Offener Brief an den zukünftigen Präsidenten von Paraguay

Asunción: Einen Tag vor der Wahl ein Appell an den zukünftigen Präsidenten von Paraguay, der für Veränderungen sorgen soll.

Herr zukünftiger Präsident: Sie werden das Land leiten und wenn Sie anfangen, die Geschichte der leidenden Nation zu erkennen, gehen Sie auf die Straße. Vor allem, erkennen Sie die Realität und beginnen von dort aus die Probleme zu lösen, mit denen die Bürger konfrontiert sind.

Bei allem Respekt, Herr Präsident, ich hoffe, Sie fallen nicht in die Ignoranz, so wie viele Politiker die Wahrheit dieser Gesellschaft ignorieren. Sei nicht wie jene, die in ihren großen und luxuriösen Büros sitzen, die von vielen Wachen betreut werden, während wir in Angst vor Unsicherheit leben.

Versuchen Sie, unsere Luft zu atmen und die Komfortzone zu verlassen, in der viele Behörden gewohnt sind zu bleiben. Gehen Sie zu einem Bus, setzen Sie sich hinein und schauen Sie sich die Parade der Mängel an, die in unserem Land existieren. Schau Dir so viele Leute an, die auf und ab gehen, müde und gestresst von der Arbeit und den Bedürfnissen.

Beobachte die jungen Leute, die, uniformiert, wenn sie die Arbeit verlassen, zur Universität gehen, um sich weiterzubilden und versuchen, Fortschritte zu machen, selbst wenn sie bereits sehr erschöpft sind. Sehen Sie auch die Kinder an, die, anstatt in die Schule zu gehen, Süßigkeiten auf den Straßen verkaufen oder um Almosen bitten, um etwas zu essen zu haben.

Sie, der Repräsentant des Volkes, haben Einfühlungsvermögen gegenüber Ihrem Nächsten, deshalb versetzen Sie sich in die Lage jener Mutter, die mit ihrem kranken Kind lange Stunden wartet, um in einem öffentlichen Krankenhaus behandelt zu werden. Versuchen Sie, unter einem Baum mit einer intensiven Hitze zu lernen, wie die Kinder in Tausenden von Schulen, die durch den ungeheuren maroden Zustand in Stücke fallen und so zu verstehen, wie es sich anfühlt, unter diesen Bedingungen zu lernen.

Geh zu den Orten, an denen die Menschen ohne Elektrizität leben, sie haben kein Trinkwasser, sie haben keine Klimaanlage oder Heizung, wenn es sehr kalt ist. Treffen Sie deshalb keine Entscheidungen, ohne zuerst die schrecklichen Situationen zu kennen, die jeden Tag so viele paraguayische Familien erleben.

Für einmal, erhalten Sie einen Mindestlohn und versuchen, für Essen, Wasser, Strom, Fahrtkosten, Schule, Hauskosten und eventuelle Notfälle zu bezahlen. Dann kann man verstehen, warum die Gesichter der Paraguayer so stressig sind, die nicht wissen, ob sie morgen Geld haben. Helfen Sie nicht nur denen, die ihren eigenen Parteischal tragen, unterstützen Sie alle, indem Sie Gleichberechtigung in die Praxis umsetzen und vergessen Sie nach Ihrer Wahl nicht die Versprechen, die Sie Tausenden von Menschen gegeben haben, die Ihnen vertrauen.

Denken Sie daran, Herr Präsident, dass Festigkeit, Ernsthaftigkeit und Stärke nicht bedeuten, die Sensibilität zu ignorieren. Sei offen, nicht nur in der Kommunikation, sondern auch im Herzen. Liebe dein Land und seine Bewohner, so sehr, dass du nie in der Lage sein wirst zu verletzen, was uns verteidigt, die nationale Verfassung.

Schließlich, Herr Verteidiger der Republik, denken Sie daran, dass in Ihnen und in uns, den Bürgern, die Zukunft Paraguays liegt. Jugendliche und andere Menschen werden unsere Verpflichtungen erfüllen müssen, aber in allen ihren Bemühungen fair und ehrlich handeln.

Mit freundlichen Grüßen, eine junge Träumerin, die sich nach einer positiven und nützlichen Veränderung für unser geliebtes Land sehnt.

Andrea Parra (18)

Wochenblatt / ABC Color

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13 Kommentare zu “Offener Brief an den zukünftigen Präsidenten von Paraguay

  1. Träumerin hat einen Brief geschrieben. An den künftigen Präsidenten. Träumerin weiß nicht mal wer es sein wird.
    Ja, ich sage mir ja auch immer in diesem Land: «Oh, dios mio, un poquito nomas, pero un poquito sí» (Oh mein Gott, ein wenig nur [bescheuert alles hier], aber ein wenig schon).

    1. Herr Honshüs, Ihr Kommentar passt überhaut nicht, wenn schon eine junge Frau, einen solchen Brief veröffentlicht, soll man in nicht in den schmutz ziehen. Ich denke Sie haben diesen Brief nicht verstanden.
      Wer ist jetzt hier bescheuert?

  2. Herr Präsident, glauben sie an die Ausbildung und dass diese, wenn sie gut ist, zukünftigen Wohlstand schafft, verdummte Bürger generieren halt kein Steuergeld!

  3. Ob dieser „offene Brief“ jemals dem künftigen Präsidenten zur Kenntnis kommt? Das einfache Volk ist nur die Manipulations- und Wahlmasse, damit Egozentriker und Machtbesessene ihre Ziele verwirklichen und dazu eine „demokratische Legitimation“ vorweisen können. Nach der Wahl ist immer anders als vor der Wahl. Doch die Masse der Menschen vergißt das immer wieder und lernt nichts hinzu.

    1. Nicht einverstanden, lieber Manni.
      Es gibt die Masse, die Meisten, die genau wissen, dass nichts zu machen ist. Diese Desillusionierten gibt es überall, auch in Europa. Die müssen das nicht lernen, sie vergessen es auch nicht. Sie sind viel gescheiter, als Du denkst. Darin bist Du ein typischer Deutscher, der noch nie erlebt hat, dass das einfache Volk, eben die dumme Masse, sehr wohl bessere Entscheide trifft als die in Deutschland so hoch gehaltene Elite.
      Dann dann kommen die profitierenden Mitläufer, die in südamerikanischen Ländern viel zahlreicher wie in Europa sind. Deren Existenz ist der Anschluss an die Politik, ohne diese gibt es für sie kein Brot. Symptom hierfür sind die enormen Personalwechsel in allen Verwaltungen – nach jeder Wahl dasselbe Schauspiel.
      Cambio? Vergiss es! Das ist ein zementiertes Gebäude, das bricht genau so wenig ein wie das in Deutschland.

  4. Der Brief ist super und ehrlich und aus dem Herzen geschrieben. Auch wir hier im Chaco wünschen uns, das der Herr Präsident mal mit einem kleinen Gol den Transchaco benutzt, um zu uns zu kommen. Danke !

  5. Besser kann auch ein Professor nicht solch einen Brief schreiben, der die Wirklichkeit in Worte faßt. Ich denke schon, daß der Brief auch den zukünftigen Präsidenten erreicht, aber ob dieser Brief auch bei dem neuen Präsidenten im Herz ankommt wage ich zu bezweifeln. Sie haben gelernt aus einem Trog zu speisen.

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