Fretes’ Sohn tritt nach mutmaßlichem Bestechungsskandal bei Itaipú zurück

Asunción: Der Anwalt Amílcar Fretes, Sohn des Präsidenten des Obersten Gerichtshofs Antonio Fretes, trat am Donnerstag von seinem Posten bei Itaipú Binacional zurück, kurz nachdem er zugegeben hatte, dass die Familie von Kassem Mohamed Hijazi ihn angeheuert hatte. Er behauptete aber, das Geld nicht erhalten zu haben.

Daraufhin gab die binationale Einrichtung über ihre sozialen Netzwerke eine Erklärung ab, in der es hieß, Fretes habe seinen Rücktritt eingereicht, “der sofort angenommen wurde”, so dass er bereits aus der Einrichtung entlassen worden sei.

Der Vertrag zwischen Fretes’ Sohn Amilcar und einem Vertreter des inzwischen ausgelieferten Hijazi unterzeichnet wurde, sieht eine angebliche Zahlung von 368.000 US-Dollar vor und wurde im September 2021 unterzeichnet.

Das Dokument wurde gestern in den Medien veröffentlicht und löste eine Kontroverse aus, da mehrere Behörden und Politiker die Entlassung von Antonio Fretes aber auch der Generalstaatsanwältin wegen Untätigkeit forderten.

Der wegen Drogengeldwäsche angeklagte Hijazi wurde am 8. Juli an die Vereinigten Staaten ausgeliefert, nachdem eine am 30. Mai letzten Jahres von seinem Rechtsvertreter, Rechtsanwalt Eduardo Cazenave, eingereichte Verfassungsklage aufgehoben worden war.

Obwohl der Vorsitzende des Obersten Gerichtshofs bestritt, von dem Fall gewusst zu haben, erklärte er in der Sitzung des Obersten Gerichtshofs vom 20. Juli dieses Jahres vor seinen Kollegen, dass alle Anträge die in seinem Namen gestellt werden, einschließlich die seiner Kinder, nicht gültig sind, bzw. nicht von ihm abgenickt wurden.

Es war Senator Pedro Santa Cruz, der den Fall veröffentlichte und versicherte, dass die Generalstaatsanwaltschaft bereits über das Dokument verfüge, aber keine entsprechenden Ermittlungen durchgeführt habe. Nach der Veröffentlichung erklärte man die Sachlage dazu prüfen zu wollen.

Er forderte, Sandra Quiñónez aus dem Amt der Generalstaatsanwältin zu entfernen und ein Amtsenthebungsverfahren einzuleiten, bevor ihr Nachfolger im Jahr 2023 gewählt wird. “Sie kann nicht durch die Vordertür gehen”, sagte er.

In ähnlicher Weise forderten sowohl der Präsidentschaftskandidat der Regierungspartei Arnoldo Wiens als auch andere Politiker die Amtsenthebung Fretes an der Spitze des Gerichtshofs.

Wochenblatt / Última Hora

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2 Kommentare zu “Fretes’ Sohn tritt nach mutmaßlichem Bestechungsskandal bei Itaipú zurück

  1. Wieder mal ein weiterer Beweis, dass diese Schicht, die königliche Gehälter kassiert und Privilegien ohne Ende haben, einfach nimmersatt sind.
    Und wieder glänzt die Generalstaatsanwältin durch blockierende Ermittlungen, diese Fretes-Sippe sind also enge Cartes-Freunde, aber der Don hat ja 70 % des Justizapparates in seiner Hand, so schätzt man.

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  2. Der arme Kerl wollte gehen und ist nun gegangen. Natürlich für hiesig Vollprofi-Prästeinzeit-Justiz kein Grund sich den Herren und sein Umfeld näher anzugucken, was der die letzten Jahre sonst noch so an Geschäftchen tätigte.
    Ein neues Amtsenthebungsverfahren gegen die Vollprofi-Korruptions-Generalstaatsanwältin ist in der momentanen Lage wohl aussichtslos, da sie schon drei bestens überstanden hat und weiterhin gscheit auf dem Diente de Stockzahn frohlockt. Never change a winning team!

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