100 Jahre Independencia: Wein, NSDAP und Tourismus

Colonia Independencia: Am 17. Januar 1919 kam es zu der Gründung der Kolonie Independencia durch deutsche Einwanderer. Über 100 Jahre sind vergangen und es hat sich einiges im Laufe der Zeit verändert.

Independencia, die Stadt die heute nach wie vor als “Colonia“ bekannt ist, hat eine privilegierte Lage vor der Bergkette des Ybytyruzú. Die Mischung aus Yerba- und Weinanbau wie auch seine deutschen Einwohner geben dem weitläufigen Ort einen ganz bestimmten Charme.

Noch vor der Ankunft der ersten Deutschen wurde das Gebiet Muevevo genannt, danach Curuzupé. Der Ort des Kreuzes hieß es, weil die erste deutsche Einwandererfamilie ein Kreuz mitbrachte. Danach nannte man sie Campo Melgarejo, in Gedenken an Conrado Melgarejo, der früher als Geschäftsmann mit Gemischtwaren und Holzfällen aktiv war.

Die tatsächliche Anerkennung der “Colonia Independencia Nacional“ wurde auf den 9. Oktober 1919 datiert, festgehalten im Dekret 10.052/19. Independencia Nacional wurde dem Distrikt von Mbocayaty del Guairá unterstellt.

Independencia liegt 30 km nordöstlich von Villarrica und rund 180 km von Asunción entfernt.

Ein Kolonist mit dem Nachnamen Vogt brachte Weinreben in den Ort, der später durch das Endprodukt nationale Bekanntheit erlangte. In der Nähe des Wasserfalls „Salto Suizo“ ließen sich Schweizer nieder. Die Zone von Carlos Pfannl suchten ab 1933 ausschließlich Österreicher eine neue Heimat. Durch das Wachstum der Kolonie wurde am 16. Juni 1955 der Distrikt mit dem gleichen Namen eigeführt. Dieser Distrikt umfasst diverse Teile wie Curuzupé, Campito, Mainumby, Niño Ycuá, Ypytá, San Gervasio, Yroysá, Arroyo Morotí, Cerro Acatí, etc.

Die Kolonie Independencia war immer für gute Weine und eine gute Traubenqualität bekannt. In den letzten Jahren ging die Ernte jedoch aufgrund verschiedener Faktoren zurück.

Die klimatischen Bedingungen haben letztes Jahr nicht geholfen, eine große Menge dieser Früchte zu ernten.

Antonio Mössner, einer der Winzer der Gegend, sagte, dass sie trotz des geringen Gewinns weiterhin gute Weine herstellen. Er betont, dass Independencia ideal für die Produktion von Trauben und die Herstellung von Wein sei, der heutzutage immer noch sehr gefragt ist.

Mössner sagte jedoch, dass das Klima 2018 die Produktion nicht begünstigt habe. „Wir hatten mehr Fröste als üblich. Viele Stöcke sind abgefroren und die Früchte wurden nicht reif“, erklärte er.

Er wies darauf hin, dass die derzeitige Produktion pro Hektar zwischen 8.000 und 10.000 Kilo läge, ein niedrigerer Wert als in den Vorjahren.

Im Jahre 1928 war der Bezirk Independencia Sitz der NSDAP-Stiftung in Paraguay. Die ersten deutschen Siedler waren pensionierte Militärangehörige des Ersten Weltkrieges aus Baden-Württemberg und Bayern.

Der Tourismus boomt in der Region. Vor allem die Aussichtspunkte, meistens im Ybytyruzú Gebirge gelegen, ziehen Menschen aus nah und fern an. Dort findet man, unter anderem, den Cerro Akati, Tres Kandu oder den Saltu Suizo vor. Viele Touristen besuchen diese Schauplätze.

Wochenblatt / ABC Color

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