Krebskranke reist 400 km aus dem Chaco an und wird ignoriert

Capiatá: Eine Krebskranke hatte wegen ihrem Gesundheitszustand, ihrer Armut und den schrecklichen Straßenverhältnissen eine Odyssee hinter sich. Sie reiste 400 km aus dem Chaco nach Capiatá, um dort behandelt zu werden, wurde aber ignoriert.

Digla de León heißt die Kranke, die vorgestern im Nationalen Krebsinstitut von Capiatá (Incan), in Begleitung von Maria Cristina Arce, ankam. Beide reisten aus dem Chaco an, aus der Gegend von Campo Aceval, etwa 400 Kilometer von Asunción entfernt. Die Straßen waren in einem schrecklichen Zustand, León hatte intensive Bauschmerzen und Fieber während der Reise ausgehalten, als sie endlich das Hospital erreichte.

Mit schwacher Stimme, wegen der allgemeinen Schwäche, drückte die Krebskranke ihre totale Enttäuschung aus und die mangelnde Hoffnung auf Heilung.

León erklärte, sie habe vor Fieber gezittert, aber in der Notaufnahme des Incan habe man ihr weder den Blutdruck noch die Temperatur gemessen. Erst kürzlich erfolgte eine umfangreiche Modernisierung an dem Krebsinstitut mit Spenden aus Itaipú.

Es ist nicht das erste Mal, dass León so eine ähnliche Situation erlebte. Am Freitag, den 29. Dezember 2017, kam die Patientin ebenfalls in das Hospital. Damals wurde ihr gesagt, dass dies ein schlechter Zeitpunkt sei, denn sie könne sich im Krankenhaus eine nosokomiale Infektion zuziehen. Es sei besser, nach dem Jahreswechsel wiederzukommen.

Zum Glück kam es dann gestern doch noch zu eingehenden medizinischen Untersuchungen, nachdem der Fall von León als dringend eingestuft worden war.

Die Krebskranke leidet seit 7 bis 9 Monaten an Kolitis mit Blutungen. Ärzte von privaten Krankenhäusern in der Chaco Region empfahlen eine weitere Untersuchung im Incan, weil der Verdacht auf eine Krebserkrankung dringend gegeben sei.

Auf die Situation von León angesprochen, sagte der Direktor von dem Krebsinstitut, Dr. Julio Rolón, dass 30% der Ärzte im Urlaub seien und kein Ersatz bestünde, der den Bedarf decken könne.

Andere spezialisierte Krankenhäuser haben das gleiche Problem in der zweiten Dezemberhälfte des Jahres 2017. Die Patienten sind gezwungen, mehrere Tage zu warten, trotz ihres heiklen Zustands.

Wochenblatt / ABC Color

Der Zweck dieses Dienstes ist die Wertsteigerung der Nachrichten und um einen flüssigeren Kontakt zu den Lesern zu etablieren. Kommentare sollten an das Thema des Artikels angepasst werden. Die Kommentatoren sind ausschließlich für den Inhalt verantwortlich, der sachlich und klar sein sollte. Schimpfwörter und persönliche Beleidigungen sowie Rassismus werden nicht geduldet.

3 Kommentare zu “Krebskranke reist 400 km aus dem Chaco an und wird ignoriert

  1. Na Urlaub ist ja für diese meist schlecht ausgebildeten Ärzte wichtig klar sehe ich ein,das dabei aber die Patienten Versorgung durch Unkoordinierte Dummheit leidet ist für dieses Land schon Standard.Hier ist Handlungsbedarf und nicht Alginando und Mindestlohn.Das letztere schadet der Wirtschaft das Erste nutzt den Allgemeinen .Gesundheits Zustand des Volkes.

  2. Was hier beschrieben wurde in der Gesamtheit der Symptome nennt sich Colitis ulcerosa und hat nichts mit Krebs zu tun! Bauchschmerzen, Fieber, blutig-schleimiger häufiger Stuhlgangbis zu 30 x am Tag je nach Schweregrad und dadurch bedingte Schwäche mit Abmagerung etc. Ist ja auch bisher nur Verdacht auf Krebs, wie oben beschrieben, ohne Bestätigung. Könnte auf eine typische Fehldiagnose hinauslaufen, da Colitis ulcerosa in Paraguay so gut wie unbekannt sein dürfte. Endgültige Diagnose durch Darmspiegelung und Gewebeuntersuchung nötig.

  3. Ich vergass zu erwähnen, dass noch Morbus Crohn in Betracht zu ziehen wäre. Dabei liegt der Schwerpunkt der Erkrankung im Dünndarm im Gegensatz zu Colitis ulcerosa wo er im Dickdarm liegt. Ist nicht immer leicht zu unterscheiden, da bei beiden Erkrankungen neben Bauchschmerzen auch größere Blutmengen im Stuhl auftreten können.

Kommentar hinzufügen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.