Goldene Sekretärin: „Ich bin nicht Wonder Woman“

Liz Paola Duarte Meza, auch bekannt als goldene Sekretärin (Secretaria VIP) des obersten Rechnungsprüfers, gab bei ihrem Anhörungstermin vor Gericht bekannt, niemals 37 Millionen Guaranies in einem Monat bezogen zu haben. Für ihre Arbeit sei sie angemessen bezahlt worden und die Presse habe mit den Daten übertrieben.

Die Gehaltszahlen stammen aus dem Abrechnungssystem des Finanzministeriums. Wie es hier zu einem vermeintlichen Irrtum kommen konnte und wie viel Duarte Meza genau bezogen habe, darüber wollte sie keine Angaben machen. Es gäbe noch einen weiteren Termin bei der Staatsanwaltschaft, erst danach könne sie der Presse weitere Angaben machen.

Sie habe auch niemals 27 Stunden an einem Tag gearbeitet, bekräftige sie, schließlich sei sie ja nicht „mujer maravillas“. Damit meinte sie wahrscheinlich die Comicfigur Wonder Woman, auf Spanisch „mujer maravilla“.

Der Richter ließ die Ex-Sekretärin auf Kaution frei. Sie muss sich in den ersten Tagen jedes Monats bei Gericht melden und darf das Land nicht verlassen.

Die stellvertretende oberste Rechnungsprüferin Nancy Torreblanca verteidigte sich in der Fernsehsendung „Politisch Inkorrekt“ (Políticamente Incorrecto). Zwar hätten die hohen Beträge, die Duarte monatlich bezog bei ihr Erstaunen ausgelöst, allerdings sei es außerhalb ihrer Kompetenzen gewesen, dazu Stellung zu nehmen, dafür sei allein der oberste Rechnungsprüfer zuständig.

Ihre Rolle bezeichnete sie als „Blumenvase“ (florero), sie habe den „Unregelmäßigkeiten“ nur zusehen können, aber es sei ihr nicht erlaubt gewesen, etwas dagegen zu unternehmen. Das Verhältnis zwischen Velázquez und Duarte bezeichnete sie als „vertraulich bis hin zur Diskretion“.

Für Mitarbeiter der Institution sei es im Hinblick auf den persönlichen Erfolg wichtig gewesen sich mit der Sekretärin gut zu stellen. „Sie mussten ihr Geschenke mitbringen“, sagte Torreblanca.

Von ihrem Posten wolle Torreblanca auf keinen Fall zurücktreten, wie vielfach gefordert. Soweit ihr bekannt sei wolle auch der oberste Rechnungsprüfer nicht abtreten, um nicht zu riskieren, dass die Institution „von fremden Händen“ geleitet wird, die nicht sein Vertrauen genießen.

Der oberste Rechnungsprüfer, Rubén Velázquez Gadea, kündigte seinerseits eine Gegenklage gegen die ermittelnde Staatsanwältin für Wirtschaftsdelikte, Victoria Acuña, an. Als Grund nannte er „schlechte Amtsführung“ und er wolle erreichen, dass sie von dem Fall abgezogen werde.

Er fordere das Fallenlassen aller Anschuldigungen gegen seine Person, sie seien „ohne Fundament, subjektiv und demonstrieren Unkenntnis des öffentlichen Rechts“. Acuña klagte Velázquez, Torreblanca und Duarte und weitere Mitarbeiter unter anderem wegen Betrugs, Beihilfe zum Betrug und ungerechtfertigter Bereicherung an.

Die Amtszeit von Velázquez und Torreblanca endet turnusmäßig im Dezember, ab dem 3. August werden die begehrten Posten offiziell zur Bewerbung durch den Senat ausgeschrieben.

Das Foto zeigt Victoria Acuña und Liz Paola Duarte Meza.

Quelle: Última Hora

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