Wo die Verfassung mit den Füßen getreten wird

Asunción: Seit dem gestrigen Nachmittag gibt es Demonstrationen für ein Amtsenthebungsverfahren, seit heute Morgen dagegen. Der Unterschied: Die die dafür sind werden mit Gummigeschossen verjagt, die die dagegen sind heißt man willkommen.

Da für heute Morgen der Verband der Parteibüros der Colorado Partei zu einer Demonstration rief, um Abdo im Amt zu halten, ist das Stadtzentrum nicht befahrbar. Genau genommen sollte man die ganze Woche vermeiden ins Zentrum zu fahren. Die Oppositionellen, die für das Amtsenthebungsverfahren sind, organisieren sich außerhalb des Zentrums. Die Polizei denunzierte sogar eine Bürgerrevolution. Dies hilft aber nur dabei die Methoden zu rechtfertigen, die man gegen sie anwendet.

Während für Colorado-Anhängern und Pflichtdemonstranten mobile Toiletten aufgestellt werden, geht man, wie gestern Nachmittag am Acceso Sur mit Gummigeschossen (Video) gegen die vor, die 5 Minuten die Straße sperren. Das Stadtzentrum ist seit zwei Stunden nicht befahrbar doch bis jetzt fiel kein einziger Schuss. Beide Demonstrationen waren angekündigt. Der einzige Unterschied ist: Die eine Gruppe ist für Präsident Abdo, die andere für seine Absetzung. Versammlungsfreiheit nur für Abdo Anhänger. Das Resümee darf sich bitte jeder Leser selbst vorstellen.

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12 Kommentare zu “Wo die Verfassung mit den Füßen getreten wird

  1. Die Colorados lassen alle Masken fallen. Sie leben nach dem Motto „der Staat sind wir“ und haben Angst ihre Privilegien zu verlieren.

    1. Wohin? In die tolle EU? Dort sind wir schon einen Schritt weiter. Deren Präsident wird nicht einmal mehr gewählt. Illegale werden mit Schiffen, Bussen und Flugzeugen gebracht und mit allem versorgt. Wer dagegen ist, kann auch schon Besuch von der Polizei bekommen. In diese RIchtung wird sich auch noch mehr tun. Dagegen ist das hier nichts.

      1. die EU ist eine freiwillige Interessengemeinschaft und hat keine Staatsgewalt. da hinkt der Vergleich schon.
        wer nicht dabei sein will, kann es ja lassen. anscheinend überwiegen aber die wirtschaftlichen Vorteile.

  2. Die FÜR diese Regierung demonstrieren sind auf jeden Fall Profiteure des Systems. Wahrscheinlich alles Planilleros in staatlichen Behörden, die für wenig Geld sich der Politikerkaste verkaufen. Denen interessiert das Wohlergehen des Landes nicht im Geringsten, sie wollen nur ihre eigenen Privilegien bewahren. Eigentlich müsste man diese Leute nur ächten, mit freier Meinungsäusserung hat das nichts zu tun.

  3. Wenn ich mich richtig erinnere gab es vor ca. 30 Jahren sogenannte Montagsdemos bis dieses Land wieder frei wurde! Oder?

  4. Na, Peter 99, du kannst dich erinnern? Nun, wenn du dich daran erinnern kannst, dann müßest du doch damals schon gelebt haben, was ich allerdings nicht ganz glauben kann. Zumindest hast du, falls du bereits gelebt haben solltest, nicht in Paraguay gelebt. Von sogenannten „Montagsdemos“ hat man vor 30 Jahren in Paraguay kein Wort gehört. Noch am 2. Februar 1989, also noch am Tag vor der Nacht des „angekündigten“ Umsturzes, wurde der deutschstämmige Staatspräsident Alfredo Stroessner noch groß gefeiert anläßlich des Jahrestags der Gründung der staatlichen Telefongesellschaft ANTELCO, die dann Jahre später im Zuge ihrer Privatisierung in COPACO umbenannt wurde. Hätte noch am 2. Februar 1989 auch nur ein einziger ein Wort gegen Stroessner fallen lassen, der hätte von „jedem“ in Paraguay wohnenden, ob Einheimischer oder Ausländer, nur Prügel erwarten können, und das zu Recht. Enttäuscht hat mich damals allerdings, daß dieselben, die noch am 2. Februar auf Stroessner schworen „bis zum letzten Blutstropfen“, bereits in den frühen Morgendstunden des 3. Februar auf den Straßen gröhlten und tanzen, mit dem Ruf: „Endlich Demokratie!!! Endlich haben wir diesen Diktator los!! Wir waren ja alle schon immer gegen ihn!!!! Nur zur Lehre für alle Dummschwätzer, die Dämokratie mit Freiheit gleichzusetzen versuchen. Es gibt keine schlimmere Diktatur als die Dämokratie. Und es gibt auch keine freiere Regierungsform wie volkstümliche Regierung, die von den Dämokraten als menschenfeindliche Unrechtsstaaten verunglimpft werden. Ich wusste schon, als die Paraguayer an jenem 3. Februar frenetisch feiern, was sie zu erwarten haben. Denn gerade in Deutschland hat sich dieser Übergang von den durch das Volk geliebten volkstümlichen Regierungen auf die Diktatur der Dämokratie genau so vollzogen. Den bisher obsiegenden Dämokraten kann ich nur die Worte zuwerfen: „Ihr habt bei Nacht und Nebel gekriegt, und Euer Feind, der liegt besiegt. Doch als man die Leiche bei Tag erkannt, da war´s Euer eigenes Vaterland.“ und von einem unbekannten Verfasser „Die Deutschen lassen sich nicht gern von Eigenen regieren. Dafür aber geduldiglich von Fremden malträtieren“. Genau dasselbe passierte Paraguay bei jenem Regierungswechsel in der Nacht von 2. zum 3. Februar 1989. Mit dem weisen und vorausschauenden General Alfredo Stroessner hätten Brasilianer und Argentinier nicht das üble Spiel treiben können betr,. der beiden Wasserkraftwerke ITAIPU und YASYRETA. Es waren schon immer nur Dämokraten, die ihr eigenes Vaterland verkauften, ob in Paraguay oder in Deutschland.

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