USA beschuldigt Institutionen wegen Beihilfe zur Geldwäsche

Asunción: Die Financial Action Task Force of Latin America (Gafilat), die die Maßnahmen des paraguayischen Staates zur Bekämpfung von Geldwäsche und Korruption im Allgemeinen vor Ort prüft, wurde gestern überrascht, als ein Gesuchter gefangen genommen wurde.

Zufall oder nicht. Die örtlichen Behörden haben gestern Kassen Mohamad Hijazi, einen brasilianischen Staatsbürger libanesischer Herkunft, der in Ciudad del Este lebt, festgenommen, am selben Tag, an dem die US-Regierung ihn und zwei weitere Personen, Khalil Ahmad Hijazi (ebenfalls libanesischer Herkunft) und Liz Paola Doldán (Paraguayerin), mit Sanktionen belegt hat, weil sie “Teil eines Korruptionssystems in Paraguay sind, das die Ausbreitung der organisierten Kriminalität fördert”.

Kassen Hijazi, ein von der US-Justiz gesuchter Mann, wurde bei einer Operation im Zentrum von Ciudad del Este zwischen den Avenidas Boquerón und Abay festgenommen.

Die Informationen deuten darauf hin, dass der Verhaftete und die paraguayische Frau “enge Beziehungen” zu Politikern, Polizisten, Staatsanwälten, Zollbeamten und Inhabern von Geldwechselunternehmen in der Stadt unterhalten, die ihm Schutz und wirtschaftliche Macht gewähren, um im Dreiländereck zu operieren.

Richter José Agustín Delmás unterzeichnete die Operation in Übereinstimmung mit einer Anordnung des US-Bezirksgerichts für den südlichen Bezirk von New York wegen “Verschleierung von Geldwäsche, Betrieb eines nicht lizenzierten Geldüberweisungsgeschäfts und internationaler Geldwäsche”.

Das Verfahren wurde von Staatsanwalt Marcelo Pecci und Spezialagenten der Senad mit Unterstützung der DEA der US-Regierung durchgeführt.

Die Festnahme zu Auslieferungszwecken erfolgte gestern um 08:54 Uhr auf dem Parkplatz, als er mit seinem Fahrzeug in das Gebäude einfuhr, um seinen Arbeitstag in seinem Büro im zehnten Stockwerk zu beginnen, das von dem Komitee durchsucht wurde. Gegen 15:00 Uhr verließen sie das Gebäude und brachten den Häftling weg.

Hijazi gilt als Ziel von hohem strategischen Wert für die Region und mehrere Sicherheitsbehörden. Er soll der Anführer einer Organisation sein, in der er die Ressourcen und die Infrastruktur bereitstellt, um die Wäsche von Hunderten von Millionen Dollar zu erleichtern, die von großen internationalen organisierten Verbrecherbanden in den Vereinigten Staaten und Südamerika im Zusammenhang mit dem Drogenhandel erwirtschaftet werden.

Der schwer bewachte Mann wurde mit einem Leichtflugzeug nach Asunción geflogen, wo er festgehalten werden soll.

In einem gestern veröffentlichten Bericht erwähnt das US-Finanzministerium auch Khalil Ahmad Hijazi und Liz Paola Doldán.

Der Bericht steht im Zusammenhang mit dem globalen Magnitsky-Gesetz, das Washington auf Menschenrechtsverletzungen und Korruption in der ganzen Welt anwendet.

Ersterer ist ebenfalls libanesischer Herkunft und wohnt in Ciudad del Este, wo er dem Bericht zufolge Eigentümer des Unternehmens España Informática S.A. ist, das sich mit dem Transport von Waren in Länder wie die Vereinigten Staaten, Uruguay und China befasst.

Paola Doldán, die einzige auf der Liste, die gebürtige Paraguayerin ist, wurde als Frau identifiziert, die als Vermittlerin für die Einfuhr von Produkten, vor allem elektronischen Geräten, aus den USA arbeitet.

Den Ermittlungen zufolge nutzte Doldán ihre Firma Mobile Zone International Import-Export S.R.L., um Produkte aus Miami, Florida, nach Paraguay zu bringen und sie so aussehen zu lassen, als seien sie billiger und daher weniger zu versteuern, so das Finanzministerium.

Sie behaupten, die Frau sei eine Partnerin des inzwischen inhaftierten Kassen Mohamad Hijazi, mit dem sie zu falschen Zwecken ein Bündnis eingegangen sei und in diesem Teil des Landes gearbeitet habe.

Der Bericht schließt mit der Feststellung, dass “die Vereinigten Staaten sich verpflichtet haben, Paraguays Bemühungen zur Bekämpfung der Korruption und zur Förderung der Rechenschaftspflicht für diejenigen, die die staatlichen Institutionen untergraben, zu unterstützen”.

Staatsanwaltschaft beantragt, das Verfahren gegen Doldán einzustellen

Liz Paola Doldán, eine der im Dokument genannten Personen, die bereits 2019 als mutmaßliche Drahtzieherin einer Steuerhinterziehung in Höhe von 678.300.678 US-Dollar (von 2014 bis Mai 2019) beim Kauf von High-End-Mobiltelefonen angeklagt wurde, wurde gestern zusammen mit 14 weiteren Personen angeklagt.

Die Staatsanwälte Francisco Cabrera und Liliana Alcaraz beantragten die bedingte Aussetzung des Verfahrens, was Richter José Agustín Delmás ablehnte und ein Widerspruchsverfahren anordnete. Die stellvertretende Staatsanwältin Soledad Machuca beantragte im Namen der Staatsanwaltschaft eine vorläufige Aussetzung des Verfahrens, die vom Gericht gewährt wurde.

Wochenblatt / Última Hora

CC
CC

Der Zweck dieses Dienstes ist die Wertsteigerung der Nachrichten und um einen flüssigeren Kontakt zu den Lesern zu etablieren. Kommentare sollten an das Thema des Artikels angepasst werden. Die Kommentatoren sind ausschließlich für den Inhalt verantwortlich, der sachlich und klar sein sollte. Schimpfwörter und persönliche Beleidigungen sowie Rassismus werden nicht geduldet.

7 Kommentare zu “USA beschuldigt Institutionen wegen Beihilfe zur Geldwäsche

  1. Sehr gut so. Wenn die paraguayischen Politiker und ihre Justiz nicht willens sind, diesen korrupten Saustall hier endlich aufzuräumen, dann muß dies eben auf Druck von außen geschehen. Letztendlich geht es um den Wohlstand eines ganzen Volkes das von einer brutalen Clique seit Jahren ausgesaugt wird. Besser wäre es natürlich, wenn es die Paraguayer selbst tun könnten, aber das funktioniert ja leider offensichtlich nicht. Und wer außer den USA sollte dazu die Möglichkeiten haben? Rußland unter Putin bestimmt nicht, denn Rußland steht auf der internationalen Korruptionsliste auf Platz 169, gleichauf mit der Ukraine.

  2. Huldreich Ritter von Geilfus

    Sind es Araber so sind es Geldwaescher fuer terroristische Organisationen.
    Da die Taliban und Hamas ja nicht selber Waffenfabriken unterhalten so muessen sie die eben irgendwie kaufen – dazu braucht man meist Drogen die man den Waffenfabriken als Bezahlung gibt und/oder Geldwaescher die die Drogen in Geld wechseln. Dealer vertickt schnell die gebrachten Drogen an die Deutschen und haendigt das Geld dem Geldwaescher aus der dieses dann HK, Glock und anderen Waffenfabrikanten gibt, Waffen die dann zu den Taliban und anderen islamischen Betbruedern gehen die dann wiederum als Migranten nach Deutschland reisen als Schlaeferzellen um den Westen zu erobern.
    Sind es Araber so ist die Sache klar.

      1. sage mal einer, die Taliban sind schlechte Menschen – auf die kann man sich verlassen…

        https://web.de/magazine/politik/taliban-ausreisemoeglichkeit-us-truppenabzug-36117850#.homepage.hero.Taliban%20sagen%20Ausreisem%C3%B6glichkeit%20nach%20US-Truppenabzug%20zu.2

      2. Huldreich Ritter von Geilfus

        Das tut heute nichts zur Sache und ist nicht mehr zu ändern. Die Taliban wurden mal als Mudschaheddin von den Amis geschaffen um die Soviets da rauszuwerfen.
        Die Flinte geht nun manchmal nach Hinten los.

Kommentar hinzufügen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.