Heiliger Ort der Guarani: Evangelischer Pastor soll kulturelles Erbe verletzt haben

Pedro Juan Caballero: Indigene beschuldigen evangelische Ordensleute, das kulturelle Erbe ihrer Vorfahren verletzt zu haben. Der Ort, an dem Taufen und Hochzeiten stattfanden, ist ein heiliger Ort für die Guarani.

Digna Morilla, eine Indigene, begleitete Mitglieder der Assoziation “Pai Retã Joaju“ aus der Gegend von Pai Tavytera, um die Einmischung einer anderen Religion in das angestammte Land der Ureinwohner anzuprangern.

Morilla behauptet, dass Pastor Teodoro Martínez am Samstag letzter Woche in die Gemeinde Jasuka Venda am Berg Guasu in Pedro Juan Caballero (Amambay) aufgetaucht sei, um eine Hochzeit und Taufen der evangelischen Religion zu feiern, der ein heiliger Ort für dieses indigene Guaraní-Volk sei. Die Indianer glauben, dass der Schöpfergott und Urgroßvater Ñande Ru an diesem Ort geboren sei.

„Es ist nicht das erste Mal, dass der Pastor ohne Erlaubnis eintritt“, beklagte sich Morilla. Sie fügte hinzu, dass es 19 indigene ethnische Gruppen gebe und man die Bräuche, die sie haben, nicht missachten sollte.

„Achtunddreißig indigene Gemeinden unterzeichneten eine Notiz, die der Anzeige bei der Staatsanwaltschaft beigefügt war. Was sie getan haben, heißt: Verletzung des kulturellen Erbes“, erklärte sie weiter.

Als die Indianer am Sonntag herausfanden was geschehen war, baten sie das Militär, die Räumung des Pastors zu begleiten, aber er hatte den heiligen Ort bereits verlassen. Im vergangenen Jahr wurde ein anderer evangelischer Pastor namens José Martínez wegen Missbrauchs von drei Mädchen in der Gemeinde Yby Pyte, ebenfalls in Pedro Juan, angezeigt.

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3 Kommentare zu “Heiliger Ort der Guarani: Evangelischer Pastor soll kulturelles Erbe verletzt haben

  1. Was ist das nur für eine seltsame Einstellung der Indigenen? Paraguay ist ein offenes Land. Niemand hat das Recht, anderen den Zutritt irgendwo zu verwehren. Es sei denn, es würde sich um ein klar gekennzeichnetes Privatgrundstück handeln. Sollte das tatsächlich so sein, daß Indigenen in PY auf riesige, überwiegend völlig ungenutzten Flächen einen Alleinanspruch hätten, dann wäre endlich mal darüber nachzudenken, dies zu ändern. Wir leben heute im Jahre 2020. Auch die Indigenen haben sich der Zeit anzupassen und können nicht ewig auf ihren alten Jagdgründen bestehen. Oder betreiben sie da etwa Jagd bzw. eine vernünftige Landwirtschaft, von der sie leben? Falls ja, warum erwarten sie dann weiterhin soziale Unterstützungen vorm Staat. Dafür fehlt mir jegliches Verständnis, vor allem dann, wenn die Indigenen sich hinter ihrem okkulten Satansglauben verstecken. Daran ist nichts Positives und Gutes zu erkennen.

  2. Sonst haben diese rueckstaendigen Indianer wohl keine Probleme. Das sind die gleichen Gestalten, die staendig Forderungen stellen, in Asuncioner Parks Zelte aufschlagen und alles zuscheissen.

  3. Man bekommt fürs Denken bezahlt

    Welch ein schöner Ort (Foto). Hier wäre es Sache der Politiker eine Übereinstimmung der Meinungen abzugleichen und die Interessen aller zu lösen. Ohne Plata geht bei denen aber nichts. Entweder ist der Ort ein geschütztes Gebiet oder nicht. Aber so schwierige Probleme zu lösen lassen hiesige Politiker lieber beiseite. Leiber nichts tun. Also ich als Politiker würde beide Seiten berücksichtigen und eine Sperrzone machen, denn man kann ja auch etwas vor dem Heiligtum heiraten. Man sollte als Politiker schon wissen, dass mit heidnischen Bräuchen nicht zu spaßen ist und die sich schnell mal beleidigt fühlen. Solche Konflikte sollte man als Politiker schon lösen können, bevor es zu einem Gewaltausbruch kommt. Ich verstehe nicht, warum man das Heiligtum nicht schützen kann und Touristen und andere bis höchstens ein paar hundert Meter an den Berg heran zu lassen. Wäre doch kein Problem.

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