Asunción: Delmis Martínez erlebt derzeit einen wahren Albtraum: Sie erstattete Anzeige, Opfer eines millionenschweren Bankbetrugs geworden zu sein. Das Opfer weiß nicht, wie die Täter Zugriff auf ihr Konto erlangt haben – sie hat keinerlei Daten weitergegeben.
Sie berichtete, dass Unbefugte Zugriff auf ihre App der Itaú-Bank erlangten und ihr Konto nahezu vollständig leergeräumten. Sie tätigten Einkäufe mit ihrer Kreditkarte und nahmen darüber hinaus einen bereits vorab genehmigten Kredit in Höhe von fast 50 Millionen Guarani auf ihren Namen auf.
Die junge Frau schilderte, dass sie am 29. Mai ihr Gehalt in Höhe von etwa 8 Millionen Guaranies erhielt. An diesem Tag überwies sie lediglich einen Betrag von 25.000 Guaranies und öffnete die App danach nicht mehr. Als sie jedoch am darauffolgenden Tag die App öffnen wollte, um einige Rechnungen zu bezahlen, erlebte sie eine böse Überraschung: Auf ihrem Konto befanden sich nur noch 40.000 Guaranies.
Bei der Überprüfung der Kontobewegungen stellte sie zahlreiche Zahlungen an ihr unbekannte Händler fest, Belastungen auf ihrer Kreditkarte in Höhe von rund 35 Millionen Guaranies sowie einen vorab genehmigten Kredit von fast 50 Millionen Guarani – den sie nach eigenen Angaben nie beantragt hat. Verzweifelt rief sie bei der Kundenbetreuung der Bank an, wo man ihr bestätigte, dass es sich um Betrug handelte. Daraufhin wurden ihre Karten und Zugänge gesperrt.
„Ich habe keine Nachricht, keinen Anruf erhalten, habe keinen Link angeklickt und schon gar nicht meine Zugangsdaten, Sicherheitscodes oder persönlichen Daten an Dritte weitergegeben – zumal ich im IT-Bereich tätig bin“, betonte sie.
Das Gehalt ist verschwunden
Nach mehreren Tagen der Beschwerde teilte ihr das Finanzinstitut mit, dass es die über die Kreditkarte getätigten Umsätze sowie den betrügerisch aufgenommenen Kredit erstatten werde.
Den Betrag ihres Gehalts weigert sich die Bank jedoch zurückzuerstatten. Sie begründet dies damit, dass die Transaktionen über ein mobiles Gerät durchgeführt wurden, und deutet an, dass Delmis Martínez möglicherweise selbst den Zugriff ermöglicht habe.
„Normalerweise benachrichtigt einen die Bank, wenn man Zahlungen oder Überweisungen tätigt oder wenn sich jemand von einem fremden Gerät aus anmeldet – bei mir kam jedoch keine einzige Benachrichtigung“, erklärte sie.
Zudem stellt sie die Frage, wie es möglich ist, dass sich jemand von einem fremden Gerät aus anmelden und derart hohe Summen bewegen kann, ohne dass Warnhinweise oder Sicherheitsmechanismen ausgelöst werden.
Empört fordert Delmis Martínez die vollständige Rückerstattung des gestohlenen Geldes sowie eine klare Erklärung, wie der Betrug überhaupt möglich war. „Ich habe dieses Geld nicht ausgegeben. Ich konnte meine Rechnungen nicht bezahlen und bin nun ohne mein Gehalt dagestanden“, bedauert sie.
Zusätzlich erstattete sie Anzeige bei der Abteilung für Computerkriminalität. Dort teilte man ihr mit, dass bereits zahlreiche ähnliche Anzeigen vorlägen – darunter auch mehrere Fälle, bei denen es um dasselbe Bankinstitut geht.
Wochenblatt / Extra















