Wasserzähler werden vermehrt gestohlen

Asunción: Jeden Monat werden in der Hauptstadt von Paraguay und den anliegenden Vororten immer mehr Wasserzähler von dem staatlichen Versorgungsunternehmen Essap gestohlen. Der Schaden ist enorm.

Zwischen April und Mai waren es 90 Wasserzähler. 70% davon entsprechen denen, die im Jahr 2015 für 8,5 Millionen US-Dollar über einen Kredit der Weltbank erworben wurden. Jedes Gerät verursacht dem staatlichen Wasserunternehmen Essap einen Schaden in Höhe von etwa 77 USD.

Laut David Yudis, Leiter der Abteilung für das Zähler-Management bei der Essap, werden durchschnittlich 20 Zähler pro Monat gestohlen. Die am stärksten betroffenen Gebiete in Asunción sind: Zevallos Cue, Trinidad, Loma Pytá und Tablada, sowie die Vororte Lambaré und Luque. Alle Vorkommnisse werden der Rechtsabteilung des Unternehmens gemeldet, um dann eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft durchzuführen. Yudis berichtete, dass jeden Monat etwa 500 Aufträge für einen Zählerwechsel erfolgen würden, aber sie nicht umgesetzt werden könnten, weil die verfügbare Ausrüstung fehle.

Der Diebstahl von Zählern schädigt auch die Benutzer, da sie ohne den Dienst bleiben, bis Angestellte der Essap sie direkt mit dem System verbinden. Von dort an zahlen sie eine Summe, die von Essap für einen angeblichen Verbrauch festgesetzt wurde, entsprechend dem Betrag ihrer letzten Rechnung.

Es wird vermutet, dass die Diebe mit dem Verkauf der Elemente, aus denen das Gerät besteht, gutes Geld verdienen, wie zum Beispiel Bronze, die sich leicht auf dem Schwarzmarkt vermarkten lässt. Andere Quellen deuteten andererseits an, dass die Benutzer selbst hinter den Diebstählen stecken würden, weil sich viele über den hohen Umsatz nach dem Einbau eines Wasserzählers beklagten.

Rund 350.000 Kunden versorgt das staatliche Unternehmen Essap im ganzen Land. Die meisten davon zahlen nicht für den tatsächlichen Verbrauch, entweder weil sie keine Zähler haben oder alte Geräte besitzen, die ihre Nutzungsdauer bereits erreicht haben.

Dieser Mangel an Verbrauchsmessgeräten wirkt sich auf die Abrechnung aus, da die Nutzer einen geringeren Betrag für den wirklichen Verbrauch des Wassers bezahlen.

Wochenblatt / ABC Color

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6 Kommentare zu “Wasserzähler werden vermehrt gestohlen

  1. Interessant, was die Paraguayer so als lukrativ ansehen? Manchmal wärs sicher ertragreicher, sich was Sinnvolles auszudenken um Geld zu verdienen, aber da müsste man ja das Gehirn einschalten, stehlen ist da wohl simpler, wenn auch nicht ertragreicher?

  2. Den Zähler ab zu schrauben ist ja keine große Hürde. Jeder Zähler hat eine Nummern, die geklauten müssen sich doch finden lassen.Oder sie benützt jemand als Zwischenzähler
    Ich wüsste was ich machen Tät:“Zähler mit Gitter versehen,innen einen Elektroschocker/umgebauten Marderschreck mit mehr Power gut versteckt verbauen und gut vor verschießen.“

  3. So kann man zwei Fliegen mit einer Klatsche schlagen:

    1.) Es gibt ein Kilo Messingschrott.
    2.) Niemand rechnet das verbrauchte Wasser für die Fehlzeit des Zählers ab.

    Niemand sollte Wasser zählen und bezahlen in einem Land, in dem es viel mehr als 1200 mm pro Jahr regnet.

    (Aber die Bürokraten wollen auch ein arbeitsfreies Einkommen.)

  4. Hätte ich nicht direkten Kontakt mit der technischen Leitung von ESSAP haette ich bis heute kein Wasserzaehler und muesste viermal mehr bezahlen als ich verbrauche.
    Das Kunden, die sehr viel Wasser verbrauchen selber den Wasseranschluss abschrauben halte ich für moeglich, ist aber schwer zu kontrollieren.
    ESSAP sollte sich in ihrem Interesse informieren, wie man Wasseranschluesse moeglichst diebstahlsicher anbringt. Aber so wie ich die kenne, kommt dann ein Vorschlag den Anschluss an die Wand anstatt an den Bürgersteig umzulegen und mit Gitter zu sichern, auf Kosten des Nutzers natürlich.
    Digitalzähler mit Drahtlosübertragung – das würde die Kapazitäten von Essap weit übersteigen.Daran ist nicht mal in 50 Jahren zu denken.Und man müsste wieder einen Kredit bitten.

  5. In einem Land, wo als potentiell terroristisch veranlagter unbescholtener Bürger hinter unter jedem Mango Baum ein Teig des Bundesnachrichtendienstes BND, äh, pardon, ein gschaffigen Paraguayer, wartend bis Mill hinunterfällt und bei 120 dB Julio Iglesias zuschaut, wie sein Müll abfackelt, um sein Sixpack Billigbier zu retablieren und dabei erst noch seinen Kindern was mit auf den Weg gibt an Freizeitbeschäftigung, da würde ich im nicht geistreich und nicht witzig bei niemandem vor der Haustür seinen Wasserzähler ausbauen.
    Es könnte nämlich sein, dass mir jemand dabei zuschaut. Außer ich verkleide mich als ESSAP Mitarbeiter, da würde das nicht so auffallen, obwohl da den Grundstückbesitzern auffallen würde, wenn plötzlich kein Terere – Beigemüse mehr aus der Leitung kommt.

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