Ein Fass ohne Boden

Caazapá: Der Ausbau von der Fernstraße 8 scheint sich zu einem Fass ohne Boden zu entwickeln. Noch einmal müssen fast drei Milliarden Guaranies genehmigt werden, damit die wichtige Fernstraße hoffentlich endlich fertig wird.

Mehr als zwei Jahre ist die Fertigstellung der Strecke im Rückstand, aber das Ministerium für öffentliche Bauten und Kommunikation (MOPC) hat nicht einmal erwogen, den Vertrag mit der koreanischen Firma Ilsung aufzugeben, die die Strecke sanieren soll.

Am 23. April 2014 kam es zu dem Vertragsschluss zwischen dem MOPC und der Firma Ilsung über Bauarbeiten an der 90 Kilometer langen Strecke zwischen Caazapá und Yuty. Innerhalb von 26 Monaten sollte das Vorhaben abgeschlossen sein. Mit sukzessiven Verlängerungen wurde die Laufzeit auf 40 Monate verlängert. Somit hätte die Strecke im August 2017 fertig sein sollen. Das ist aber immer noch nicht der Fall.

Ilsung wurde weder für die Verzögerungen bestraft, noch drängte das MOPC auf eine Vertragsauflösung. Jetzt kommt es zu einer dritten Tranche bei dem Projekt, das schon mehr als 321 Milliarden Guaranies (ungefähr 56 Millionen US Dollar) kostete.

Laut den neuesten Informationen von dem Firmenvertreter Sang Bum Lin sollen die Arbeiten im März 2018 beendet sein. Fabio Riveros, vom MOPC, erklärte, er könne keine weiteren Erklärungen zu dem Thema abgeben. Die Änderungen bei dem Projekt auf der Route 8 seien auf das Phänomen El Niño zurückzuführen. Riveros deutete an, dass der Regen die Arbeiten beeinflusst habe.

Letzte Woche wurde wieder eine Ausschreibung in Höhe von 2.85 Milliarden Guaranies gestartet, um angeblich die letzte Phase der Arbeiten an der Route 8 überwachen zu können. Am 13. Februar sollen die Angebote gesichtet werden. Das bedeutet, dass zwei Wochen vor der Erfüllung der letzten Verlängerung bei dem Projekt, die Ilsung gewährt wurde, nur eine neue Ausschreibung erfolgt, um die letzte Phase der Arbeiten zu überwachen.

Die Route 8 ist das größte Fass ohne Boden in der Cartes Ära. Ramón Jiménez Gaona, Minister vom MOPC, sah sich heftiger Kritik von örtlichen Straßenbauunternehmern konfrontiert, als er sich bei der Route 8 für eine internationale Ausschreibung entschied. Quellen aus dem Sektor der lokalen Straßenbauer behaupten, dass der Preis von Ilsung “unwirklich“ gewesen sei und deshalb die Arbeiten nicht beendet werden könnten.

Wochenblatt / ABC Color

CC
CC
Werbung

Bitte achten Sie darauf, dass Ihre Kommentare themenbezogen sind. Die Verantwortung für den Inhalt liegt allein bei den Verfassern, die sachlich und klar formulieren sollten. Kommentare müssen in korrekter und verständlicher deutscher Sprache verfasst werden. Beleidigungen, Schimpfwörter, rassistische Äußerungen sowie Drohungen oder Einschüchterungen werden nicht toleriert und entfernt. Auch unterschwellige Beleidigungen oder übertrieben rohe und geistlose Beiträge sind unzulässig. Externe Links sind unerwüscht und werden gelöscht. Beachten Sie, dass die Kommentarfunktion keine garantierte oder dauerhafte Dienstleistung ist. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung oder Speicherung von Kommentaren. Die Entscheidung über die Löschung oder Sperrung von Beiträgen oder Nutzern die dagegen verstoßen obliegt dem Betreiber.

2 Kommentare zu “Ein Fass ohne Boden

  1. Wingdows 10.586

    Der Gotthard-Basistunnel hat das Kleinvieh, welches auch Mist macht, am Schuss auch ein paar Milliarden Schwitzenfränkli mehr gekostet, als es ihm vor der Abstimmung mitgeteilt wurde. Nein, die Schuld daran trug nicht das Phänomen El Niño, auch nicht La Niña, auch nicht Borkenkäfer, BSE, Waldsterben, Ozonloch, AIDS, sondern Stein war doch härter als von Experten expertiert.
    Trotzdem, wie auch in Paraguay, werden schlussendlich alle Glücklich ihr Bier am Stammtisch umgeben feinster, bestialisch nach verbranntem stinkender Luft genießen. Ja, ist ja auch recht so, musst nicht, aber kannst, hindert ja einem keinen, ein „Ouach, mues i denn au so frustriert sein wie du“ unter den Kommentar schreiben. Ich schreib ja: „ist ja auch recht so“. Weiterhin viel Spaß bei Bier und Konfitüre aus Mangos selbst herstellen. Ich kauf sie trotzdem im Super und erst noch aus Fresas.

  2. Das Problem hier war vor allem, dass das MOPC nicht rechtzeitig die erforderlichen Grundstuecke enteignet hat. Und bei den Verhandlungen war sicher der ein oder andere dabei, der das maximalste rausholen wollte. Da war der Gemeinschaftssinn nicht mehr praesent.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Koreaner den Minister „ueberzeugt“ haben, doch bitte die Bezahlung anzupassen. Wenn es eine befreundete Baufirma gewesen waere, dann ja, aber nicht bei den Koreanern. Abgesehen davon hat es wirklich viel geschuettet, in der Gegend regnet es deutlich mehr als in Asuncion.