Beispiel dafür.

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