Wegen der Bitte nach leiser Musik tätlich angegriffen

Asunción: Noelia Quintana Villasboa, Historikerin und ehemalige Kandidatin als Abgeordnete, prangerte an, von ihren Nachbarn angegriffen worden zu sein, weil sie um leise Musik gebeten habe.

Sie wurde angeblich geschlagen und getreten, nachdem sie gebeten hatte, die Musik leiser zu drehen.

Der Vorfall ereignete sich am Dienstag, gegen Mitternacht, im Stadtteil Obrero von Asunción. Laut den Daten der Anzeige habe Quintana ihre Nachbarn gebeten, die Lautstärke der Musik zu senken. Daraufhin sei sie tätlich angegriffen worden.

Laut Margarita Villasboa, der Mutter des Opfers, haben die Angreifer ihr das Smartphone zerstört und die Brille zerbrochen.

„Als ihre Mutter bekunde ich meine Ablehnung dieser Barbarei gegenüber einer Person, die mit der Bildung, die sie charakterisiert, nur darum gebeten hat, dass die Lautstärke der Musik gesenkt wird, um sich auszuruhen“, schrieb Villasboa auf dem Facebook-Profil ihrer Tochter.

Anscheinend hatte sich die Situation über mehrere Tage wiederholt. Die Behörden hätten jedoch auf Beschwerdeanrufe nicht reagiert.

Der Anwalt von dem Opfer, Rafael Pérez, sagte, dass der Fall angezeigt worden sei. Man habe alle notwendigen Fakten, um alles, was passiert sei, zu beweisen. Außerdem sagte er, dass mehrere Bewohner in der Nachbarschaft bestätigt hätten, dass es eine Lärmbelästigung gegeben habe.

Das Gesetz Nr. 1.100 / 97 über die Vermeidung von Lärmbelästigung legt folgendes fest: “Es ist im gesamten Gebiet der Republik verboten, störende Geräusche zu verursachen, wenn sie sich aufgrund von Zeit, Ort oder Intensität auf die Ruhe, die Gesundheit und die materiellen Güter der Bevölkerung auswirken“.

Die Verordnung stellt in Artikel 7 fest, dass Lärm und störende Geräusche diejenigen sind, die aufgrund ihrer Intensität oder Dauer zu einer akustischen Belästigung führen oder die körperliche oder geistige Gesundheit von Menschen schädigen können.

Im Rahmen des Gesetzes zur Vermeidung von Lärmbelästigung wird auch der Betrieb von mechanischen Antriebsfahrzeugen ohne Schalldämpfer auf öffentlichen Straßen verboten.

Wochenblatt / Ultima Hora

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8 Kommentare zu “Wegen der Bitte nach leiser Musik tätlich angegriffen

  1. Ja du darfst ja schon gar nichts mehr sagen witst angegriffen das kann nocht sein denen fehlt es an respekt ein wenig an sich was zu halten so wie mit muell sagst was wenn wer was wegschmeisst wirst gleich fast erschlagen mit etwas

  2. Auch so ein Gesetz an das sich niemand hält und für deren Durchsetzung niemand zuständig ist. Wird wie viele andere „gute Gesetze“ unter der Rubrik „nicht durchführbar“ geführt. Was ich aber nicht verstehe ist, daß weder die Gemeinden noch die Polizei auf Bitten und Anzeigen von belästigten Bürgern einschreitet und für Abhilfe sorgt. Sind die Gesetze in Paraguay sogenannte „Kann-Gesetze“ oder „Muß-Gesetze“? Im letzteren Fall wäre die Polizei, evtl. die Gemeinde, VERPFLICHTET bei Gesetzesverstößen einzuschreiten. Offensichtlich aber kann hier jeder tun und lassen was er will. Neben IGNORANZ und VERANTWORTUNGSLOSIGKEIT prägen offensichtlich viele Menschen auch noch die Charaktereigenschaften INKONSEQUENZ & RÜCKSICHTSLOSIGKEIT! Ist eigentlich klar, wenn den Menschen von Klein auf keine entsprechenden Werte vermittelt werden (was wird hier überhaupt vermittelt?), dann sind das eben die Früchte dieser „Nichterziehung“. Das gleiche können wir in Deutschland wunderbar mit Einzug der Kulturbereicherung an Merkels Gästen und deren Förderer aus CDU-links-rot-grünen Volksumerziehungs-Ideologen fest stellen. Das nenne ich ein mutwillige Kulturverarmung einer einstmals hoch-kultivierten Nation!

  3. Paraguay ist nunmal total rechtsfreier Raum, das muss man begreifen.
    Wer sich hier nicht anpasst tappt promt in die Falle, recht gilt hier auschliesslich nur für denjenigen, der es bezahlen kann, Punkt!

  4. In einer zivilisierten Welt hat man Ruecksicht auf die Dame und macht die Musik leiser oder ganz aus – erledigt.
    Das solche simplen Bitten offensichtlich als Beleidigung aufgefasst werden und sogar handgreiflich werden, laesst bei den entsprechenden Personen tief blicken.
    Viele Leute koennen selbst mit wohlgemeinter Kritik nicht umgehen, wurde ja schon hier im Wochenblatt ausgiebig diskutiert.
    Bei solchen Faellen muss leider die Polizei antanzen und ein ernstes Wort mit den Verursachern reden, aber leider hat man selbst gegenueber den Polizisten nicht den noetigen Respekt – naja teilweise verstaendlich wegen des schlechten Rufes.

  5. Dass es in Paraguay an Disziplin, Rücksichtnahme, Bildung, Respekt und an Manieren fehlt, dürfte wohl klar sein. Dass diese Mängel noch nicht einmal von den oberen Instanzen angegangen werden, lässt darauf schliessen, dass Kultur hier überhaupt keine Bedeutung hat.

  6. In Asunción wurde vor etwa 15 Jahren (genau kann ich mich leider nicht mehr erinnern) in einer
    Sackgasse eine Discothek installiert. Doch nur wenige Tage währte das Vergnügen.
    Warum? In der Straße hat oder hatte zumindest zu der Zeit eine Fabrikantenfamilie ihr Domizil.
    Der verursachte Lärm; auch von den Fahrzeugen; reichte hier aus, daß die Stadtverwaltung nach
    einer Beschwerde SOFORT eingriff und der Laden dicht gemacht wurde.
    Es kommt halt immer darauf an, WER belästigt wird.

    1. Hehe, gutes Beispiel. Aber auch dass man eine Diskothek in einem Wohngebiet genehmigt, sagt wieder so einiges aus ueber die stuemperhafte Arbeit in den Behoerden. Naja, hauptsache alle Dokumente sind zigfach beglaubigt und die Gebühren wurden entrichtet. Alles andere ist egal.

  7. Hatte das gleiche Problem vor 7 Jahren! Wenn ich reklamierte wurde die Musik lauter gestellt! Anrufe an die Polizei absolut nutzlos
    Habe eine Kamera installiert und die „Nachbarn“ darauf aufmerksam gemacht, das bei der naechsten absichtlichen Laermbelaestigung ein Anwalt eingeschaltet werde! Ergebniss AB diesem Tag kein einzigesmal mehr diese primitive naechtelange Laermbelaestigung! Absolute Ruhe und die ganze Strasse ist gluecklich…….

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