Einigung zwischen der Regierung und den Demonstranten

Am Samstagnachmittag kam es, nach einer vierstündigen Sitzung, zu einer Einigung zwischen der Regierung und den Kooperativen sowie Landwirten. Die Demonstrationen sind beendet.

Sprecher der Kooperativen akzeptierten den Vorschlag, die Mehrwertsteuer ab 1. Juli einzuführen, sie wurde also um drei Monate verschoben, die Modalitäten bleiben aber trotzdem gültig, weil viele Genossenschaften ihre Betriebsabläufe noch anpassen müssen.

Ebenfalls profitieren die Landwirte von einem Rehabilitationsrecht ihrer Schulden. Diese können zu unterschiedlichen Konditionen refinanziert werden. Das hängt von der Laufzeit ab und wie lange der Schuldner schon im Verzug ist. Wer ein fünf-jähriges Darlehen oder darüber abschloss kann dies nun neu strukturieren, mit einem Zinssatz von 6% pro Jahr, zwei Jahre tilgungsfrei und mit einer Gesamtlaufzeit von 10 Jahren. Bei einer Laufzeit von Krediten unter fünf Jahren beträgt die neue Zinsrate 8%, ansonsten bleiben die Bedingungen wie bei den Kreditverträgen über fünf Jahren gleich.

Verantwortlich für die Analysen der Kleinbauern wird die “Banco Nacional de Fomento“ (BNF) sein. Sie reguliert dann die Kreditvergabe durch die Finanzinstitute. Ebenso wird die Zentralbank von Paraguay ihre Bestimmungen so ändern, dass Kredite verlängert werden können und Schuldner weiterhin welche erhalten können.

„Ich gratuliere den kleinen Produzenten und den Verhandlungsführern. Ein Dialog und eine anschließende Einigung ist der einzige Weg, den Paraguay nach vorne bringt“, schrieb Cartes in seinem Twitter-Account.

Damit ist nun, nach 24 Tagen, wieder Ruhe in der Hauptstadt eingekehrt, in der die Bürger unter einem Verkehrschaos litten und die Nationalpolizei in ständiger Alarmbereitschaft war.

Wochenblatt / Hoy