Chaco: Anscheinend mag man keine Wassermelonen

Filadelfia: Der Verkehrspolizei ein Dorn im Auge waren die Indigenen, die ihre Wassermelonen am Straßenrand zum Verkauf anboten und somit anscheinend das Stadtbild verunreinigen.

Einer der Produzenten, Roberto Flores, der der Gemeinschaft Damasco, des Volkes der Guaraní Ñandeva in der Zone Laguna Negra, Mariscal Estigarribia, angehört, verkauft seit Jahren seine reifen Früchte in Filadelfia. Dieses Jahr jedoch erhielten die einen Platzverweis. Die Uniformierten schafften sie und ihre Ware bis an die Stadtgrenze.

Wegen dem besseren Absatz und weil sie Geld verdienen müssen, brachte Flores 300 Wassermelonen nach Filadelfia, die er zwischen 20.000 und 30.000 Guaranies verkauft. Kaum hatte Flores die Früchte abgeladen, kamen Verkehrspolizisten und forderten ihn auf den Ort zu verlassen. Angeblich störten sie beim Fußgängerübergang an einer Ampel. Eine simple Verschiebung um einige Meter war jedoch nicht das Problem, denn das wurde auch nicht geduldet. Doch nicht nur ihm erging es so, auch anderen Indigenen, mit den gleichen Früchten.

Sie wurden an einen Weg der Stadtgrenze umgesiedelt, wo noch nicht einmal ein Käufer vorbeikommt. Die 500.000 Guaranies für den Transport sind nun verloren, die Melonen kauft keiner. Sie machen den Bürgermeister Holger Bergen für die Situation verantwortlich.

„Der Bürgermeister ist ein Mennonit und die Mennoniten sagen immer, dass die Indigenen aus dem Chaco faul sind und nicht arbeiten wollen. Doch sie helfen dir auch dann nicht, wenn du arbeiten willst. Die Menschen wollen arbeiten aber wegen fehlender Maschinen geht das nicht und man verliert viel Zeit“, sagte Roberto Flores und erklärte weiter, „dass ihnen ein neuer Traktor versprochen wurde aber es schlussendlich ein alter war, der zu nix tauge ist. Hier gibt es viele gut ausgebildete Traktoristen unter den Indigenen. Wir haben schnell gemerkt, dass der Traktor immer Probleme hatte. Hoffentlich erinnert sich unser Präsident an uns, wir haben schon so viel verloren und nun jetzt muss ich wieder nach Hause mit leeren Händen“.

Wochenblatt / Última Hora

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10 Kommentare zu “Chaco: Anscheinend mag man keine Wassermelonen

  1. Lasst doch den Indios auch das tun, was andere auch dürfen. Die arbeiten wenigstens. Gut, wenn es ein Gesetz gibt, dass jeder ein Patente braucht und nur an bestimmten Stellen verkauft werden kann, dann soll man das auch für ALLE durchsetzen. In der Praxis stellt jeder seinen Asado-Amburguesa-Schiggle-Babero-Stand da auf wo es im passt oder fährt stundenlang aufm Dreirad mit 120 dB Megaphon durchs Quartier, um seine Alfombra, Schiggle-Babero, Tschulla-Tschulla anzupreisen und stören alle, die gerade am Studieren ihrer Bedienungsanleitung ihres Videorekorders sind. Mich zum Beispiel.

  2. So sieht Nächstenliebe von “ Sektenangehörigen“ aus.
    Egal welche Sekte, keine hat was mit Gott zu tun.
    Manche sollten sich mal fragen wer die Ureinwohner und wer die Besetzer sind ?

    1. Wirklich dummer Kommentar! 1.) Was haben die Mennoniten mit „Sekten“ zu tun? 2.) Die Frage, wer die „Ureinwohner“ und wer „Besetzer“ sind, könnte geradewegs von links-grünen Bessermenschen kommen und ist mehr als absurd. Seit Jahrhunderten leben in Paraguay neben den ursprünglichen Ureinwohnern Weiße aller Schattierungen, die dieses Land erst zu dem gemacht haben, was es heute ist. Ohne die Weißen, ohne die Mennoniten wären die Ureinwohner gerade im Chaco vermutlich schon längst ausgestorben. Denn zum Zeitpunkt der Zuwanderung durch die Mennoniten wurden die damaligen Indianer im Chaco vor einem Massenselbstmord bewahrt. Die Indianer sahen im Chaco keine Lebensgrundlagen mehr und begannen ihren Nachwuchs systematisch zu töten, z.B. daß jedem Säugling gleich nach der Geburt Sand in den Mund stopften. Außerdem lebten sie in hysterischer Angst vor bösen Geistern. Erst die Mennoniten nahmen ihnen diese Ängste und gaben ihnen wieder Lebensmut, retten sie hierdurch als Ethnie und nahmen ihnen die Angstkultur durch Mission. Bis zum heutigen Tag erfahren die Idianer im Chaco sehr große Unterstützung durch die Mennoniten, sei es praktischer, als auch in finanzieller Hinsicht. Daher heute von „Besetzern“ zu sprechen ist wirklich purer Unsinn!

      1. Moyses Comte de Saint-Gilles

        Das ist richtig, Eulenspiegel.
        Den Lengua Stamm (Enlhet) haben die Mennoniten mal vor dem Aussterben bewahrt. Sie zaehlten damals nur 600 Personen wie ich es mal mitbekam. Sie wurden kriegerisch von den Indianerstaemmen Chulupi und Ayoreo fast ausgerottet. Sie fluechteten dann nahe den Mennoniten wo sie dann sicher waren. Heute sind die Enlhet die groesste indigene Volksgruppe, die groessten Saeufer und am meisten ins mennonitische Wirtschaftssystem eingebunden.

      2. Das ist schon richtig. Seit Jahrhunderten leben Nachfahren von Konquistadoren gepaart mit Einheimischen hier. Wie überall in der Neuen Welt (Amerika). Aber irgendwie haben die Konquistadoren es trotzdem gestohlen. Im Namen Gottes. Auch viel Gold, eingeschmolzen für effizienteren Transport. Der Staat Paragauy tut zwar viel für die Ureinwohner, aber irgendwie landet vieles in der Korruption. Ich verstehe es nicht, warum man den Ureinwohnern nicht Land schenkt. Und zwar „gutes“ Land. Schon klar, im Chaco können sie nichts anfangen und müssen hungern. So soll dieser Staat den Ureinwohnern „gutes“ (grünes) Land geben, schenken, aber so dass sie es nicht verkaufen dürfen. Ein großes, zusammenhängendes Stück Land, wo sie sich verwirklichen können und so leben können, wie sie es von Ihren Ururur-Großvätern vermittelt bekommen haben. In der Stadt können sie sich schlecht anpassen. Eine Art Refugium, für die die wollen, diejenigen die es in die Stadt zieht müssen sich an die Regeln und Sitten der Zivilisation halten. Aber, wenn das so einfach wäre. Und es ist schon eine Leistung, was die Mennoniten geleistet haben.

  3. Die Mennoniten machen ja da keine Regeln mehr. Die Municipalidad hat es ja übernommen und denen wird von der Regierung die Regeln vorgeschrieben. Und jeder der handeln möchte muss ein Patent de venta haben so einfach ist das. Eigentlich ist das nur Gerecht für alle die einen Handel betreiben.

    1. Moyses Comte de Saint-Gilles

      Die Mennoniten steuern die Munizipien. Es gaebe kein Munizip koennten die Mennoniten es nicht kontrollieren. Allerhantige Quark nistet sich heute in den Munizipien ein und treibt da sein Unding.
      Diese „Corruptos lentos“ treten dann nach unten und nach oben und in alle Richtungen. Z.B. oft sind solche Munizipsfritzen Mennoniten die mit Paraguayerinnen verheiratet sind – von Mennonitismus keine Spur weit und breit mehr…
      Die Geschichte von Loewen-Penner-Bajac und selbstangestellte Kinder im Parlament als hochbezahlter Mozo (Terereschank), ist der Prototyp wie es allewege laeuft.

  4. Moyses Comte de Saint-Gilles

    Seit es Grossgemuese- und Obstverteiler gibt (Mennoniten) passieren diese Dinge. Diese Grosshaendler haben sich die ganze Zulieferung im Zentralen Chaco gesichert (Monopol) und beziehen alles ausschliesslich von Schmuggelgut aus dem Mercado de Abasto und Mercado 4 von Asuncion wo die argentinischen Produkte dann auf Schleichwegen reinkommen. Der Teil Grosshaendler und Marcado 4 waescht durch legale Belege diese Schmuggelgueter die dann „legalisiert“ im Chaco ankommen (mit Beleg).
    Munizipseinkommen stehen auch auf dem Spiel und diese Kleinhaendler werden bei den Supermaerkten und Grossverkaeufern abgewiesen da es jetzt schon nur „per Vertraege“ geht.
    Einzelne Bauern sei es Paraguayer wie Mennoniten koennen nichts mehr liefern weder bei den privaten Supermaerkten noch bei den mennonitischen Kooperativen.
    Dadurch ist der gesamte Obst- und Gemueseanbau bei den Mennoniten von den Kooperativen selber systematisch zum Erliegen gebracht worden. Scheint als ob bei jeder neueren Verwaltung und juengeren „Fachkraeften“ die Situation sich verschlimmert und Beziehungen und Monopole sich immer weiter aufbauen.
    Als Einzelproduzent ist es in der Tat nicht mehr moeglich seine Produkte zu verkaufen. Aus dem Markt schikaniert zu werden ist keineswegs selten.
    Es sind nicht die Bauern die dieses Unwesen da treiben sondern die Zwischenhaendler – meist die neue Burgoisie der Ballungszentren das Landleben aufgab und nun zum Geschaeftsmann wurde.
    Die meisten Agrarprodukte duerften heute aus Argentinien kommen da die lokale Produktion abgewuergt wurde. Paraguay produziert fast nur fuer der Exportmarkt weil die Produktion nur in sehr wenigen Haenden liegt. Und die wollen viel Geld haben fuer die wenigen Produkte die sie produzieren.
    Z.B. diese Wassermelonen kosten in den Supermaerkten der Ballungszentren, wenn ich mich nicht irre, wenigstens 70.000 Guaranies, – wenn ich mich nicht irre. So die Grosshaendler haben keineswegs „razor thin margins“ sondern verdienen sich einen reichen Wanst mit dem Obst und Gemuese.

  5. Es ist ja auch viel lukrativer wenn der Indianer für den Landwirt Wassermelonen anbaut für schlappe 20.000gs am Tag und später verkauft der Landwirt dem Indianer oder ihrem Stamm die schlechtesten Melonen für 15.000- 30.000gs das Stück. Eine Rechnung die sich fūr den gewitzten ***** , pardon Geschäftsmann, lohnt.

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