Die kalabrische Mafia fasst Fuß

Ciudad del Este: Die ’Ndrangheta, eine Vereinigung der kalabrischen Mafia, mit Aktionsradius in ganz Europa, Nord- und Südamerika sowie Russland und Australien entsendete wenigstens zwei Mitglieder nach Paraguay, um den Ankauf von Kokain aus Paraguay einzuleiten.

Nicola Asissi, der von den italienischen Anti-Mafia Anwälten als Anführer der ’Ndrangheta angesehen wurde, lebte nicht nur ein Jahr in Sao Paulo sondern reiste auch schon mit einem falschen argentinischen Pass unter dem Name Javier Varela, in Paraguay ein.

Die brasilianische Polizei, die das Telefon von Asissi abhörte, konnte aufzeichnen wie er seinen Kollegen in Turin mitteilte, dass er sich in Paraguay aufhielt. Dies sorgte für eine genauere Untersuchung, welche mit dem gefälschten Pass Bestätigung fand. Sein erwachsener Sohn begleitete ihn.

Die ’Ndrangheta, die Kokain für Italien einkaufen will, kennt die geringen Einkaufspreise in Paraguay (5.000 – 7.000 US-Dollar pro Kilogramm) und die Korruptionsbereitschaft der Uniformierten.

Laut einem Artikel der BBC aus dem Jahr 2017 bewegte die ’Ndrangheta vor zwei Jahren etwa 3% des Bruttoinlandsproduktes von Italien. In dem Bericht zur Mafia wurde Südamerika und speziell Paraguay von Cecilia Anesi, vom Investigative Reporting Project Italy (IRPI), als wichtiger Punkt für den Ankauf von Kokain bezeichnet.

Wochenblatt / Extra

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6 Kommentare zu “Die kalabrische Mafia fasst Fuß

  1. Super Freut mich. Vielleicht macht ja dann bald eine echte italienische Pizzeria in CDE auf. Dann kann man auch Mal was anderes essen als Hamburger und fritten.
    Viva Itália !!!

  2. na ja, geschäftsbeziehungen nach italien welche den export ankurbeln , ist doch gut , dann steigt auch der BIP wieder

  3. Für die italienische Mafia ist Paraguay extrem attraktiv. Eine bis auf die Knochen korrupte Regierung und Polizei und gute Anbaubedingungen für ein stark nachgefragtes Produkt ohne irgendwelche Steuern zu bezahlen. Der einzige Haken ist das Paraguay kein Meerzugang hat, sonst könnte man das Produkt bequem per Schiff direkt nach Italien bringen.

  4. Kuno Gansz von Otzberg

    Antworten

    „Voi che sapete che cosa è amor“; https://www.youtube.com/watch?v=mDeFdGzthV0.
    Paraguay soll eines der Laender sein das am meisten Spaghettis aufgenommen hat in seiner Geschichte – nichts gegen die Italiener aber bezeichnenderweise wurde wahrscheinlich die Mentalitaet Siziliens (Costa Nostra), Calabriens (Ndrangheta) und Neapels (Camorra), nicht abgelegt als Leute aus den Zonen in Paraguay immigrierten. Das sind alles Zones Italiens die ehemals von den Bourbonen Spaniens beherrscht wurden – wo man schwups den kolonialen Regierungstil von spanisch Amerika einfuehrte. Auch die Roemer regierten so aehnlich mit ihren „Rex sociusque et amicus“ wie Koenig Herodes der Grosse: Lass die lokalen Fuersten und Koenige gewaehren die sich fuer die freie Hand und Blankoscheck verpflichten die Steuern einzutreiben die Rom verlangt und wenn Rom in Not ist, Soldaten aushebt und zur Hilfe schickt – dafuer kann der „Rex sociusque et amicus“, Koenig sozius und amigo (Rey socio e amigo), tun und lassen was ihm beliebt. Auch die Spanier erlaubten den lokalen Fuersten dieser Regionen Italiens freie Hand wenn sie nur Spanien gegenueber loyal waren, welche dann spaeter zu Mafiabossen wurden. Es war also ein Loyalokratie (loyal sein war das wichtigsten) anstatt eine Meritokratie (Koennen und Wissen waren nicht gefragt) so dass man nur zur richtigen Partei gehoeren musste um zu Posten, Geld, Ansehen und Macht zu gelangen. So bildete sich in Sizilien zuerst, dann in Calabrien und Neapel die jeweilige Mafia.
    ABC Color hat die Routen der Mafia vor einem Jahr detailliert recherchiert. Paraguayische Drogen gehen zur PCC und Commando Vermelho, dann zur Ndranghetta. Wo jetzt schon ein „Direktvertrieb“ wohl eingerichtet wurde – sind wir aufgestiegen, was?!

  5. Und ich dachte, Mafia-ähnliche Strukturen hätten schon seit Jahrzehnten im Paraguay Einzug gehalten. Nein, nein, nicht Ndrangheta, Cosa Nostra oder wie sie in Italien heißen, aber die Cartesische, Torres-Kirmsersche, Dahersche, Irunsche, wie sie im Paraguay heißen, kurz Colorado-Mafia, einfach ohne allzu viel aus dem Trögchen de Steuerzahlers fressen, Schmuggel, Morden und Drogenhandel. Letztere zwei wären nur nicht beweisbare Unterstellungen, während Schmuggel und aus dem Trögchen de Steuerzahlers fressen eine beweisbare, aber nicht handhabbare Tatsache ist.

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