Von 10 Einwohnern haben nur sechs Wasser

„Die Darlehen, die multilaterale Organisationen für die Trinkwasserversorgung in das Land pumpen, spiegeln sich nicht im Alltag von etwa 40% der Bevölkerung wider, die nicht über einen Anschluss verfügen“, sagte Paula Burt von der Avina Stiftung. Es gebe ein absolutes Chaos in dieser Sparte, sei es bei der Anzahl der Verbraucher oder den Brunnen, parallel dazu fehle eine Ordnung in der Politik.

Die Avina Stiftung ist eine Nichtregierungsorganisation und hat Spendengelder für eine neue Zisterne im Chaco gesammelt, Burt fragt sich aber, warum die öffentliche Wasserpolitik so schleppend voran geht.

„Jedes Jahr werden Millionen von US Dollar in dieser Branche investiert, aber die Steigerungsrate beträgt nur 1%. Es gibt eine klare öffentliche Vorgabe, dass die Deckung erhöht werden soll, nicht nur in kleinen Dörfern sondern überall im Land soll ein Versorgungssystem entstehen, das aber auch aufrechterhalten werden kann. Es wird viel Geld für das Brunnengraben, Wasserspeicher und die Installation ausgegeben, die Menschen, die dieses System dann verwalten sollen, sind dafür allerdings nicht ausgebildet“, sagte Burt.

Sie fügte hinzu, dass die Erssan (Regulator der Gesundheitsdienste) vergangenes Jahr festgestellt hat, dass 63% der Bevölkerung fließendes Wasser haben, 37% aber keines.

„Paraguay bekommt über die Institutionen der Weltbank, Focem oder IDB jedes Jahr Fördergelder in Millionenhöhe, aber es gibt immer noch Menschen ohne Wasseranschlüsse. Insgesamt müssten eigentlich 3.500 zentrale Wassersysteme bestehen, laut den Daten der Erssan aus dem Jahr 2013 sind es nur 2.522“, sagte sie.

Des Weiteren komme noch ein weiterer Faktor hinzu, sagte Paula Burt, das Fehlen vieler Wasserzähler mache die Nutzer sorglos, sie kümmern sich nicht darum, ob irgendwo ein Leck entstanden ist und das Wasser sinnlos abläuft. Dabei entstehe ein Mangel in der Versorgung anderer Nutzer durch den fehlenden Wasserdruck im Gesamtnetz. Der Konsument wäre verantwortungsbewusster wenn ein funktionierendes Messgerät existiert und er für die tatsächlichen Verbrauch bezahlen muss.

Quelle: ABC Color, Foto: AVINA

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7 Kommentare zu “Von 10 Einwohnern haben nur sechs Wasser

  1. Das läuft bspw. bei einem neuen Tiefbrunnen immer so ab (eigene, persönliche Erfahrung):
    Der Beauftragte der zuständigen Gemeinde organisiert die Tiefbrunnenfirma und alles weitere.
    Der Tiefbrunnen wird auch tatsächlich gebohrt und in Betrieb genommen. Jetzt wird abgerechnet:
    Der Beauftragte rechnet gegenüber der Gemeinde/Organisation 100 Mio. G$ ab, die Tiefbrunnenfirma und alle anderen
    bekommen in Summe jedoch nur 70 Mio. G$.
    Der andere Fall war, dass garnichts gemacht wurde, außer, dass der Beauftragte sagte, dass es an dieser Stelle kein
    Wasser gibt. Abrechnung: angebliche Probebohrung für 80 Mio. G$. 50% an die Firma, den Rest in die eigene Tasche.

    Das sind nur zwei Beispiele. Aber so geht es immer und keinem fällt es auf, oder darf….

  2. Warum muss man drei Jahre auf eine Wasseruhr warten wenn man ein Häusle baut oder umbaut???

    ESSAP sollte mal die Pool-Besitzer kontrollieren, die ihre Pools des Öfteren mit Trinkwasser aus der Leitung füllen (vorher

    wird aber vorsorglich die Wasseruhr abgeklemmt),die Capatas sind da sehr clever.

    Dies vor allem von den sog. Urlaubern während der Tempora in Sanber……

    1. Mein Tipp: Besorg dir eine geeichte Wasseruhr aus Deutschland – aber keine chinesische Prodktion. Die kannst du im Internet kaufen und von Freunden herschicken lassen. Das kostet nicht die Welt und du hast eine Wasseruhr, die richtig anzeigt, lange hält und nicht so leicht manipuiert werden kann, wie die Schrottteile, die hier eingebaut werden. Das habe ich selbst schon desöfteren hier erlebt. Die Wasserbetriebe maulen zwar beim Einbau einer eigenen Uhr, können aber schlecht ablehnen, wenn die Bauart den hiesigen entspricht. Speziell in der Sommerzeit wird gern manipuliert, weil die Wasserbetriebe dann sagen können, wir hätten zu viel Wasser für den Pool oder die Pflanzen benötigt…. Ich hatte das bei mir mal genau kontrolliert – und hätte jeden Tag das Wasser 6 Stunden lang volle Pulle laufen lassen müssen, um auf den angegebenen – und angezeigten – Wert kommen zu können. Das war aber kein Grund der Einsicht der Herrschaften….

  3. Da wuerde ich mal sagen das ist sicher das wenigste das meiste ist wasverursacht wird durch nicht reparierte Rohre und tagelange rinnen der Rohre und wenn du zur Essap gehst Reklamieren lachen sie dich an ode aus und erzaehlen dir sie habn so vielzu tun moechte nicht wissen wieviele zig 1000 de von litern hier jeden Tag weglaufen oder schwarze die das wasser einfach so genommen wir und noch ueber die Strasse ein Rohr legen und das schon keine Ahnung wie viele Jahre und keiner madht was und das in Caacupe bzw.Barrio San francisco .

  4. Liebe Leserinnen, liebe Leser, wie bei allem in diesem Land liegt es am mangelndem Bewusstsein der Nutzer. Wasser kostet ja nichts und dann hat es auch keinen Wert! Wo soll die Regierung anfangen. Wie oben berichtet, leben wenige sehr gut von dem Mangel!
    Wir sind hier im wasserreichsten Land der Erde und jeder glaubt es ist genügend vorhanden. Wir alle sollten ein Beitrag dazu leisten und darauf achten, dass in unserem Umfeld sorgsam mit den Ressourcen umgegangen wird. Immer und immerwieder sollten wir in den Gemeinden darauf hinweisen wenn Lecks vorhanden sind. Es fotographieren und ggf. an die öffentlichen Sender geben! Das öffnet Bewusstsein.
    Auch wenn wir einen eigenen Brunnen haben sollten wir schauen, das wir achtsam mit dem Wasser umgehen. So wenig wie möglich mit Chemie umgehen usw. Es ist unser wichtigstes Lebensmittel. Wir Ausländer haben es gelernt und es ist unser Beitrag hier es positiv vorzumachen! Euch noch eine schöne und bewusste Zeit!

  5. Der Grundwasserspiegel in PY ist relativ hoch und kann mit einem konventionellen Brunnen schon mit einer Tiefe von etwa 7 m erreicht werden. Vielleicht sollte man das Wasser nicht trinken, aber fuer alles andere dient es wie Garten, Schwimmbad, Duschen und Autowaschen. Zum trinken besser abkochen, so man keine Analyse der Wasserqualitaet machen lassen will.

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