Mehr Deutsche und andere Ausländer in Paraguay?

Hohenau: Ein Nutzer sorgte auf Twitter für Gesprächsstoff über die Zahl der Menschen aus anderen Ländern, die sich in Paraguay niederließen, nachdem die Aktivitäten nach der strengen Quarantäne während der COVID-Pandemie wieder aufgenommen worden waren. Es wird berichtet, dass Deutsche versuchen, sich in unserem Land in Gebieten niederzulassen, die von Gemeinschaften aus diesem europäischen Land bewohnt werden.

Eine Twitter-Nutzerin, die sich als Tamy Hepp (@TamyJacquet) identifiziert hat, schrieb am vergangenen Montag auf ihrem Account, dass sich ihrer Wahrnehmung nach viele deutsche Familien in Hohenau, einer der Ortschaften der Colonias Unidas, in Itapúa niedergelassen haben, die von europäischen Bürgern und deren Nachkommen, hauptsächlich Deutschen, bewohnt wird. Nach ihrem Wissen gab es auch russische Familien, die nach Paraguay ausgewandert sind.

In den Kommentaren der Nutzer wird darauf hingewiesen, dass diese Entscheidung auf die hohen Steuern in Deutschland und auf die Beschränkungen zurückzuführen ist, die während der strengen Quarantäne aufgrund der COVID-Pandemie verhängt wurden. Diese Theorie wird durch einen in der Süddeutschen Zeitung veröffentlichten Bericht gestützt, in dem behauptet wird, dass Hunderte von Deutschen nach Paraguay ausgewandert sind, weil dort weniger drastische Maßnahmen im Zusammenhang mit der Ausbreitung des SARS-CoV-2-Virus ergriffen wurden.

Wie die in Hohenau geborene Frau Eisenkölbl gegenüber dem Wochenblatt mitteilte, kamen in den letzten Monaten unzählige Familien, darunter auch Russlanddeutsche, nach Itapúa und kaufen alles Land weg. Preise bis zu 150.000.000 Guaranies pro Hektar werden da problemlos gezahlt.

Auch der Bürgermeister dieses Bezirks, Francisco Morales (ANR), bestätigte, dass in den letzten Monaten mindestens 30 Familien in das Gebiet gekommen sind und sich in verschiedenen Teilen der Stadt niedergelassen haben.

Die deutsche Einwanderung, ein Phänomen, das sich in Zyklen vollzieht

Ein Interview mit dem Österreich-Paraguayer Horst Eschgfäller, einem Forscher über die deutsche Einwanderung in Paraguay, wird von Camila Eschgfäller auf der Website Ventana Abierta der Katholischen Universität transkribiert.

Horst Eschgfäller erzählte in einem Interview aus dem Jahr 2018, dass die Anwesenheit von Deutschen in unserem Land auf die Zeit vor 1870 zurückgeht und dass die meisten von ihnen San Bernardino und Nueva Germania als Wohnort wählten.

“Die meisten von ihnen verließen das Land wegen wirtschaftlicher und sozialer Probleme, vor allem aus Nordeuropa, einige auch im Zusammenhang mit den Weltkriegen (…) Paraguay warb damals in der deutschen Presse um eingewanderte Bauern, vor allem aus Deutschland. Und es war bekannt, dass es zu dieser Zeit (1930-1933) bereits Deutsche in Paraguay gab. Diese Kampagne wurde von Paraguay durchgeführt, um das Land nach dem Ersten Weltkrieg wieder zu besiedeln”, so der Forscher.

Nach den Recherchen des promovierten Germanisten kamen die meisten Einwanderer aus den Regionen Baden-Württemberg, Sachsen, Bayern, aber auch aus Österreich-Tirol (dem heutigen Italien) und dem Sudetenland”. Er präzisierte, dass die meisten von ihnen “ländliche Erzeuger sind, die Produktionsgenossenschaften haben und hauptsächlich Lebensmittel produzieren und sich durch ihre Milch- und Hefeindustrie auszeichnen”.

Wochenblatt / Abc Color

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3 Kommentare zu “Mehr Deutsche und andere Ausländer in Paraguay?

  1. Viele müssen dann bald auch wieder abreisen. Sei es weitab zu leben ohne Strom und fliessend Wasser immer nur Billigbananas zu futtern wird langweilig. Oder auch hier muss man investieren und das nicht wenig, will man Einkommen als Selbständiger generieren. Hoteliers, Barkeeper und Metzger auf Alemamita gibt es hier schon einige. Arbeit im Angestelltenverhältnis zu finden ist schwierig und mit 300 Euro monatlich nicht jedermanns Sache. Mit einer Rente ab ca 1000 Euro ist man der King. Mit ca. 700 Euro geht heute, aber der Wechselkurs kann wieder auf 5 mil fallen. Grossflächiger Primärsektor, Telearbeiter oder gute Handwerker können es schaffen. Niemand wartet hier auf einen Gringo, höchstens auf sein Lehrgeld, es gibt schon alles importiert. Food luck.

  2. Sie kommen und sie gehen. Kommen mit Geld und gehen ohne wieder. Am meisten werden sie von ihren eigenen Landsleuten um Hab und Gut gebracht. Es gibt kaum jemanden der in diesem Land nicht Lehrgeld mit den sogenannten Helfern in der eigenen Sprache gemacht hat. Sie sind wie Aasgeier stürzen sich auf die Neuen und nehmen sie aus wo immer sich ihnen eine Möglichkeit bietet.

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