Choré: Bis letztes Jahr lebten Antonio Colmán (70) und Petrona Lezcano (65) in einer einfachen Holzhütte verarmt auf einem Stück Land, was ihnen als Erbe blieb. Solidarisch gesinnte Nachbarn haben dem älteren Paar den Traum von einem geziegelten Haus erfüllt.
Sie arbeiten auf dem Bauernhof und hatten bis vor kurzem nicht viele Annehmlichkeiten, aber wer zu ihnen kam, wurde immer mit größter Freundlichkeit empfangen.
Vor mehr als einem Jahr lernten Angélica López und ihr Sohn Diego sie auf ihrer Reise als Verkäufer kennen. Sie erinnerte sich, dass sie die beiden auf einem Baumstamm sitzen sah und ging zu ihnen hin, um mit ihnen zu sprechen.
„Ich fragte sie, ob sie Familie hätten, und sie verneinten. Sie hatten einen Sohn, der aber starb, als er noch klein war. Die Frau hatte eine Puppe im Arm, und das hat mich sehr berührt“, sagte sie.
Die Verkäuferin und ihr Sohn machten sich daran, dem Paar zu helfen, obwohl sie zunächst nicht wussten wie.
„Jeden Abend betete ich, und dann erzählte ich meiner Gemeinschaft der katholischen Kirche, dass ich etwas hatte, das mich belastete. Meine Brüder sagten mir ‚Lass uns zusammenlegen'“, erinnert er sich.
Einige stellten ihre Arbeitskraft zur Verfügung, andere spendeten Ziegel, Zement und andere Materialien, und eine Frau bot an, auf der Baustelle zu kochen. Sie riefen den liberalen Abgeordneten Ariel Villagra an, und er schickte Geld für das Dach. So konnten die Nachbarn die Arbeit innerhalb von zwei Wochen abschließen.
Jetzt arbeiten sie an der Fassade und anderen Details, die noch fehlen. Sie haben auch für Trinkwasser und Strom gesorgt.
Das Haus wird am Sonntag offiziell an seine Besitzer übergeben, mit einer Feier für alle, die gespendet haben, und alle, die kommen wollen, um die Freude von Antonio und Petrona zu teilen.
Beide tragen auch ihren Teil zu dem Fest bei. Eier, Milch und Käse aus eigener Produktion steuern sie bei. Der Traum vom eigenen Haus wurde erhört.
Wochenblatt / Extra











Onkel Nick
Toll!
Nunja, ich mecker ja oft über die Paraguayer, aber auf der anderen Seite muss man ja mal zugeben, dass ich noch nie gehört habe, dass in Deutschland Nachbarn einer armen Familie ein Häuschen gebaut hätten.
OK, vielleicht ist das schwer zu vergleichen, weil man in D nicht mal schnell ein kleines Häuschen bauen kann. Ohne Architekt, Statiker, Baugenehmigungen, Wärmedämmung pi pa po….
Da würde so ein Häuschen schnell über 100.000 Euro kosten.
Aber trotzdem, auch vergleichbares, wo Menschen nicht einfach nur mal ein paar Euro gespendet haben, sondern richtig angefasst und was für einen Nachbarn mit ihrer Hände Arbeit geschaffen haben, fällt mir aus D nichts ein.
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Deutsche haben mehr die Mentalität, sie schmeißen den Computer an und überweisen eben mal 20 Euro auf ein Spendenkonto und fühlen sich dann wie St. Martin, der sein „letztes Hemd“ geteilt hat.
Offener Brief
Eine schöne Tat. Ja, so sind sie die Paraguayer. Helfen sich gegenseitig in der Not. Auch wenn es ein Einzimmerhaus mit Wellblechdach mit unbehandeltem und nicht lackierten Dachträgerbalken ist, keine Bodenplatte und keinen Verputz hat. Dafür hat es für eine kardinale Türe, ein kardinales Fenster mit Holzglas und Farbe für die Rohziegel gereicht. Ein reiches, korruptes Land, mit einer arm gehaltenen Bevölkerung, für welches es reicht der Colorado-Mafia und ihrem Familyclan nebst fürstlichen Gehältern für einen qualifizierten Job ohne entsprechende Qualifikation, dafür Vetternwirtschaft, einen Job beim Wasserstaudamm zu erhalten und demnächst für alle nachträglich einen Bonus von sage und schreibe fast einer Milliarde US-Dollar zu spendieren (knapp 60.000 US$ für jeden ehemaligen Mitarbeiter einfach so zum fürstlichen Gehalt grati dazu). Aber ich bin ja nur ein Gast hier im Lande und habe mich gefälligst für den täglich Müllabfackelgestank und das primitive Verhalten meiner netten Zeitgenossen zu bedanken. Danke.
TejuJagua
Es gibt auch schöne Nachrichten.
Ich freue mich für das arme alte Paar.
Und ich freue mich darüber, daß es noch solche Menschen gibt, die anderen helfen.
Dank auch an das Wochenblatt, daß es solche Lichtblicke hier einstellt.
eggi
Ich freu mich auch für das alte Paar. Ich hoffe nur, das die Freude bei denen bis zumLebensende anhält. Nicht das da in ein paar Wochen jemand mit nem Titel von dem Grundstück vorbei kommt und die aus dem Haus jagt. Wäre nicht das erste Mal.
eggi
Man merke eins, nichts wird “ geschenkt“ ohne Gegenleistung.