Zehn Gründe um Paraguay zu lieben oder zu hassen

Asunción: Dachten Sie schon einmal daran Paraguay zu besuchen? Hier erfahren Sie das Beste und das Schlechteste, was Besucher auf ihren Aufenthalten als Erfahrung mitnehmen.

Paraguay hinterlässt bei einigen Menschen einen seltsamen Geschmack auf der Zunge, welcher nicht durch Essen oder Gewürze zustande kommt. Andere sind vollkommen begeistert und können nicht genug von Land und Leuten bekommen. Gründe für die eine wie andere Einstellung können folgende sein:

1. Ein Paraguayer ist ein Niemand ohne einen Baum im Hof seines Hauses

Die Mehrzahl der Häuser in Paraguay hat einen Hof bzw. Garten. Nicht nur der Schatten, sondern auch das Grün sowie eventuelle Früchte machen den Baum zu etwas Wertvollem, auf was niemand verzichten will.

2. Paraguay ist das Land der Gastfreundschaft:

Die Paraguayer sind sehr gastfreundlich, manchmal sogar extrem gastfreundlich. Dies kann als die beste Eigenschaft des Landes angesehen werden. Sie versuchen den Gästen zu gefallen, sie öffnen Ihnen Ihr Haus, stellen Ihnen Ihre Familie vor und sie laden Sie zu Tereré oder Grillen ein. Sie sorgen sich immer um einen und wollen verhindern, dass man sich langweilt.

3. Bier immer nur im Eimer:

Die hohen Temperaturen sorgen in Paraguay dafür, dass Bier schnell warm und schal wird. Um dies vorzubeugen, werden Flaschen immer in Eimerchen auf den Tischgestellt, die voll mit Eis sind. Für ausländische Biertrinker ist dies ein Maximum an guter Bedienung, für Einheimische etwas ganz normales.

4. Die paraguayische Zeit:

Paraguayer haben ein eigenes Zeitverständnis, die vom Tereré kommen könnte oder darin Ausdruck findet. Man steht zeitig auf um der Hitze aus dem Weg zu gehen. Am späten Vormittag nimmt man sich Zeit für Tereré, kurz nach dem Mittag erneut. Erst am Nachmittag, wenn der Feierabend in Sicht ist, tauscht man das Trinkgefäß gegen ein Bierglas ein. Ob unter dem Baum oder am Straßenrand, mit Tereré vergeht die Zeit viel langsamer oder bleibt manchmal sogar stehen. Wer hier eilt ist fehl am Platze.

5. Der Tereré

Tereré ist kein erfrischender Tee, er ist ein Gesetz. Meist zusammen genossen, gilt Tereré als Kontakt, als Austausch, als täglich wiederkehrendes Ritual. Wo man hinschaut, überall stehen Thermosflaschen, in denen kaltes Wasser darauf wartet in die Trinkbehälter gekippt zu werden. Für Paraguayer anscheinend die einzige Möglichkeit die Hitze zu überstehen.

1. Die Macho-Gesellschaft:

Paraguay ist, wie die Mehrheit der lateinamerikanischen Länder ein Macho-Land, ein Land in dem die Männer meinen ihnen gehört jede Frau. Selbst Frauen reden hier wie männlich Machos und sagen beispielsweise zu ihren Kindern: „Iss nicht wie ein Mädchen“ oder „Lach nicht wie ein Mädchen“.

2. Die unbequemen Komplimente:

Ausländische Frauen werden ihre Probleme haben die durchaus direkten Komplimente der Männer wegzustecken. Ganz egal welches Alter die Männer haben, werden Frauen jeden Alters darüber informiert, ob die ihnen gefallen oder nicht. Als alleinstehende und ansehnliche Frau dauert es keine 5 Minuten in einer Stadt bis jemand einem hinterherpfeift oder sagt was er denkt. Schon minderjährige Schülerinnen wachsen damit auf und können meist gut damit umgehen. Ausländerinnen müssen sich anpassen.

3. Der öffentliche Nahverkehr:

Busse sind entweder alt oder voll oder beides. Was in 20 Minuten gefahren sein könnte dauert in Paraguay eine Stunde. Außerdem hält der Bus an jedem Bordstein, wo ein Fahrgast die Hand hebt. Besser man ist terminlich nicht auf einen Bus angewiesen.

4. Die Arbeitstage sind lang:

Wenn man unter Woche auf der Ruta Transchaco im Bereich Mariano Roque Alonso um 21:15 Uhr immer noch Unmengen voller Busse sieht, fragt man sich, wann die Menschen zu arbeiten beginnen. Sie beginnen zeitig. Doch da Mietwohnungen zu bezahlbaren Preisen in Asunción rar sind, wohnt man außerhalb und pendelt tagtäglich. Dieser Weg zur Arbeit dauert bei vielen gut 3 Stunden am Morgen und am Abend. Der normaler Arbeitstag in Paraguay dauert um die 10 – 12 Stunden, was zusammen ein Großteil des Tages ausmacht. Die Löhne sind der Zeit nicht angepasst. Wenn keine zwei Verdiener in einem Haus leben, reicht es nur zum Überleben.

5. Die Hitze in Paraguay:

Paraguay ist das Land, wo der Sommer noch sommerlich warm ist, um nicht heiß zu sagen. Über mehrere Monate im Sommer ist es unmöglich der Hitze von 35 – 40 Grad Celsius wirksam auszuweichen. Klimaanlagen arbeiten rund um die Uhr. Kopfschmerzen kommen des Öfteren vor.

Bei fünf Punkten dafür und fünf dagegen stellt sich die Frage in welche Richtung die Waage sich neigt. Da dies subjektiv ist, sollen bitte die Leser und Kommentatoren dies entscheiden. Umso mehr Meinungen, umso klarer wird das Bild.

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15 Kommentare zu “Zehn Gründe um Paraguay zu lieben oder zu hassen

  1. krasse Überschrift! ………… …………………. oder zu hassen!!! hoffentlich liest das kein Paraguayer

  2. Warum ist es ein Grund Paraguay zu lieben, wenn die Mehrzahl der Paraguayer einen Haus und Garten hat? Für unseren leidgeplagten Forum-Chamäleon ist es sogar von Nachteil, da er mit ansehen und -riechen muss, wie seine Nachbarn Ihren Müll anzünden und er nur mit Gasmaske seine häuslichen Pflichten nachgehen kann.

    Ansonsten sind die ganzen Vor- und Nachtteile eher was zum schmunzeln. Die richtig krassen Sachen, was z.b. Herrn Thalhammer widerfährt oder gefährliche Sturzfluten in Asuncion nach Regen sind ja noch gar nicht aufgezählt

  3. „… zu hassen“ ist ja nicht der passende ausdruck(!) und um eine „neigung der waage“ zu erzwingen, wäre es ratsam eine ungerade anzahl von aspekten zu präsentieren, verdad? davon abgesehen finde ich den artikel sehr amüsant und unterhaltsam.

  4. Ob sich ausländische Frauen über unbequeme Komplimente der hiesigen Machos beschweren, wäre wieder mal ein Thema für sinnige Studien. Wenn es so wäre, dann sollte auch gleich die Frage beantwortet werden warum diese ausländischen Frauen in ihren eigenen Ländern genau jene Parteien wählen, die diese Macho Einwanderung begrüssen, verteidigen und beklatschen und vor allem Frauen sich selbst hier engagieren. Die Studie würde ehrlich untersucht dann ergeben, dass der white left bycicle ridende metrosexuelle emanzipierte Bobo, den man in jahrzehntelanger steuergeldvernichtender Arbeit gezüchtet hat, doch nicht gesucht wird. Normalmenschen wissen das von Geburt an.
    Ansonsten, sage ich auch, dass hassen jetzt übertrieben wäre. Paraguay ist ein 3. Welt Land, das weiss man und das hat Vor und Nachteile. Auch das paraguayische Klima ist bekannt.
    Es ist eher die deutsche Politik selbst, die in den letzen Jahrzehnten in Deutschland Auswanderungswellen verursacht. Deshalb wandern auch Menschen aus, die eher nicht dafür geeignet sind. Paraguay hat aufgrund seiner einfachen Einwanderungsbedingungen einen schönen Teil davon abbekommen und da wird auch noch einiges kommen. Vieles was man aus oder über Paraguay hört, ist auch darauf zurückzuführen, ist aber nicht die Schuld der Paraguayos und auch nicht der Einwanderer.

  5. Was soll den das.Man gewöhnt sich an alles.Wenn es Warm ist doch gut, man braucht nicht zu Heizen.Die zehn Punkte sind doch ein Geschenk des Himmels, zehn Gründe für die einen zu kommen und für die anderen zu blieben.

  6. Johan Moritz van Nassau-Siegen

    Reply

    Na ja wenn man nichts negatives findet so hat man sich wohl mit der Korruption, Klientelismus, Favoritismus, Gefaelligkeitenwirtschaft und anderen Korruptionsuebeln freundlichst „arrondiert“. Scheint so als ob die Schweinsohren aus Deutschland (Zocker und andere Uebers-Ohr-Hauer) sich natuerlich pudelwohl in Paraguay fuehlen. Dasselbe gilt fuer die Mennoniten die sich ja bekanntlich in Laendern mit schwacher Regierung wohl fuehlen wo das Gesetz nicht gerade beachtet wird.

  7. Ich würde es so sagen:
    In Paraguay ist nicht alles besser, aber anders.
    In anderen Ländern auch.
    Keiner wird gezwungen, hier zu leben.
    Wer sich vorher nicht die Zeit genommen hat, das Land während MEHRERER Besuche und Aufenthalte kennenzulernen, um sich gründlich umzuschauen und Land und Leute kennenzulernen, muß hinterher nicht entsetzt feststellen, daß dieses Land eben anders ist als z.B. Deutschland, Österreich oder die Schweiz.
    Wer im März für drei Wochen zu Besuch kommt, während dieser Zeit im Hauruck-Verfahren Land und/oder Haus kauft, dann im November mit Container anreist, um festzustellen, daß der „gute Freund“, den man gerade mal zwei Wochen kannte, das Geld, mit dem er das Haus bauen sollte, in sein eigenes investiert hat, muß hinterher nicht weinen und jammern, wie schlecht die Menschen hier doch sind.
    Was ich in meinem Heimatland niemals tun würde, darf ich im fremden Ausland schon gar nicht machen.
    Wenn ich die frei zugänglichen Informationen über das Land nicht nur lesen, sondern auch verstehen kann, werde ich mich im Sommer nicht über die hohen Temperaturen wundern und beklagen.
    Daß Paraguay ein Macholand ist, ist auch bekannt. Alle Länder Latino Americas sind das. Und wo bitte, ist das Probelm wenn eine Frau Komplimente bekommt?
    In Deutschland gilt es ja heutzutage schon als sexueller Übergriff, wenn ein Mann einer Frau die Tür aufhält oder ihr auch nur sagt, daß er sie schön findet.
    Keiner zwingt mich, mit den ausländischen Nachbarn zu feiern und umgekehrt gilt das Gleiche.
    Das Zusammenleben mit ausländischen Nachbarn ist oft nicht konfliktfrei. Wir verstehen einander einfach in vielen Dingen nicht.
    Wie sagt man in Deutschland: Wat dem enen sin Uhl, is dem annern sin Nachtigall.

  8. Shawn Steinfeger

    Reply

    Naja, die hiesigen Pfeifen. Verdienen gerade mal genug um den Müll anzuzünden dank 12 Stunden Kaugummi verkaufen. Was sie nicht verkaufen, können sie einem ihrer 15 Kinder zum Recreo mitgeben. Aber Hauptsache sie können pfeifen.

    1. Du hast ja vollkommen Recht. Lebe hier seit 33 Jahren und nicht so schlecht. Habe hier mein eigenes Geschäft aufgebaut und habe kaum Probleme. Man muss sich eben anpassen können. Mit Ausländern habe ich hier sehr schlechte Erfahrungen gemacht im Gegensatz zu den Einheimischen. Wie gesagt “ anpassen“ oder ab nach Europa und da weiter meckern

  9. Shawn Steinfeger

    Reply

    So einen Baum wäre für die Neandertaler sicher beneidenswert gewesen, so einen Baum, an dem man morgens, bevor man aufm Mammut zur Arbeit ritt, sein Haustier anketten und abends, wenn man aufm Mammut von der Arbeit zur Höhle zurück geritten war, wieder vom Baum abketten konnte. Die Neandertaler hatten die leere Wasserschale ja auch gar noch nicht erfunden gehabt.
    Der arbeitsame Neandertaler bevorzugte auch eine andere Arbeitsstelle als diejenige unter dem schattigen Baum, zumal das Gras zum Trinken schon erfunden und auf dem Mamut stets verschüttete. Echt ärgerlich war das. Doch der wahr Grund war: Es fielen damals einfach keine Mil von der Höhlendecke da noch Tauschhandel herrschte und musste zuerst erfunden werden, weil Plata noch nicht auf die Stirn des Homo Frankfurtensis tätowiert war.
    Wäre auch blöd gewesen, wenn nach jahrelangem Müllverbrennen unter dem Baum dieser auf Nachbarshöhle gefallen wäre, weil der Boden langsam aber wirklich vergiftet gewesen wäre. Das hält einfach keine Wurzel auf Dauer aus. Vor allem hätte der Nachbar wohl mit der Keule darauf gepocht, dass auch wenn er keine Schweine, Frauen oder Felle habe, seine Höhle wieder instand gesetzt wird. Weil die Polizei und Justiz der Neandertaler lieber in der Höhle hockten anstatt mit der Keule darauf zu pochen, dass die kaputte Höhle wieder instand gesetzt wird.
    Ja, auch die Neandertaler entfachten schon regelmäßig Feuer, das Hirnvolumen war allerdings schon so weit angewachsen, dass sie das Ambiente ihrer Enkel nicht vergiften wollten. Vielleicht war es auch einfach nur, dass es in der Höhle ein wenig gestunken hätte. Nach dem Aussterben der Neandertaler und dem somit eigenen Baum im Vorgarten scheint sich dieses Problem aber in Südafrika von allein gelöst zu haben.
    Da das Gras zum Trinken schon erfunden war, hätten die Neandertaler eh keine Zeit gefunden die Bäume alle paar Jahre zu stutzen, aber zum Glück hatten sie ja eben noch gar keine Bäume in ihren Höhlen. Schon wegen dem Chlorophyll, das gerne der Hitze von 35 – 40 Grad Celsius wirksam auszuweichen möchte, aber trotzdem auf ein wenig Sonnenschein angewiesen ist.
    So gesehen, ja, top. Echt fortschrittlich dieses Land, was 30.000 Jahre nicht alles bewirken können.
    Aber Fortschritt hin oder her, eines muss man den Neandertalern lassen: Wenn sie ihre Mammuts zum Mammuts-Mecanico zum 10.000 Km-Service brachten, waren nachher an jedem Bein noch alle Zehenspitzen dran, auch wenn die Mammuts auch gut ohne diese hätten laufen können.

  10. Ich finde in diesem Artikel kein Punkt als hassbar. Abr naja das iat so wie jeder es sieht. Es gibt aber viel Punkte die einem nicht gefallen koennten von Py. Volle Busse um der Uhrzeit und auch nachts sind auch in andren Laendern. So das ist sehr normal wenn man spaet von der Arbeit nach hause faehrt. Unterbezahlt wird man auch in anderen Laendern und kriegt die Miete fast nicht bezahlt. Paraguay hat vielleicjt allerhand schlechte Sachen aber wenn es dein Heimatland ist, liebst du es so wies ist.

  11. Meine zweite Heimat
    Ich würde sie nie mehr hergeben. Es gibt für mich nichts schöneres als in PY zu leben und zu das Land zu geniessen. Familie, Freundschaft, Natur keine Hektik einfach schön dies alles zu haben. Falls ich mal Alt bin möchte ich den Lebensabend dort verbringen…. Mit meiner lieben Frau in ihrer Heimat. Vor und Nachteile hin oder her….

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