„Zuerst ich, dann die anderen“

Asunción: Nachdem ja zu Beginn der Legislaturperiode einige Senatoren wegen Fehlverhaltens von ihren Posten enthoben wurden, haben die Abgeordneten gestern einige Schritte beschlossen, die sie im Rahmen eines Gesetzes weitestgehend vor selben Folgen schützen sollen.

Das Abgeordnetenhaus modifizierte und billigte gestern ein Gesetzesprojekt, was verfassungswidrig ist, da es dem Artikel 201 der Verfassung widerspricht, um sich vor Rauswürfen zu schützen. Éver Noguera (ANR, Añetete) schlug vor keinen Rauswurf mit einfacher Mehrheit zu dulden, weswegen man gestern eine Zwei-Drittel-Mehrheit festlegte, die für eine Entlassung stimmen müsste. Bisher waren 23 Senatoren oder 41 Abgeordnete notwendig. Nun sind es 30 Senatoren oder 53 Abgeordnete. Das Kuriose an der Sache ist, dass der Gesetzesentwurf nur mit 32 Stimmen beschlossen wurde, da er aus dem Senat kam, wo man keine Zwei-Drittel Mehrheit wollte. Bleibt abzuwarten wie sich das Oberhaus dazu äußert.

Seltsamerweise kommt diese Abstimmung kurz nach dem Einreiseverbot des Abgeordneten Ulises Quintana, der obwohl als hochgradig korrupt von der US-Regierung eingestuft weiterhin Abgeordneter bleiben will. Zudem soll es Diskussionen innerhalb von Concordia Colorada geben, die die juristische Situation analysieren möchten, da keiner Lust hat es sich mit den Amerikanern zu verscherzen. Ein endgültiges Wort dazu fiel jedoch noch nicht. Gegen mindestens 6 Abgeordneten wird strafrechtlich ermittelt. Sollte die Abstimmung zum Selbstschutz in Kraft treten, wird die paraguayische Justiz stetig das Nachsehen haben.

Wochenblatt / Abc Color

Der Zweck dieses Dienstes ist die Wertsteigerung der Nachrichten und um einen flüssigeren Kontakt zu den Lesern zu etablieren. Kommentare sollten an das Thema des Artikels angepasst werden. Die Kommentatoren sind ausschließlich für den Inhalt verantwortlich, der sachlich und klar sein sollte. Schimpfwörter und persönliche Beleidigungen sowie Rassismus werden nicht geduldet.

7 Kommentare zu “„Zuerst ich, dann die anderen“

  1. Ich schaue mir die Typ an, lach mir nen Schranz wie der nei schaut. Sicherlich eine hiesig Intelligenzbestie, die es mit landesüblich 7 bis 11 Uhr täglich Schul vielleicht abgeschlossen zum pomodore Rechtsverdreher geschafft hat. Und wie der als Colorado-Parteimitglied, wessen Mitglieder sich unter ständiger Korruptionsvorwürfen profilieren, sonst rein gar nichts zum Wohle des Volkes ins Abgeordnetenhäuschen einbringen, als miteinander Kindergartenpolitik zu spielen und sein Family-Clan es zu Reichtum und Wohlstand gebracht hat, das kann ich mir in einem in der Korruptionsstatistik gleich nach Venezuela aufgeführten Land auch gut vorstellen. Mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, Rückgrat und „kostenloser“ Bildung jedenfalls nicht. Letzteres steht hinten auf der Heckscheibe seines Luxuswagens: «Gracias Papilein». Jedenfalls so ein richtiger Repräsentant hiesig Leader.

    1. Ich gehe davon aus, dass venezuela nur an erster stelle ist, weil deren regierung nicht tut was washington will. Diese statistiken sind typisch westlich, also zum müll anzünden sofern auf papier gedruckt. Trotzdem braucht es aber eine armee an beamten im internationalen organisationsdschungel in dem es ebenfalls genug korruption gibt, um diese zu erstellen.
      Es ist also sehr wahrscheinlich dass diese liste weil international erstellt mehr korruption erzeugte als sie feststellte.

      1. Da haben Sie schon recht. Länder wie Schwizzenland, in welchem heute noch die staatliche TK-Unternehmung aufgrund Letzter Meile – offiziell abgeschafft – pseudo liberalisiert, mittels dubiosen Machenschaften wie Telefonanschluss abschneiden, Gelder für Telefon-, TV- (dubiose Glücksspiele) und Internetbetrüger (Dialer) eintreibt, werden mit besten Rängen in der Korruptionsstatistik aufgeführt. In solchen Staaten, welche sich einer neuen braunen europäischen Ordnung fügten und dies auch jederzeit wieder tun würde – natürlich nicht offiziell, um zu profitieren, kann man hingegen nicht von Kindergartenpolizeijustiz sprechen, eher als genau aufeinander abgestimmte und durchdachte Komplizenschaft.

  2. Die USA bauen auf ihrem Botschafts gelände in Paraguay gerade eine Militär Unterkunft. Damit kann dann ganz schnell eine Paraguayische Marionette , die fuer die USA unbequem wird, diskret eingefangen und ausgeflogen werden?

  3. Die haben vielleicht Nerven, bei so einer aufgeladenen Stimmung in der Bevölkerung, sich noch mehr Persilscheine zu erstellen. Die tun ja wirklich alles, um sich noch und nöcher unbeliebter zu machen.

    Eigentlich müsste die USA ALLE, die dafür stimmen sofort als Persona non grata einstufen, ebenso der gesamte Mercosur und die EU. Das wäre mal ein einfaches, aber effektives Zeichen, dass man Korruption nicht duldet, da diese Verbrecher ihre geraubten Millionen auch sehr gerne im Ausland ausgeben.

Kommentar hinzufügen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.