Asunción: Dr. Robert Núñez stellte kategorisch klar, dass die Kälte an sich nicht die Ursache für Atemwegserkrankungen ist. Vielmehr erleichtern das Verweilen in geschlossenen Räumen und die starke Vermehrung von Viren die Ansteckung mit der Grippe.
Der Kinderarzt und Neonatologe erklärte, dass die Kälte lediglich bestimmte Bedingungen schafft, die das Immunsystem schwächen, wodurch eine Infektion begünstigt wird.
„Grippale Infekte werden im Regelfall durch Viren verursacht – zu 99 Prozent stecken Viren dahinter. Man bekommt sie nicht, weil man barfuß läuft, badet, sich die Haare wäscht oder Eis isst, wie viele fälschlicherweise glauben. Sie werden durch Mikroorganismen ausgelöst“, erklärte er im Gespräch mit dem Sender Kanal Trece.
Darüber hinaus spiele das Einsperren in Räumen bei niedrigen Temperaturen eine große Rolle. „Die Paraguayer neigen dazu, sich einzuschließen; sie mögen die Kälte nicht und machen alles dicht. Wenn dann die Viren im selben Raum zirkulieren, macht das die Ansteckung extrem leicht“, so der Mediziner.
Er fügte hinzu, dass man zwei Aspekte unterscheiden müsse: Einerseits nehmen in dieser Jahreszeit allergische Beschwerden erheblich zu, andererseits wimmelt es in der Umwelt nur so von Viren. „Es gibt viele Milben, die als Hauptauslöser für Allergien wirken. Zudem befinden sich Viren, Bakterien, Pilze und viel Feuchtigkeit in der Luft. Das begünstigt allergische Atemwegserkrankungen“, präzisierte er.
In diesem Sinne sei regelmäßiges Lüften das A und O. „Es ist wichtig, dass Sonnenlicht ins Haus gelangt, der Raum gelüftet und die verbrauchte Luft ausgetauscht wird. Die Sonne trocknet zudem die Feuchtigkeit aus“, betonte er. Ein Mangel an Belüftung führe dazu, dass sich die Krankheit rasend schnell ausbreite. „Das sieht man häufig in Schulen, Kindergärten und am Arbeitsplatz: Wenn in einem Raum nicht gelüftet wird, bleibt das Virus in der Luft, und die Übertragung von Mensch zu Mensch ist ein Leichtes,“ fügte er an.
Die Bedeutung der Impfung
Der Gesundheitsexperte erinnerte daran, dass Grippeerkrankungen hochgradig ansteckend sind. Deshalb empfiehlt er Präventionsmaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen sowie die wichtige Grippeimpfung (Influenza). Zudem sollte man bei Symptomen einen Arzt aufsuchen und auf Selbstmedikation verzichten. „Wir müssen uns bewusst sein, dass Viren über die Hände übertragen werden – indem man kontaminierte Oberflächen berührt und sich danach ins Gesicht oder an den Mund fasst. Auch das Teilen von Mate-Bechern, Gläsern oder der Verzicht auf Masken begünstigt dies“, unterstrich er.
„Ein rechtzeitiger Arztbesuch ist effektiv, um zu verhindern, dass sich die Atemwegserkrankung zu einer Komplikation auswächst. Es gibt viele schwere Verläufe und sogar Todesfälle durch Atemwegsinfektionen“, warnte er. Wichtig seien zudem eine gute Flüssigkeitszufuhr und strenge Bettruhe. Der Mediziner betonte deshalb: „Die Ruhe sorgt erstens dafür, dass sich der Körper erholt, und verhindert zweitens, dass man andere ansteckt.“
Abschließend erklärte er, dass man das Virus mit einer guten Ernährung bekämpfen könne – vor allem durch den Verzehr von warmen Brühen und den Verzicht auf hochverarbeitete Lebensmittel. Zweitens sei ausreichend Schlaf wichtig, um Kräfte zu regenerieren, und drittens körperliche Bewegung. „Es ist also wichtig, den Körper zu stärken, denn die Kälte fährt die Abwehrkräfte herunter und erleichtert – je nach Viruslast – die Ansteckung“, schloss Dr. Núñez.
Wochenblatt / La Nación / Beitragsbild Archiv















