Wie sieht die Mittelschicht in Paraguay aus?

Asunción: Nachdem das Wohnungsbauministerium Häuser für die Mittelschicht anbieten will stellt sich die Frage, welcher Personenkreis überhaupt in diese Kategorie hineinfällt.

Bezüglich dieser Fragestellung erläuterte der Wirtschaftsanalytiker Amilcar Ferreira einige Punkte zu dem Thema genauer. Er sagte, dass es für den Mittelstand keine genaue Definition gebe, fügte jedoch an, dass das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) eine Studie aus Paraguay veröffentlicht habe, in der festgelegt wird, wer zu diesem Sektor gehört.

Amílcar Ferreira ist Unternehmensberater und sprach über Parque Pinar – ein Wohnungsplan des Ministeriums für Urbanismus, Wohnungswesen und Lebensraum (MUVH) – und erklärte, dass es für das Konzept der Mittelklasse keine eindeutige Definition gebe.

Er stellte jedoch klar, dass das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) eine in Paraguay durchgeführte Studie veröffentlicht habe, in der “die Mittelschicht für den Teil der Bevölkerung definiert wird, die ein Einkommen von 10 bis 50 Dollar pro Tag erzielt.“

Dieses tägliche Einkommen entspricht einem monatlichen Einkommen von 1.800.000 Guaranies (10 US-Dollar pro Tag) bis zu 9.000.000 Guaranies (50 Dollar pro Tag). Nach Angaben von Ferreira leben 38% der Bevölkerung Paraguays in diesem Bereich.

Für den Analytiker ist diese Lücke sehr groß, weshalb er drei Unterkategorien erwähnte: Untere Mittelschicht mit einem Einkommen von 1.800.000 Guaranies bis 4.000.000 Gs; Mittelklasse von 4.000.000 Gs. bis 6.000.000 Gs; und obere Mittelschicht von 6.000.000 Gs. bis 9.000.000 Gs.

Ferreira glaubt, dass in diesen Unterkategorien der Mittelschicht der Wohnungsplan des Ministeriums MUVH durchgeführt werden sollte, weil er sagte, dass “die Werte für die Mehrheit der Bevölkerung etwas hoch sind “und dieser Plan sich mehr auf die obere Mittelschicht konzentriere.“

Der Analytiker beantwortete noch andere Bedenken bezüglich des Themas. Eine weitere Frage war, ob “der Mittelstand auf Stadt- und Landebene gleich ist?“

Daraufhin antwortete Ferreira: „Die Mittelschicht ist in städtischen Gebieten größer und in ländlichen Gebieten kleiner ausgeprägt“.

Wochenblatt / ABC Color

Der Zweck dieses Dienstes ist die Wertsteigerung der Nachrichten und um einen flüssigeren Kontakt zu den Lesern zu etablieren. Kommentare sollten an das Thema des Artikels angepasst werden. Die Kommentatoren sind ausschließlich für den Inhalt verantwortlich, der sachlich und klar sein sollte. Schimpfwörter und persönliche Beleidigungen sowie Rassismus werden nicht geduldet.

4 Kommentare zu “Wie sieht die Mittelschicht in Paraguay aus?

  1. Selbst eine obere Mittelschicht mit 6.000.000 Gs. bis 9.000.000 Gs wird sich dieses 2-Zimmer-Appartament für 650.000.000 Gs bei Barzahlung nur sehr schwer leisten können, denn von etwas muss man ja auch noch leben und Streichhölzer, Bier, Schrottauto, SAT- und Smartphoneabo, Airconditioner, 15 Kinder, Katz und Maus sind auch nicht grati. Geschweige denn die 3-Zimmer-Wohnung für 100.000 Guaranies mehr.
    Ich für mich allein brauche monatlich schon zwischen 4 bis 5 Mio. Guaranies und meine Auslagen mit Anhängsel übertreffen dies bei weitem. So gesehen, ja, ich könnte mir die Zweizimmerwohnung niemals leisten. Muss aber auch nicht wirklich unbedingt Wand an Wand mit einem von denen leben. Nein, nun wirklich nicht.
    Ich werde einfach den Verdacht nicht los, dass diese vom Steuerzahler subventionierten Wohnungen nur von Tio, Cuñado oder sonstig verschwägert oder verwandten Amigos einiger Involvierten sich diese Wohnungen leisten können werden. Aber vielleicht sehe ich das wieder alles nur negativ. Wohl aus Erfahrung, wie so manches hierzulande wirklich abgelaufen ist. Aber ich will niemandem zu nahe treten.

  2. Die Einkommenspyramide sollte wie folgt aussehen: 10% Arme, 75% Mittelschicht und 15% Reiche. Das waere in etwa der Idealfall.
    Jetzt, wenn jemand nicht mit 4 Mille pro Monat auskommt, so ist dem nicht mehr zu helfen. Das Mindestgehalt wird von der BCP so errechnet dass eine Familie mit 2 Kindern mit 2.1 Mille pro Monat “wuerdig“ leben und sich noch etwas ansparen koennen.
    Was richtig ist ist die Tatsache dass gewisse Produktionssektoren die Preise bei weitem zum hoch angesetzt haben. Wie Agrarier, Fleisch, Werkstaetten (der famose “Goldmechaniker“ der DDR), weit zu hoher mark-up fast jedes Ladens und Supermarkts, Dienstleistungen, Arztgehaelter, Zahnarztpreise Buchfuehrer, Anwaelte und dergleichen Zocker. Diese Zocker unterhoehlen gerade das Mindestgehalt und treiben die Inflation an. Dem Privatsektor muessen die Preise vorgeschrieben werden – sonst gibt es immer mehr oekonomische Verwerfungen.

    1. Preisregelungen wären weltweit sinnvoll. Eine Schwankungsbreite kann man ja lassen und innerhalb dieser verlauft es dann. Demnach es ja so viele internationale Experten gibt, die dauernd alle Staaten miteinander vergleichen, wenn es um unsinniges geht, können die ja da was aushandeln. Zu berücksichtigen wären Organisation, Sicherheit, Qualität etc. Paraguay wäre dann wesentlich billiger und so müsste es auch sein. Davon würden am Ende alle profitieren.

Kommentar hinzufügen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.