Bergthal: Was bei einem Erbfall alles schief gehen kann

Kolonie Bergthal: Die Enttäuschung über die Geschwister und das Waisenamt scheint nach dem Tod der Mutter groß zu sein. Eine gerechte Verteilung stellt sich als schwierig heraus, ganz besonders wenn man in der Ferne lebt.

Ein Erbberechtigter, der aus Bergthal stammt aber in Kanada lebt, wurde über die Verlassenschaft der Mutter informiert, die vor einem Jahr gestorben ist. Sie hatte ein Testament hinterlassen, was in Paraguay zwar juristisch kaum Wert hat, jedoch wenn von allen Erben anerkannt, hilfreich sein kann.

Was das Land angeht, welches die Mutter in Bergthal besaß, können nur Kinder mit Wohnsitz in Bergthal erben. Die anderen auswärts lebenden werden finanziell entschädigt. Als ihre Mutter starb lag der Landpreis bei über 15.000 US-Dollar. Sie besaß 35,25 ha, welches mit Soja bepflanzt ist sowie 2 Hektar Wald und 11 Hektar Sumpf.

Als die Verlassenschaft in einem ersten und recht einfach gehaltenen Brief an den Erben in Kanada ging, der vor Ort einen durchs Waisenamt ausgesuchten Vertreter hat, listete man das Bargeldvermögen der Mutter auf. Es handelte sich um 117.361,60 US-Dollar in der Credit Union, Lactolanda Aktien im Wert von 4.163,75 US-Dollar und die 35,25 ha Land zu einem Preis von 12.663,00 US-Dollar, was zusammen 568.124,10 US-Dollar ausmacht.

Als den Erben außerhalb des Landes auffiel, dass hier mehr als 52.000 US-Dollar auf dem Credit Union Geld nicht angegeben waren (fehlten), kam ein zweiter, korrigierter, Verlassenschaftsbescheid.

In diesem waren nun die ganzen 169.731,79 US-Dollar aufgelistet, die Lactolanda Aktien für 4.163,75 US-Dollar und die 35,25 ha Land, jetzt jedoch zu einem Preis von „nur noch“ 11.178,17 US-Dollar. Anscheinend musste es passend gemacht werden, damit der Endbetrag „wieder“ 568.124,10 US-Dollar ergibt.

Ungeachtet dessen, dass der Hektarpreis weit unter den aus 2020 liegenden über 15.000 US-Dollar nun auf 11.178,17 US-Dollar sank, ergibt die Rechnung keinen Sinn für die Erben im Ausland. Die, die in Bergthal leben, und anstatt Geld Land bekommen, kommt der niedrige Landpreis entgegen, da sie ja die Geschwister auszahlen müssen. Ebenso fragt man sich warum 2 ha Wald und 11 ha Sumpf kein Wert haben und nicht aufgeteilt werden.

Da noch Krankenhausrechnungen und Steuern in Höhe von 8.723,36 US-Dollar zu zahlen waren und der Rest durch 8 Kinder geteilt werden muss – zumindest in der Theorie, bleiben jedem Erbberechtigten nach Schreiben 1 wie 2 jeweils 69.925,09 US-Dollar. Doch wie gesagt drei Kinder behalten das Land und bekommen Geld und die anderen bekommen nur Geld. Durch den niedrigen Landpreis und die vergessenen 52.000 US-Dollar im ersten Schreiben könnte man meinen, dass jemand übervorteilt wird.

Der Unterschied zur Rechnung mit dem echten Landpreis liegt bei etwa 17.000 US-Dollar pro Erbteil, demnach 85.000 US-Dollar, die die drei in Bergthal verbliebenen Schwestern weniger bezahlen müssen. Mit eingerechnet sind nicht die 2 ha Wald und 11 ha Sumpf.

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8 Kommentare zu “Bergthal: Was bei einem Erbfall alles schief gehen kann

  1. Naja, die armen, bedürftigen Sachbearbeiter beim hiesig Kindergartenerbschaftsamt, Kinergartennotare und Kindergartenanwälte verdienen ja sonst so wenig. Zum Glück der erste und letzte Vorfall dieser Art, der sich hierzulande so ereignet. Arbeiten ja auch morgen und übermorgen noch die gleichen Amigos im Gongo, Sambi und Paragauy am gleichen Arbeitsplatz. Wegen so einer Lappalie nicht einmal die Calcapp richtig bedienen zu können, wegen dem verliert hierzulande niemand sein Lizenziat. Haben hierzulande ja schon Mühe 3×2500 Gs mit der Calcapp zu kalkulieren. Calcapp gehört eindeutig nicht zum Pflichtfach hiesig 7 bis 11 Uhr Schul vielleicht abgeschlossen.

  2. Moyses Comte de Saint-Gilles

    Dies ist noch eine sehr glimpfliche Rechnung. Sogar Aktiengesellschaften werden von der Mediacion noch weit schlimmer mit weit mehr „vergessenen“ Angaben und Sachbestaenden mir nichts dir nichts geloest. Mit Hilfe von Buchfuehrern natuerlich.
    Den Sachwert herabzupreisen vom Marktwert ist eine gaengige Praxis bei den Mennoniten so dass es stets Leute gibt die auf „Schnaeppchenjagd“ gehen. Wird bekannt dass jemandem es finanziell schlecht geht so sammeln sich meist schon die Aasgeier und wittern ein Schnaeppchen.
    Wie in diesem Fall sitzen dann die angesehendsten der Familie zusammen mit Leuten aus der Koloniesverwaltung und drehen das Ding.
    Deswegen sind auch die Kinder dieses Verstorbenen in alle 4 Winde zerstreut – veruebtes Unrecht treibt Leute eben in ferne Landen.
    Im Chaco manifestiert sich systemische Ungerechtigkeit in den Mischehen – diese bedeuten dass man sich besser mit Fremden versteht als mit den eigenen Leuten. Daher gibt es kaum Liaisonen zwischen DACHlern und anderen DACHlern sondern fast nur mit Paraguayer – das ist dasselbe Problem.
    Aus gutem Grund oeffneten sich die Mennonitenkolonien einst zur Welt: unter dem Teppich des Dorfs- und Landserlebens wurde so manches Schindluder voellig ungestraft getrieben. Das Schindluder wird auch heute noch getrieben und ungestraft auch, nur hat es heute eher eine Chance in die Presse zu gelangen.
    Das Waisenamt nimmt normalerweise, je nachdem wie die Erben es sich gefallen lassen, einen gewissen Prozentsatz an Erbsteuer. Natuerlich wird diese nicht an den Staat weitergeleitet und bei staatlichen Institutionen will auch niemand recht bei Trost das Erbe teilen da die Justiz das meiste frisst. Und so laesst man sich eher ums Ohr hauen und betruegen. So in etwa 1 bis 10% nimmt oft das Waisenamt und 50 Tausend $ sind genau 10%. Klar reissen sich die ansaessigen Erben noch so manches unter den Nagel mit hilfe der Bergthaler Bonzen.
    Siehe die Rubrik „Kolonies Tax“, das ist so ne Art interne Revolutionssteuer der Kolonie. Und da regt man sich auf wenn die EPP auch mal Revoluzzo Tax kassieren will. Wer kann es ihr verdenken auch mal absahnen zu wollen?!
    Man bedenke dass das Bargeld in der Credit Union (also Kooperative) im zweiten Schreiben um etwa 50 Tausend zugenommen hat. Entweder wurde da ein Fehler korrigiert oder Posten verschoben.
    Da ist aber was im Hintergrund gelaufen da ploetzlich mehr Geld da ist als vorher aber der Landpreis gesenkt wurde.
    Genau die Bewertung der Laendereien und Sachwerte da wird meist herumgedreht so dass der eigene Vorteil hervorspringt.
    In der Tat bekommen die Erben mit den Sachwerten jetzt mehr da ihre Sachwerte niedrig berechnet werden, eventuell die Haelfte des eigentlichen Landpreises, und bekommen in der Tat obendrauf noch genauso viel Bargeld wie die anderen die kein Land erben.
    In der Tat bekommen die Landerben je 131.000 USD (an Landwert) + 69.000 USD (an Bargeld) = 200.000 USD. Wo die auslaendischen Gelderben nur je 69.000 USD Bargeld bekommen.
    Eine typische Erbverteilung im Gelobten Land der Mennoniten. Da braucht man nicht lange raten warum niemand mehr gerne Kumba-Ya mit dem Naechsten in der Kirche singt.
    Ja da wurde gruendlich was zurechtgeschrieben.
    So sieht das auch allewege unter den Mennoniten des Zentralen Chaco aus. Einigen wird es dann zu bunt und diese fangen einen Rechtsstreit ein wo sich dann Anwaelte, Huehner und Richter weidlich freuen und den Erben bleibt nichts uebrig. In einem Fall wurde „die aufgewandte Arbeitskraft“ eines Erben miteingerechnet und so hoch angesetzt dass die anderen praktisch leer ausgingen.
    Fuer die Erben die ihre Kumpels in Verwaltung, Kooperatve und Kolonie sitzen haben, geht die Sache natuerlich wie ein gefundenes Fressen aus.
    Auch im zentralen Chaco erben z.B. rangeheiratete paraguayer Frauen: nichts. Diese koennen nicht Buerger werden – nehm ich mal stark an. Die Kinder erben allerdings schon als Nachfahren des Mennoniten. Diese Apartheid ist allerdings drastisch im broekeln begriffen.
    In diesem Fall gehoert das Land niemandem sondern jeder sollte 69.000 USD bekommen. Will jemand das Land haben so muss er etwa 132.000 USD (Wert von 11 Ha) an die anderen gleichberechtigt verteilen, also jedem anderen Erben rund 17.000 USD geben inklusive sich selbst. Das fuer die 3 Erben die das Land behalten.
    Aber das wird so langsam kompliziert so lasst uns das vereinfachen.
    Am besten ist sie rechnen das so:
    Bargeld 169.000 USD / 8 = (+) 21.000 USD
    Liegenschaften 35 Ha / 8 = (+) 4.3 Ha steht jedem zu.
    4.300 Aktien / 8= (+) 537 USD
    (-) Spital und Revoluzzo Steuer = 8.700 / 8 = (-) 1000 USD
    =
    (+) 20.500 USD fuer jeden in Bargeld.
    Jeder der 8 Erben nimmt jetzt die 4.3 Hektar in Besitz. Jeder dieser Erbteile hat einen Wert von 52.000 USD.
    Wollen 3 der Erben die anderen 5 Teile von insgesamt 8 Teile kaufen, so zahlt er fuer jedes Teil eben demjenigen Erben 52.000 USD. Damit hat jeder dann 72.000 USD an Geld oder im Falle der Landerben an Landwert.
    Man sollte nicht Liegenschaften mit Geldwert vermengen.
    Man sollte nicht zu viel Gewicht auf den Wisch Papier legen da die Mennoniten oft nicht das aufschreiben was sie denken und meist Gedanken und zu Papier gebrachte Gedanken nicht uebereinstimmen. Es faellt den Mennoniten schwer ihre Gedanken zu Papier zu bringen – so dass auf dem Papier oft was voellig anderes steht als in ihren Koepfen rumschwirrt. Das bedeutet nicht unbedingt dass die Landerben auch diese 69.000 USD in Bargeld bekommen sollen auch wenns auf dem Papier so mit etwas Fantasie herauszulesen geht. Eben, sie vermochten eventuell nicht das richtig zu Papier zu bringen.
    Gehoeren tut jedem 20.500 USD Bargeld. Dazu jedem die 4.3 Ha Land. Dieses Land muss er dann fuer 52.000 USD (oder was immer der Hektar Preis ist) an die anderen Erben verkaufen die ihm das Geld auf die Hand geben. Koennen sie nicht zahlen so sollte es verpachtet werden an die „Landerben“.
    Es kann ein Missverstaendnis sein oder ein Betrugsversuch – oder beides. Rumgewurstelt wird in allen Faellen immer gerne.
    Rat zur Guete: das Land nicht aufteilen sondern in Bruderschaft zusammenarbeiten. Die in Paraguay verbliebenen Erben pachten die anderen Teile und zahlen ein jaehrliches Pachtgeld von 15%. So wird die Zersplitterung der Erblande wie in Europa damals mit den Land- und Ritterguetern leider geschehen, vorgebeugt und die Laendereien bleiben rentabel da sie eine groessere Flaeche haben. Der Gutszersplitterung muss unbedingt vorgebeugt werden um die Gueter rentabel zu halten.
    Wenn ihr nur betruegen wollt so koennt ihr gleich Kooperative, Kirche und Kolonie dicht machen, denn dann ist da sowieso niemand mehr Christ.

  3. Nichtsz gegen die Schreibzfehler. Scheinzt wohl in Bad-Deutschsz von einem/einer/eines Menno*in verfaszt worden zu sein.
    Der letzte Satsz ist schon ein wenig frechz:
    „Mit diesem Entschlusz schieszen wir die Erbschafts Teilung ab, so dasz nichtsz mehr zu reklamieren ist“.
    Ich würde da mal reklamieren.
    Sieht so ein offiziellesz Schreiben eines Staates aus? Das ist einer dieser dubiosen Anwälte*innen von hier, der/die/dasz schaltet und waltet wie es ihm/ihr/esz gerade paszt und rechtlich nie belangt werden kann. Kann man beim Staat reklamieren, die senden einem dann zu dem/der/das zum Reklamieren. Dem/der/das wird es einem dann schon erklärenz, bis man „Ahhh, blas mer doch in de Schuesz“!

  4. So ist das in Paraguay: „Ein Testament, das juristisch kaum Wert hat“ – zu was macht man dann überhaupt ein Testament? Nicht einmal der letzte Wille eines Verstorbenen wird hier scheinbar von der Justiz respektiert, selbst dann nicht, wenn das Testament von einem Notar beglaubigt wird. Alles ist offensichtlich frei interpretierbar und kann jederzeit infrage gestellt werden. Das ist doch nur noch irre! An dieser Stelle möchte ich nur all jene warnen, die beabsichtigen ein Grundstück oder eine Immobilie zu erwerben, wenn einer/eine der beteiligten Eigentümer bzw. Ehepartner nach dem ursprünglichen Erwerb verstorben ist und bisher noch keine Erbschaft (Herencia) vom Gericht geregelt ist. Es genügt nicht, wenn die Erben beim Verkauf vor dem Notar erklären, daß sie mit dem Verkauf einverstanden sind. Theorietisch könnte ja noch ein weiterer Erbe vorhanden sein, der zum Zeitpunkt des Verkaufs davon nichts weiß, aus welchen Gründen auch immer. Dieser könnte dann im Nachhinein den Kaufvertrag annulieren lassen = Geld weg, Grundstück/Immobilie weg. Also Hände weg vom Kauf eines Grundstückes/Immobilie bei keine gerichtlich bestätigte Herencia vorliegt. Auch keine Vorverträge mit Anzahlung abschließen, selbst dann nicht, wenn die bekannten Erben notariell ihre Erbansprüche auf den Käufer übertragen, damit dieser die Herencia auf seinen Namen beantragen kann. Diese Fälle kommen leider immer wieder vor, besonders mit naiven Ausländern.

  5. Moyses Comte de Saint-Gilles

    Juristisch gesehen kann das Land nicht vererbt werden da es der Kolonie Bergthal gehoert.
    Aber irgendwas stimmt da mit der bergthalschen Rechnung nicht denn woher diese 69.000 USD pro Person hernehmen wenn das Land nicht veraeussert wurde und pro Person das Bargeld nur fuer 20.000 USD reicht?
    Da wird verkompliziert um zu bescheissen.

    1. Mit hiesig 7 bis 11 Uhr täglich Schul vielleicht abgeschossen und es dennoch zum Kindergartenanwalt, -notar, -arzt, -pilot, politiker, polizist, justizler – alles auch -* und -innen – gebracht zu haben, wissen sie selbst nicht, woher sie das Geld auftreiben wollen. Hauptsache, sie bekommen ihre Plata. Der Rest ist Kinderarbeit, wie der Artikel aufzeigt, obwohl man davon ausgehen darf, dass Kinderarbeit auch in Gongo, Sambi und Paragauy verboten sei.

  6. Wer facebook hat kan lesen was radio bergthal berichtet ueber landpreise anliegend an neu bergthal,dicke ueber 23000$ den hecktar, ist doch komisch das es in bergthal kolonie nur 11178$ oder nicht mal halber preis gerechtnet wird wenns mit erbschaft zu tue hat;weh den erblingern;naja dan wirds nur halb so lang dauern um ihre fetten 56million US schulden zu bezahle;normale weise finde man so ein scheiszdrek preise nicht auf diesem planeten.

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