Das Ausnutzen von öffentlichen Geldern

Asunción: Die Parlamentarier lassen es sich gut gehen und besuchen die schönsten Orte, wie zum Beispiel Cancún, Miami und andere in der ganzen Welt. Meistens haben die Veranstaltungen nichts mit der legislativen Arbeit zu tun.

In den häufigsten Fällen werden viele Reisen für Seminare oder Vorlesungen unternommen. Dafür werden die Ausflüge,aber auch der Aufenthalt vor Ort und Spesen vergütet, die aus öffentlichen Geldern stammen. In Cancún nahmen Politiker an einer Konferenz der Interamerikanischen Entwicklungsbank teil. Neben dem Flug erhielt jeder parlamentarische Teilnehmer fast 10 Millionen Guaranies als Aufwandsentschädigung für die zwei Tage dauernde Tagung. Als Interessenten wurden Führungskräfte von Banken, Vertreter von Wirtschaftsverbänden, Bauunternehmen, Bauträger und weitere aus dem Sektor eingeladen. In der Einladung stand nicht, dass auch das Interesse der Parlamentarier aus Paraguay in Cancún erwünscht sei.

In Punta Cana, Dominikanische Republik, wurden pro Tag den Politikern mehr als acht Millionen Guaranies erstattet, hier fand eine Konferenz über die öffentliche Verwaltung statt und in Miami waren es wieder mehr als 10 Millionen Gs. Dort fand eine Tagung für Bankenfachleute statt.

Hugo Velazquez, Vorsitzender des Parlaments, legte 2014 fest, dass jeder Abgeordnete nur drei Reisen pro Jahr unternehmen dürfe, die Aufwandskosten, sprich Tagegelder, aber von den Politikern selber getragen werden müssten.

Die Colorado Abgeordneten Blanca Vargas, Enrique Pereira, Del Pilar Medina und die liberale Politikerin Maria Carisimo hielten sich zwar an die Vorgabe, 2016 nur drei Reisen zu unternehmen, die Aufwandsgelder ließen sie sich aber in Form von öffentlichen Geldern ausbezahlen ohne ihr persönliches Budget anzugreifen. Keiner der Beteiligten äußerte sich zu den Vorfällen.

Quelle: Ultima Hora

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4 Kommentare zu “Das Ausnutzen von öffentlichen Geldern

  1. Es gibt ein geflügeltes Wort in Paraguay: „Viaticar“, also kassieren für „Dienst“reisen.

    Um den öden Büroalltag zu entfliehen, sind die Angestellten des öffentlichen DIenstes sehr reise- und kassierfreudig. Als in unserer Abteilung zu einer Fahrt nach Foz de Iguacu über 2 Werktage eingeladen wurde (über Itaipu) um eine Kläranlage zu besichtigen, wollten nicht weniger als 24 Kollegen in unserer Abteilung (von insgesamt 44 eingeladeten) da mitfahren. Davon viele, die gar nichts am Hut mit Kläranlagen haben. Der Termin war Anfang Dezember, zu einer Zeit in der die Leute eigtl. ziemlich beschäftigt sind.
    Ich, der aufgrund einer Spezialisierung an der Uni Dresden am meisten Ahnung von Kläranlagen hat, verzichtete auf die Reise, weil ich eben noch pflichtbewusst bin und andere Dinge Priorität haben – ausserdem fahre ich nicht mit 24 Kollegen da hin.
    Aber wenn ich Aufgaben an andere weitergeben möchte, dann heisst es oft, dass es gerade „wahnsinnig viel zu tun“ gäbe.

    Die Reise wurde aber dann abgesagt, ich weiss nicht ob die Directora auf meine Anregung den Termin als ungünstig bewertete oder ob die Begleiter von Itaipu dann doch nicht konnten.

    1. Vielleicht hätte man die Leute von Foz de Iguacu zu einer Powerpoint-Präsentation nach Asuncion einladen sollen, dann wären wohl nur noch zwei Leute an der Weiterbildung interessiert gewesen.
      Es ist schon Merkwürdig, dass diese im Artikel erwähnen Personen auf Staatskosten reisen, inkl. Spesen, wo doch eine Einladung gut vorbereiteter Redner vor Ort viel, viel günstiger käme.

  2. es werden immer nur die angeprangert, die ihre zustehenden „Bonusse“ auch voll und ganz ausnutzen. Würde ich auch tun! Diejenigen, die so etwas überhaupt möglich machen, genehmigen, usw.. die gehören an den Pranger gestellt und sollten zur Rechenschaft gezogen werden. Der arme Parlamentarier tut ja nur das, wozu er gezwungenermassen aufgefordert wird 😉

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