Das Leid und die Anstrengungen von Einwanderern in Paraguay

Caacupé: Schon viele Europäer sind nach Paraguay eingewandert. Einige hatten Glück und bleiben sesshaft, andere aber scheiterten. Eine Reportage von Einwanderern über ihre Arbeit im Land und deren Anstrengungen, Fuß zu fassen.

Wer zu denjenigen gehört, die eine Rente beziehen, ist es in Paraguay relativ einfach, gut zu überleben. Auch wenn die Preise in Paraguay stetig ansteigen. Verschiedene Lebensmittel haben europäisches Niveau erreicht. Dafür sind, zum Beispiel, zahnärztliche Behandlungen für einen Bruchteil der Kosten im Vergleich zu Europa möglich und von bester Qualität.

Meistens versuchen Einwanderer sich als Wirt über Wasser zu halten. Das klappt aber nur zum Teil. Peter Rihm, ein Schweizer, hat das Restaurant El Mundo unter sich. Erst vor Kurzem gaben zwei Kühlschränke ihren Geist auf, das Auto hat einen Motorschaden und zudem gibt es noch einen Gerichtsstreit mit der Ex-Frau. Er denkt daran zurückzugehen. Freunde sprachen ihm Mut zu und erklärten ihm, in der Schweiz könne dies auch passieren. Er dürfte wohl weitermachen, zumindest am Donnerstag erschien die aktuelle Tageskarte auf einem Post in Facebook. Seine Anstrengungen sind bemerkenswert.

Ein anderer, Manfred Gnadl, ist er seit Kurzem in Paraguay. Er pachtete das ehemalige Restaurant 4 Octobre in Caacupé von dem Schweizer Rene, der hier fast 10 Jahre lang “Geschichte schrieb“. Es heißt nun El Altote.

„Ich unterschrieb einen einjährigen Pachtvertrag mit Rene. Eigentlich dachte ich, die Stammkundschaft wird auch mir treu sein. Das ist aber nicht der Fall. Nur 10% sind es noch. Da muss wohl irgendetwas im Hintergrund gelaufen sein“, sagte Gnadl.

Er kam mit sechs Gulaschkanonen im Container nach Paraguay und versuchte damit hier Fuß zu fassen. Der Anklang bei der Bevölkerung war gering. Nun hat er eine Kanone umfunktioniert und wird daraus Pizzas anbieten.

„Graciella, meine Lebensgefährtin und ihr Sohn unterstützen mich bei allen Vorhaben. Sie kocht und der Sohn sorgt für das Marketing. Wir sprechen vor allem auch Paraguayer an, die abends Musik hören wollen. Pommes, Hamburger und Lomito Árabe sind dann angesagt“, sagte Gnadl.

Der Spagat zwischen den europäischen Gästen und Einheimischen bereitet große Anstrengungen und fordert Einsatz. Donnerstag gab es Kohlroulade mit Kartoffeln. Das war mittags der Renner bei den Gästen aus der Schweiz und Deutschland. Aber auch Gerichte, wie Rinderrouladen, werden stark nachgefragt.

Kochen tut seine Lebensgefährtin, aber der Bayer probiert neue Rezepte immer wieder selbst aus. Gulasch, Stroganoff und Kaspressknödel finden sich ab und zu auf der Speisekarte.

Gandl ist für den Service zuständig. „Von 10:00 Uhr am Vormittag bis abends um 21:00 Uhr ist anstrengend. Es schlaucht ganz schön. Ich war früher Kfz Mechaniker und nun so ein Sprung“, erklärte er.

Seit gut vier Wochen ist das Lokal erst in Betrieb. Die Mühe und Leidenschaft sind allen drei Personen anzusehen. Sie kämpfen noch mit anderen Unwägbarkeiten.

„Erst kürzlich bellten die Hunde im Haus an der Hinterseite des Lokals zur Mittagszeit. Es war gerade Hochbetrieb. Trotzdem schaute ich nach dem Rechten und sah gerade noch einen Einbrecher über die Mauer verschwinden“, erklärte Gnadl. Es wurde zum Glück nichts gestohlen.

Wir werden weiter über solche Beispiele berichten und auch diese verfolgen. Vielleicht können Sie als Leser auch über ein Erlebnis berichten und Beispiele anbringen. Die Redaktion freut sich über jeden konstruktiven Kommentar.

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32 Kommentare zu “Das Leid und die Anstrengungen von Einwanderern in Paraguay

    1. Der Begriff kommt aus dem Militär und bezeichnet einen sehr großen Metallkessel, in welchem auf dem Feld den Soldaten das Essen zubereitet wird. Meist war das eben Gulasch. Unter dem Kessel befindet sich der Ofenteil mit seitlichem Kamin. Beheizt wird der Kessel i.d.R. mit Holz.

  1. Ich wuensche viel Erfolg,ich weiss nur geht der alte Wirt geht die Kundschaft.Sie werden es schwer haben,denn die Hauptkunden (CH) sind fast alle abgewandert zum anderen CH. Viel Glück

  2. Einige frühere Leserkommentare zu diesem Thema für neue Leser.
    Paraguay war schon immer ein “Umsteigebahnhof” da die Einwanderung gegenüber anderen Ländern sehr einfach war. Vor dem 1.Weltkrieg kamen sehr arme Deutsche, die in ihrer Heimat keine persönliche Zukunft sahen. Zwischen dem 1. und 2.Weltkrieg Deutsche aus den ehemaligen afrikanischen Kolonien, aus Russland, der Tschechoslowakei, Polen usw. , nach der Machtübernahme dann deutsche Juden und nach dem Krieg Menschen aus europäischen Ländern, die mit den Deutschen zusammen gearbeitet hatten. Erst in den letzten Jahren, als es in Deutschland wieder sehr gut ging , kamen Menschen, denen die Steuern dort zu hoch waren, die Probleme mit der Justiz oder Ehepartner hatten und die letzte Welle waren dann Rentner, die erhofften, bei Sonnenschein billiger in Paraguay leben zu können. Das letztere ist aber der schwächste Auswanderungsgrund und wahrscheinlich werden wohl hier nicht viele bis zum Lebensende bleiben.
    Die meisten dieser vielen Einwanderer gingen nach einiger Zeit wieder weg, weil Paraguay zu heiß und wirtschaftlich für sie zu uninteressant war, sie Papiere für andere Länder erhielten oder genügend Gras über den Auswanderungsgrund gewachsen war.
    Wer blieb waren die Menschen die im Lande Erfolg hatten, die sich integrieren konnten und auch von der einheimischen Führungsschicht voll akzeptiert wurden und nicht ständig an Land und Leuten herumnörgelten und meinten, es besser wissen zu können.

    Als erstes sollte man alte Bäume nicht umpflanzen sondern in jungen Jahren auswandern. Dann eine Arbeitsstelle annehmen um Land, Leute und Mentalität kennen zu lernen. Nach ein paar Jahren kann man dann erst ohne größere Verluste an eine selbständige Tätigkeit und an Investitionen denken. Man sollte seinen Lebensunterhalt im Lande verdienen und nicht von Einkünften aus dem Ausland leben.
    Viele der Mängel Paraguays die in den Leserkommentaren beschrieben werden hätte man vermeiden können wenn man so verfahren hätte.
    Können Rentner die wegen billigeren Lebenskosten nach Paraguay kommen überhaupt als Auswanderer bezeichnet werden. Sie werden immer mit einem Bein in Europa leben, da dort Kinder und Enkel sind. Kaum werden sie wirtschaftlich tätig und bei Krankheit oder Alter wieder nach Europa zurück gehen. Ebenso werden sie kaum noch Kinder bekommen die durch Schule und Jugendfreunde dann auch Paraguayer werden, Spanisch ohne Akzent sprechen und vielleicht zur Berufsausbildung dann nach Europa gehen. Einige bleiben dann dort, aber meist kommen sie wieder zurück um sich hier eine Zukunft aufzubauen oder den elterlichen Betrieb zu übernehmen so vorhanden.
    Auswanderer die endgültig Europa verlassen wollen um selbständig etwas aufzubauen gibt es heute kaum noch. Zu früheren Zeiten trieben die Not oder Kriegsfolgen zur Auswanderung. Heute ist das Sozialnetz in Europa viel zu groß und fördert kaum die Risikobereitschaft die immer mit einer Auswanderung verbunden ist.

    1. Nicht schlecht, der Kommentar. Was mich aber stört sind die Verallgemeinerungen, die – wie immer – eine große Fehlerquelle beinhalten. Es gibt auch in Paraguay – wie in vielen anderen Ländern – durchaus auch „Neue“, die mit einem neuen Unternehmen erfolgreich sind. Und es gibt durchaus auch Rentner, die sich völlig von Europa abgenabelt haben, wohlwissend um den schlechten Zustand zumindest der Europäischen Union.
      Wie gesagt, in dem Kommentar gibt es zu viele Verallgemeinerungen, obleich er auch viele Wahrheiten beinhaltet. Das größte Problem wurde allerdings gar nicht angesprochen, oder haben meine trüben Augen es übersehen? Wer nach Paraguay oder in irgendein anderes Land zieht, dass er vorher noch nie gesehen hat, dessen Kultur er nicht kennt oder – schlimmer noch – diese ihn auch nicht interessiert, wer zudem über keinerlei Kenntnisse der Landessprache – zumindest einer – verfügt, der ist prinzipiell zum Scheitern verurteilt. Na, den Fehler in dieser Aussage gefunden? Richtig! Auch das ist eine Verallgemeinerung. Dabei bestätigen Ausnahmen ja immer die Regel, oder…?

  3. Ich kann auch nur viel Erfolg wünschen. Leider habe ich bisher keine Werbung, keine Anfahrtsskizze (ohne die in Paraguay gar nichts läuft) gesehen. Ich habe mal erfahren das „Rene“ das Lokal schliesst. Ich suchte letzte Woche mit meiner Frau in Caaupe ein Restaurant zur Mittagszeit, jedoch sind wir auf kein 4 Octobre aufmerksam geworden. Wie auch?

    1. „Ich suchte letzte Woche…“
      Da denken die DACHLer wie die Paraguayer: Das weiss doch jeder wo mein Geschäft ist.
      Dass aber von einer guten Beschilderung / Wegebeschreibung der Umsatz direkt abhängt, das
      haben sie nicht verstanden.

  4. Wenn ich von Einwanderungswilligen gefragt werde von was sie in Paraguay künftig leben können, dann schrillen bei mir die Alarmglocken. In diesem Land eine Existenz aufzubauen ist ungeheuerlich schwierig, es sei denn, man bringt genug Kapital mit. Dann aber erhebt sich gleich die Frage, was bekomme ich außer Risiko hier für mein Kapital. Wäre es dann nicht besser, das Geld auf der Bank (nicht Genossenschaft!!!) anzulegen? Das ist schwer abzuschätzen und hängt davon ab, welche fachlichen Fähigkeiten mitgebracht werden. Am wenigsten Erfolg versprechend dürfte der Einstieg in die Gastronomie oder die Gästevermietung sein. Das haben schon viele versucht und sind kläglich gescheitert. Am ehesten haben hier Einwanderer gute Erfolgschancen, wenn sie über ordentliche Qualifikationen in folgenden Bereichen verfügen: Kfz- und Motorradmechaniker, Autoelektriker, Elektroniker, Elektriker, Möbel- und Fensterschreiner/bauer, Computerspezialisten. Aller Anfang ist hart, wie überall auf der Welt und ohne Sprachkenntnisse läuft überhaupt nichts. Am besten läßt es sich in PY leben mit festen Bezügen aus der alten Heimat, wie z.B. Renten und Pensionen. Für junge Leute sehe ich wenig Perspektiven in PY. Das kann u.U. zu einem großen Problem werden, wenn Einwanderer ihre Kinder mitbringen. Davor rate ich generell ab. Und Eines sollte nicht außer acht gelassen werden: Es gibt in PY keinerlei soziale Unterstützung. Die Krankenabsicherung ist zum vergessen. Ernstlich krank darf man hier nur werden, wenn genug Ersparnisse vorhanden sind. Das gleiche gilt erst recht für das Alter. Wer versorgt und hilft einem. Man mag darüber am besten gar nicht nachdenken. Wer kann, sollte sich ein Hintertürchen in der alten Heimat offen halten.

    1. Ich gebe dir Recht, dass man als Selbstständiger es sehr schwer hat, vor allem als Quereinsteiger in der Gastronomie. Auch ist der Markt da definitiv gesättigt. Ein Paraguayer bevorzugt halt lieber seinen Asado und Lomito Arabe als Schnitzel mit Pommes.
      Ein Handwerker hat hier defintiv bessere Karten, ironischerweise ist ja der Herr Gnadl KFZ-Mechaniker, aber wenn er da gleich 5 (!) Feldküchen im Gepäck hat, war die Intention schon von Anfang klar,
      Ein positives Beispiel in der Gastronomie ist der Herr Werner, der Eigentümer des „Jardin Aleman“ in Capiata. Der ist allerdings seit den 80er Jahren hier. Sein Buffet, insbesondere die kalte Platte, ist von erstklassiger Qualitaet. Vielleicht kann ihn das Wochenblatt besuchen und eine Geschichte bringen. Ist allerdings schon etwas betagt (über 80 Jahre) und faehrt auf einem automatisierten Rollstuhl. Wenn ich das richtig verstanden habe, kocht jetzt der Sohn dort. Zum Glück hat sich das Kochtalent weitervererbt.

  5. Hola,wenn würden den Europäischen verstehen,dass der Paraguayer kein Fan von europäischer Küche ist. Auch in Aregua öffnete einen Franzose ein Restaurant/Hotel,er musste auf französische Küche verzichten,und für Paraguay umsetzen. Hier lieben sie Asado das kann man verbessern mit ertsklassischem Fleich.Dann darf manioca nicht fehlen,sowie Sopa paraguaya. Für die Jugend darf es nicht teuer sein. Guten Erfolg

  6. Ein Geschäft braucht Zeit um zu gedeihen. Senkrechtstarter gibt es sehr wenige. Wer Investitionskapital und Lebenshaltungskosten für ein paar Jahre einkalkuliert hat, wird mit der Zeit wohl ein gut laufendes Geschäft haben, wenn sich das Angebot der Nachfrage anpasst. Viel Erfolg und Durchhaltewille wünsche ich allen frischgebackenen Unternehmern.

  7. Hola, Der Paraguayer lieb sein Asado, Mandioka, Sopa usw. Dazu hat es so viele Festlichkeiten wo sich ein grosser teil der Familie treffen. Gute Gastronomie ist hier zu teuer und die Bevölkerung geht abends selten aus.
    Gute Automechaniker, Elektroniker, PC- Fachpersonen sind gesucht.
    Es gibt noch viele gute Orte im Paraguay zum leben und auch zum grossen teil Deutschsprechende Kolonien.
    ZB. Hohenau II, Obligado, Bella Vista, Capitan Miranda, Guarani bei Jesus.
    Ich wünsche Euch viel Erfolg und durchhalte Vermögen und keine Leichtgläubigkeit. Der Europäer wird gerne als Wohlhabender angesehen.

  8. Das Essen war lecker, die Wartezeit verbesserungswürdig. Aller Anfang ist schwer, auch hier. Wir wünschen Manfred und Anhang viel Erfolg und werden das Lokal weiterhin gerne besuchen.

  9. „Gute Automechaniker, Elektroniker, PC- Fachpersonen sind gesucht.“

    Selbst bei gesuchten TOP Berufen (inkl. Universitätsabschluß oder Meisterbrief) gehen sie davon aus, daß ihr Verdienst monatlich unter Euro 1000 sein wird.

  10. Wenn es schon eine Gaststätte sein muß, dann sollte von den künftigen Wirtsleuten doch beachtet werden, daß ein schmackhaftes Essen nicht alles ist. Freundlichkeit und persönliche Ansprache der Gäste durch den Gastwirt und sein Personal gehören dazu und sind das Fundament für den Erfolg und für Stammgäste. In Aregua z.B. gibt es zahlreiche gute Restaurants, teilweise mit sehr schöner und gemütlicher Ausstattung. Doch ein relativ unscheinbares Restaurant kann nie über geringe Gästezahlen klagen. Um keine Schleichwerbung zu betreiben möchte ich den Namen der Pizzeria hier nicht nennen. Nur so viel, es wird von einem deutsch sprechenden Franzosen aus dem Elsass betrieben. Küche sehr gut, Gästebetreuung sehr gut. Der Wirt findet immer Zeit für einen kleinen Plausch mit seinen Gästen und vermittelt ihnen das Gefühl ein Freund des Hauses zu sein. Manchmal spendiert der Chef des Hauses seinen „alten Gästen“ sogar einen Drink. Daher wollte ich diese Empfehlung an alle weiter geben, die sich mit dem Gedanken tragen eine Gaststätte zu betreiben und niemals zu vergessen: „Der Kunde ist immer der König“!

  11. Ganz einfach! Wer in seiner alten Heimat beruflichen Erfolg hatte wird auch in Paraguay Erfolg haben und die in Ihrere alten Heimat, keinen beruflichen Erfolg hatten werden auch in Paraguay keinen Erfolg haben
    So ist das Leben….

    1. Ich glaube, so einfach ist das nun auch nicht. Vieles, mit dem man in der alten Heimat erfolgreich war, funktioniert in PY nicht. Erstens ticken hier „die Uhren völlig anders“, zweitens ist das Verbraucherverhalten nicht das gleiche und drittens kann man hier nicht einfach das gleiche betreiben wie schon die Einheimischen. Man muß sich wirklich etwas neues, anderes einfallen lassen. Möglichst eine Nische finden die so schnell die Paraguayos nicht nachahmen können. Dann sollten unsere (hoffentlich) typischen Eigenschaften voll zur Geltung kommen, wie „Zuverlässigkeit, Ordnung, Vertragstreue und Pünktlichkeit“ Das schätzen die Einheimischen an uns, auch wenn sie selbst über diese Eigenschaften nicht verfügen – aber wohl gerade deshalb. Es gibt für Selbständige zwei wichtige Grundregeln zum Erfolg: 1) Mit bloßer Handarbeit ist noch niemand reich geworden, dazu bedarf es guter Ideen. 2) Immer nach dem Motto „AAAAA“ vorgehen = anders als alle anderen Armleuchter. Ich wünsche jedem der hier starten will gute Ideen, ein klares Ziel, einen Plan wie das verwirklicht werden soll, sowie das notwendige Durchstehvermögen. Und noch etwas: Die meisten Einwanderer machen den gleichen Fehler. Erst geben sie viel Geld für ein völlig unnötig großes Haus und Auto aus und dann fehlen am Ende die notwendigen Finanzmittel für eine Betriebsinvestition und für die Folgekosten in den nächsten 3-5 Jahren. Erst danach kann man davon ausgehen zu wissen, wie hier „der Hase läuft“. Ich wünsche jedem Neuling die Fähigkeit gut zuzuhören und zu unterscheiden zwischen Sprücheklopfern und ehrlichen Ratgebern. Viel Erfolg!

      1. Hallo Manni, Du und auch Hugo haben völlig recht. Wer hierher kommt, mit Hartz 4 in der Tasche und meint er könne hier was reißen, weil er der King hier im Land der 3ten Welt ist und nicht arbeiten will, weil er das ja zuhause auch nicht musste, ist bald wieder zuhause. Alle, die was reißen wollen, die können es auch. Allerdings ohne Fleiß kein Preis. Reich wird man nicht hüben oder drüben durch ehrliche Arbeit, kann aber davon leben mit Familie.

  12. Ich habe sehr viel Unterstützung für die Familie meiner Lebensgefährtin ( Paraguayerin ) gegeben, nach nur einem Tag, da der Umsatz nicht da war, hatten Sie keine Lust mehr, morgens um 7 den Tag zu beginnen. Mittlerweile habe ich es aufgegeben Ihnen unter die Arme zu greifen. Dieser Kommentar bezieht sich auf die Kinder meiner Gefährtin und die Schwestern, Mutter und sonstige Familienangehörige

  13. ja wenn man kundschaft 45 minuten warten lässt ohne bestellung aufzunehmen und das cordon bleu dann in der fiteuse gemacht ist und nur nach öl schmeckt und die pommes nicht einmal salz haben und dazu das billigste ketschup aus dem supermarkt dann muss man sich nicht wundern.

  14. Wenn ich hier die Geschichten lese dann können wir von Segen oder auch Glück sprechen das wir es geschafft haben. Ich bin Dankbar für die Möglichkeit die wir hier in diesem Land bekommen haben. Schade das es so wenige schaffen hier Fuß zu fassen.

  15. Hallo Leute lebe seid 33 Jahren hier in Paraguay. „Manni“ Du hast vollkommen recht. Erst mal die Sprache richtig
    lernen und sich die Einwohner richtig ansehen. Versuche sie zu verstehen und von ihnen zu lernen. Wenn man das nicht kann , umdrehen und ab nach Hause. Deutsche Ideen sind hier zum Scheitern verurteilt, genau wie deutsches Essen. Aber……..man kann hier wunderbar leben und arbeiten. Mir geht es hier sehr gut, bin verheiratet habe 5 Kinder ,die teilweise noch studieren. Ich lebe nicht in einer deutschen Kolonie und musste mich den Paraguayern anpassen. Ist mir nicht schwer gefallen und habe viel von ihnen gelernt. Heute geht es mir einig ganz gut. Wer hier was werden will, muss sich anpassen und umlernen.

  16. „Eigentlich dachte ich, die Stammkundschaft wird auch mir treu sein. Das ist aber nicht der Fall. Nur 10% sind es noch. Da muss wohl irgendetwas im Hintergrund gelaufen sein“, sagte Gnadl.

    Nein, da ist nichts „im Hintergrund“ gelaufen, sondern im Vordergrund.

    Herr Gnadl hat seine künftige Kundschaft selbst vergrault, und zwar vor allem durch ein arrogantes Auftreten am Tag, als René sein letztes großes Asado veranstaltete. Er kam erst Stunden später, „schwebte“ hocherhobenen Hauptes wie der neue König über den Hof, begrüßte zunächst nur die Menschen am eigenen Tisch, brachte sich an diesem Tag überhaupt nicht ein, hielt eine furchtbar leidenschaftlose und vage Antrittsrede (verlor kein Wort darüber, dass er sich freuen würde, wenn Renés Gäste ihm eine Chance geben würden) und schüttelte erst Stunden später allen Gästen die Hand (wiederum ohne persönliche Worte – lediglich „Guten Tag“). Allen Gästen, die wir beobachten konnten, fiel ob dieses Verhaltens die Kinnlade herunter. Und alle, mit denen wir sprachen, waren sich einig: „Da gehen wir nicht hin.“

    Dazu kommt, dass die Gerichte zum größten Teil verbesserungswürdig sind und die Auswahl auf der Karte nicht dazu einlädt, „schön essen zu gehen“. Andere Dinge wie die zum Teil langen Wartezeiten wurden bereits erwähnt. Zu erwähnen ist auch, dass Herr Gnadl zum Teil nicht weiß, welche Zutaten ein Gericht enthält.

    Und dann kommen noch Marketingfehler hinzu. Das Logo seines Restaurants zeigt einen halbverhungerten Mann – eine seltsame Wahl für ein Restaurant. Am Eingang zum Barrio liest man auf der Werbetafel übrigens immer noch den Namen des Restaurants von René.

    Insgesamt ist der schlechte Start von Herrn Gnadl also auf seine eigenen Fehler zurückzuführen.

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