Die Ande kurz vor dem Kollaps

Asunción: Am gestrigen Nachmittag sagte Carlos Heisele, der aktuelle Vorsitzende der staatlichen Stromversorgungsinstitution, etwas was andere vor ihm sich nicht trauten. Er erklärte, dass aufgrund des hohen Verbrauchs und der geringen Kapazität jeder Zeit es zu Ausfällen kommen kann, die Stromausfälle von bis zu 20 Stunden nach sich ziehen. Ihnen fehlt Geld zum Investieren in neue Leitungen und Ersatzmaterial, wenn es zum Ausfall einer der sieben großen Linien rund um Asunción kommt.

Um dieses eventuelle Chaos zu vermindern können ganze Stadtteile abgeschaltet werden. Eine andere Möglichkeit jedoch wäre auch rationell mit der Energie umzugehen, ob mit oder ohne Zähler.

Heisele sagt selber, kein Vertrauen mehr in das existierende System zu haben, da das Maximum schon erreicht wurde. Der Verbrauch jedoch steigt erfahrungsgemäß im Februar und März an. Zu diesem Zeitpunkt jedoch ist die 500kV Linie noch nicht fertig konstruiert.

Die ganze Situation hat keine relativ schnelle Lösung. Erst ab 2014 kann man bei getätigten Investitionen von einer Erleichterung ausgehen. Um einen besseren Service der Bevölkerung anzubieten, wäre es laut Heiseles Aussage nötig diverse Maschinen und Fahrzeuge zu erneuern.

„Die Ande hat schon einen Rettungsplan jedoch fehlt der Institution das nötige Geld dafür. 2,5 Milliarden US-Dollar auf 10 Jahre verteilt würden der Bevölkerung die Garantie verschaffen, dass das Netz allen Ansprüchen standhält“, erklärte Felix Ruiz, Planungsdirektor der Ande.

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10 Kommentare zu “Die Ande kurz vor dem Kollaps

  1. Seit 2002 ist dieser Zustand bekannt. Heisele war früher technischer Direktor von ANDE und wusste nur zu genau was gemacht hätte werden müssen. Seit 2002 hat ANDE nichts mehr in die Verbesserung des Netzes investiert.

    Anstatt das Geld in die Infrastruktur zu investieren hat man einen Monster-Staatsbetrieb geschaffen, jede Menge Leute eingestellt und ihnen jede erdenklichen Privilegien zukommen lassen. Ein normaler “Electricista profesional” verdient mit allen Zulangen ca. US$ 1.000,- im Monat. Dazu gibt es 4 Aguinaldos pro Jahr, 30 – 60 Tage Urlaub und und und.

    Die Politiker waren Komplizen dieser Entwicklung. Auch sie profitieren selbstverständlich von ANDE. Die meisten bezahlen keinen Strom weder privat noch für ihr Unternehmen, daher die hohen monatlichen Stromverluste.

    ANDE ist zum Spielball der Politik geworden, wo nur noch persönliche Interessen im Vordergrund stehen. Ein desolater staatlicher Riese, an dessen Brust immer mehr sich nähren und dem jetzt langsam die Luft ausgeht.

    Auch hier haben die Politiker ihre Unfähigkeit bewiesen ein Land zu regieren. Ob Parlamentarier oder Regierung, das Volk kümmert sie wenig. Einzig allein geht es ihnen um ihre persönlichen Interessen.

    1. @ viel schlimmer ist es dass in Deutschland… dem HighTech Land schlechthin die Bahn es im Winter nicht in den Griff bekommt pünktlich zu fahren…. oder im Sommer die Klimaanlagen funktionieren….. In Russland fahren die Züge nur halb so langsam…dafür aber stetig. Also man sieht… man findet immer etwas zu maulen… typisch deutsch ich könnte kotzen

  2. Sollten diese ganzen korrupten Leute ihr ergaunertes Geld vielleicht zurückzahlen und die Misstände behoben werden, so gibt es bestimmt keine Ausfälle mehr. Aber so lange vom Wind umgestürzte Masten an der Bruchstelle wieder in den Boden gerammt wird und nur die Leitung den Masten stützt ; bis zum nächsten Sturm, wird es immer neue Ausfälle geben. Jedes Gewitter bringt immer wieder Dunkle Stunden, verdorbene Lebensmittel im Kühlschrank und beim Einschalten des Stroms wiederum defekte Elektrogeräte usw.

  3. na die lösung ist doch so einfach: 1 stromaggregate (2000000 G)+ den in py neu erfundenen wasserstoffreaktor (600000 G)+ ein wenig regenwasser (0 G)= strom ein lebenlang umsonst und wetterunabhängig.

  4. Bei jedem Staat, Behoerde, Unternehmen haengt es vom Chef ab wie die Institution funktioniert und welche Ziele sie verfolgt. ANDE unter Ing. Enzo Debernardi ( 1970-1989) war wohl das bestgefuehrte staatliche Unternehmen im Lande. Er studierte vor dem 2.Weltkrieg in Italien und war in der italienischen Armee und kam nach dem Krieg nach Paraguay zurueck. Sein erster Posten bei ANDE war Kraftwerkschef in Sajonia. Dieses voellig unzuverlaessige Kraftwerk wurde noch mit Holz gefeuert das von Norden Paraguays kam. Dann wurde das erste Wasserkraftwerk in Paraguay am Acaray gebaut. Sein Abgang bei ANDE war als laengst Itaipu lief wo er am Aufbau massgeblich beteiligt war und die paraguayischen Interessen so weit wie politisch moeglich bestens vertrat. Ich erinnere mich noch gut an die oeffentliche Diskussion dass auf brasilianisches Verlangen die paraguayische Spannung auf 110V/60 Hz umgestellt werden sollte. Dies waere fuer die brasilianische Industrie einen auschliesslicher Markt fuer Elektrogeraete geworden. Ing.Debernardi lehnte strikt ab, wenn er auch zugeben musste, dass zum Bau des Itaipu-Kraftwerkes Paraguay nur die Haelfte des Wasser gab.Hierdurch musste Itaipu fuer den paraguyischen Energieanteil die Umspannung der Transformatoren auf 50 Hz auslegen was sicherlich den Rechtsanspruch Paraguays an der Haelfte der Energieproduktion erhoehte.

    Leider haben in der Politik mehr Gewicht die Lautstaerke der Stimme des einzelnen als sein Wissen und Koennen.

  5. Habe einen eigenen Transformator, mein Verbrauch normalerweise fast konstant, liegt bei 65000 – 70000 G pro Monat. Nun haben sie mir einen neuen Zaehler eingebaut und der zaehlt jeden Monat eine “Reaktivation” von ca.: 45000 G, ohne dass ich ein Watt mehr verbrauche und das wird ja wohl bei vielen so sein – Ande hat kein Geld- lachhaft.

  6. “Ihnen [ANDE] fehlt Geld zum Investieren in neue Leitungen und Ersatzmaterial…”, naja, da kann ich nur wieder einmal sagen: null Strategie, null Planung, null Kontrolle, null Reserven, viel Korruption. A never ended story here in Paraguay.

  7. Naja, lieber doch ‘ne frische Brise wenn man durch die Straßen bei 40°C schlendert, als wenn die Läden nun auch noch ihre Türen verschließen sollten. Wie soll man da noch Kundschaft anlocken, oder als Kunde gar wissen ob geöffnet ist? Wenn erstmal jeder Laden eine Passanten-Klimaanlage besitzt, dürfte die Hitze erträglicher werden und auch die Ande kann bei milder Frische ihre Stromleitungen erneuern. Die Verkäufer die vor den Türen, die möglichen Kunden ansprechen würden ja auch schlechter gelaunt sein ohne diesen Rückenwind. Die Supermärkte freuen sich doch auch wenn man öfter einkaufen muss, weil der heimische Gefrierapparat versagt. Nur zu den Banken sollte man gehen so lange die Strom haben, sonst scheitert es am Nachkaufen der verdorbenen Lebensmittel, denn das elektronische Konto will nach wie vor Strom 🙂

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