Deutsche in Paraguay: In einer anderen Zeit – Teil 2

Asunción: Eine medizinische Diagnose zwang einen deutscher Bildhauer vor über hundert Jahren dazu seiner Heimat den Rücken zu kehren. Er kam nach Paraguay. Ihm sind die Gründungen von verschiedenen Hotels zu verdanken, die bis heute geführt werden.

Der Bildhauer und Architekt Wilhelm Weiler kam wie viele Deutsche, etwa um 1883, nach Paraguay und siedelte sich in San Bernardino an. Von der Natur erfreut, kaufte er mehrere Grundstücke. Um seine Gesundheit besorgt, jedoch auch gewillt weiter aktiv zu sein, wendet er sich dem Hotelwesen zu und gründete zuerst das Hotel Santa Rita, welches heute nicht mehr existiert. Wenig später, Im Jahr 1888, gründete er das älteste Hotel des Landes, das Hotel del Lago, welches noch heute die Türen für die Gäste offen hat.

Sein Sohn Enrique Weiler kam 1909 nach Asunción, um das Hotel Cancha Sociedad zu führen. Dies lag auf dem Gebiet, wo heute das Gran Hotel del Paraguay liegt. Das großzügige Grundstück erstreckte sich von der Avenida España bis hin zur Avenida Mariscal López und von der Avenida Peru bis hin zur Avenida Kubitschek. Damals gab es auf dem Land ein kolonialistisches Haus. Weiler entschied dieses stehen zu lassen und auszubauen.

Unter seiner Administration wurde ein Naherholungsgebiet mit Tanzsälen, Theater, Pferderennbahn, Rollschuhlaufplatz und einer Kantine daraus, wo sich die betuchten Herrschaften der Zeit gerne trafen oder entspannten. Im Jahr 1921 entschied Weiler das Hotel zu kaufen und die Infrastruktur zu erneuern. Nachdem dies passierte waren Persönlichkeiten und Politiker treue Gäste seines Hauses. Bis heute sind noch viele Gäste von dem Ambiente begeistert.

Enrique Weiler wurde 1966 von der paraguayischen Regierung mit einem Verdienstorden ausgezeichnet. Heute wird das Hotel in der vierten Generation der Familie Weiler geführt.

Wochenblatt

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3 Kommentare zu “Deutsche in Paraguay: In einer anderen Zeit – Teil 2

  1. „Damals gab es auf dem Land ein kolonialistisches Haus. Weiler entschied dieses stehen zu lassen und auszubauen.“
    Der Speisesaal mit einer Wandbemalung die eindeutig vor 1921 entstanden ist, soll das Theater der Madame Lynch gewesen sein.

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