Deutscher in Paraguay: Drogen, Gefängnis, Ausbruch, Flucht

Vorgestern ist der Deutsche Jens Dahl aus dem Gefängnis bei Concepción ausgebrochen. Mit ihm flüchteten drei weitere Verbrecher. Am 30. August 2014 kam Dahl mit dem paraguayischen Gesetz in Konflikt. Er hielt sich zudem illegal in Paraguay auf.

Am Samstag, den 30. August von 20:00 bis 3:00 Uhr wurde in der Kolonie Neuland im Chaco das Hotel und Bar “Scampi“ nach Drogen und verbotener Prostitution durchsucht. Vorausgegangen waren drei Monate intensiver Beobachtungsarbeit durch Beauftragte der Kolonie. Bei der Durchsuchung wurde die interkoloniale Untersuchungsgruppe vom Antidrogen-Sekretariat (Senad) von Mariscal Estigarribia, dem Assistent der Antidrogenstaatsanwaltschaft von Filadelfia und den internen Sicherheitsgruppen von Neuland und Filadelfia, unterstützt.

Als die Ermittler zuerst nichts fanden begaben sie sich in die Kellerräume des Hotels. Dabei stießen sie auf einen geheimen Eingang, der zu einem Tunnel führte. Dieser muss anscheinend schon über längere Zeit angelegt worden sein. Er war in etwa neun Meter lang und verfügte über einen Raum mit der Größe von 8 Quadratmetern. Vor Ort erklärte der Kommissar Robinson Moudelle, dass über die Verwendung nur spekuliert werden könne. Entweder habe er als Versteck gedient oder sogar dafür, Entführungsopfer hier vor der Öffentlichkeit abzuschotten. Insgesamt wurden fast 2 Kg Marihuana, Ecstasy und Crack sowie Utensilien zur Vorbereitung und dem Konsum von Drogen gefunden und beschlagnahmt.

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Des Weiteren entdeckten die Beamten 41 Patronen Kaliber 9mm und 800 22er Patronen. Unter den Bediensteten des Hotels befand sich auch ein 15 jähriges Mädchen aus Mariano Roque Alonso. In einem Hotelzimmer wurde ein weiteres minderjähriges Mädchen aufgefunden und im Kundenbereich befanden sich ebenfalls minderjährige Jugendliche. Der Besitzer dieses Hotels, Jakob Just aus Neuland, sein Angestellter Jens Dahl, der sich illegal im Land aufhielt und der ambulante Händler und Mitbewohner im Hotel Aniceto Rivas Santacruz wurden festgenommen und der Staatsanwaltschaft von Filadelfia überstellt.

Noch am selben Tag wurden weitere sechs Personen vorläufig festgenommen. Der verantwortliche Staatsanwalt Gustavo Ariel Gonzales ließ dieses Verdächtigen aber wieder frei, weil sie nicht in den Fall verwickelt waren. Jedoch für den deutschen Staatsbürger und dem Besitzer des Hotels, Just, wurde ein Haftbefehl wegen Drogenbesitz ausgestellt, ebenso für Jens Dahl und den 56 Jahre alten Paraguayer Santacruz.

Das Hotel in Neuland blieb danach weiterhin geöffnet. Dies führte zu Unmut in der Bevölkerung. Sogar der Bürgermeister musste dazu eine Stellungnahme abgeben. Die Staatsanwaltschaft erklärte, sie sei nur an dem Drogenfund interessiert und könne deswegen aber das Hotel nicht schließen. Die Verteidiger der Angeklagten wollten den Fall einstellen lassen. Vor dem Berufungsgericht in Villa Hayes argumentierten sie, dass das Rauschgift für den eigenen Konsum bestimmt gewesen wäre und Marihuana keine Droge sei.

Die vorübergehende Haft sollte der mittlerweile 29-jährigen Jens Dahl in Concepción ableisten, von wo er zusammen mit anderen Ausländern fliehen konnte, weil sie, ganz traditionell, die Gitterstäbe durchsägten.

Wochenblatt / Abc Color / Ultima Hora / ZP-30

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3 Kommentare zu “Deutscher in Paraguay: Drogen, Gefängnis, Ausbruch, Flucht

  1. Hier sollte man dochnmal das Gehirn als Staatsanwalt bemühen und Nachdenken.
    Um Drogen ging es hier wohl nicht allein.
    -Zwei minderjährige Mädchen das heißt glatt Prostitution, minderjährige, na ja heißes Eisen.
    -Der geheime im Keller lässt böses Ahnen, verlies für Entführungsopfer und versteck für Freier und der minderjahrigen Prostituierten.
    -2 Kg Marihuana, Ecstasy und Crack etwas viel für den Selbstverbrauch. Das glaubt keiner!
    Einmal wird jeder erwischt auch der, verknackt den Typ richtig,der braucht das. Nach den Gefängnis,sofort abschieben nach Deutschland.

  2. wenn er mit 3 weiteren in der Zelle hockte,und keiner es bemerkt hatte ,wieso steht denn im letzten Abschnitt des Artikels das ER traditionell die Gitter durch saegte ? wer hat das denn gesehen? der Autor

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