Alfredo Jaeggli: „Mein Meinungswechsel ist kein Freifahrtschein für Lugo“

Asunción: Der polemische Gesetzgeber Alfredo Jaeggli erklärt in seinem folgenden Interview seinen Richtungswechsel von der PLRA Meinung zur Frente Guasu und Lugo hin. Das allerdings soll man nicht als Freifahrtschein für die Linken auffassen. Er steht weiterhin zu einem Nein in der Venezuela Frage sowie zur Einführung der Lohnsteuer.

In quasi Hollywood-Manier und umgeben mit unzähligen Ratgebern gab der Senator Alfredo Jaeggli der Tageszeitung Ultima Hora ein Interview. Er erklärt die Gründe für seinen Meinungswechsel die Lugo Regierung zu unterstützen. Er sprach von der dreifarbigen Allianz in der auch die linke Parteigruppe Frente Guasu Platz findet. Er erklärte das Horacio Cartes von hungrigen und machthungrigen Personen umgeben ist und verteidigte Camilo Soares.

Was bewegte sie zu dem so radikalen politischen Richtungswechsel?

Eine Studie, die mir zeigte, dass die Leute nicht so unzufrieden mit der jetzigen Regierung sind. Immerhin 47 % befinden sie für gut. Die Menschen fühlen sich nicht betrogen vom Präsident.

Also haben sie sich in Fernando Lugo getäuscht?

Ja, ich dachte die Leute sind unzufriedener. Also mich überraschte die Umfrage sehr, und sie die Presse?

Für sie war es aber ein Wechsel?

Aber welcher Wechsel, Ich halte an meinen Ideen fest. Ich werde nicht zu einem Sozialist aber für einen Dialog bin ich offen. Ich möchte aber auch nicht dass dies als Freifahrtschein für die Linken angesehen wird. Ich verkaufe weder meine Ideen noch mein mich selbst. Das steht fest.

Welche politische Absicht steht hinter dem Wechsel?

Natürlich suche ich etwas Politisches. Ich will Senator sein und bleiben, Minister werden oder Gouverneur von Cordillera. Ich möchte mich nicht aus der Politik verabschieden.

Diese Allianz mit den Linken heißt auch dass sie den Beitritt von Venezuela in den Mercosur beipflichten sowie der Lohnsteuer?

Nein. Ich halte daran fest. Ich bin gegen einen Mercosur Beitritt sowie gegen die Einführung einer Lohnsteuer.

Darüber haben sie mit Lugo gesprochen?

Er rief mich an um sich mit mir zu treffen und über den Generalstaatsanwalt zu sprechen. Er wusste dass ich ihn unterstütze.

Man sagt Lugo hat ihnen einen Ministerposten angeboten?

Ich will kein Minister sein, nicht jetzt. Nach 2013, wenn die dreifarbige Allianz gewinnt kann ich mir das vorstellen. Das Industrie und Handelsministerium macht sehr gute Arbeit. Wenn ich jetzt im Finanzministerium beginnen würde, hätte ich nicht mehr die Zeit alles umzusetzen, was ich mir vorgestellt habe.

Welches ist das größte Problem Lugos im Kongress?

Die Haltung meiner Kollegen in der PLRA. Wir brauchen mehr Stimmen für den Generalstaatsanwalt, was allerdings nicht seine Priorität ist. Er wird sich auch nicht in die eigenen Venen schneiden. Wenn die Wahl von Díaz Verón zustande kommt ist gut, wenn nicht dann nicht.

Wenn die Wahl für ihn nicht so wichtig ist, weswegen droht er dann den Liberalen?

Weil Díaz Verón ein sehr guter Kandidat ist, dass muss man mal sagen. Es wird versucht die Stimmen zusammenzubekommen, wenn es nicht klappt stirbt Lugo deswegen auch nicht.

Was fordert die PLRA?

Den Direktorenposten in Yacyretá glaube ich.

Verdienen sie das Amt?

Das interessiert mich nun wirklich nicht wer da Präsident ist. Aber die Sache ist kompliziert. Ich bat ihn um nichts und mir wurde auch nichts angeboten, Ich werde mich nicht verkaufen.

Ist die Beziehung zwischen Lugo und der PLRA sehr zerschlagen?

Die Partei PLRA spaltete sich in unzählige Bewegungen und entscheidet nichts mehr gemeinsam. Jeder ändert seine Meinung je nach dem was man vom Präsident bekommt. Sie sind gegen Lugo wenn man sie von Ämtern enthebt und für Lugo wenn sie vom ihm etwas erhalten.

Aber sie änderten auch ihre Meinung?

Aber ich hab mich nicht verkauft. Meinen Prinzipien bin ich immer noch treu.

Was denken sie über Camilo Soares?

Es ist eine intelligente Person mit der man einen Dialog führen kann. Vor langem habe ich ihn schon kennengelernt. Er kann nützlich sein. Mit vielen seiner Gedanken jedoch bin nich nicht konform.

Der Kongress hilft der Regierung wenig?

Die Senatoren sind nicht die Schlechten. Wenn wichtige Probleme kommen halten wir sie eventuell ein bisschen auf allerdings lehnen wir sie nicht ab.

In der Politik, gab es da klare Zeichen?

Natürlich. Allerdings muss man auch sagen dass die Kandidaten die uns Lugo schickt, um die Botschaften zu besetzen die schlechtesten sind. Zum Beispiel der Botschafter für Brasilien, dieser Evelio Fernández Arévalos, zwar ein Parteikollege aber er ist schon 80 Jahre alt.

Wie sehen sie die PLRA für 2013?

Wenn sie allein antritt wird sie nicht gewinnen. Wir würden 25 % oder maximal 28 % haben gegen Cartes der dann 40 % hat.

Wer in der PLRA hat das intressanteste Profil um Kandidat zu werden?

Der mit dem besten Profil ist unser Vizepräsident Federico Franco. Er allerdings ist sehr resistent gegenüber der Linken. Ich bin kein Zauberer und brauche das Problem auch nicht lösen.

Ihre Meinung zu Horacio Cartes?

Der Senator Alfredo Jaeggli meint dass Cartes eine gute Besetzung der Colorado Partei für die Präsidentschaftswahlen ist. Jedoch wird sein Problem sein, dass er Wagons ziehen muss. Er selber glaubt nicht dass es Cartes möglich ist sich über die alten Hierarchien hinwegzusetzen.
Die Colorado Partei kommt hungrig zur Wahl. „Die Leute die Cartes umgeben, sind nicht gut für die Nation“, so Jaeggli.

(Wochenblatt / Última Hora)

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