Paraguay der neue Stern am Mercosur Himmel

Asunción: Ein Artikel einer Finanzzeitschrift lobt Paraguay in den höchsten Tönen. Es scheint als hätte die aktuelle Regierung trotz Kritik viel richtig gemacht.

Emerson de Pieri ist Direktor bei Barings Investments Latin America und war ab 2004 bei Merrill Lynch angestellt, wo Paraguay zu seinem Zuständigkeitsbereich gehörte. Damals war es laut seiner Aussage ein Alptraum alle Regeln des Landes zu befolgen, um ein Geschäft hochzuziehen. Die Rendite, gemessen am Gewinn im Verhältnis zum eingesetzten Kapital, war enorm, doch die Kopfschmerzen drei Mal schlimmer als in jedem anderen Land der Region. Seit der Zeit hat sich jedoch viel geändert.

Neben Argentinien und Brasilien war Paraguay immer nur der arme Cousin im Mercosur. „Als ich das erste Mal nach Asunción kam, sagte ich meinem damaligen Chef John Biscomb dass dies das El Dorado sei. Bitte lass mich dieses Land erkunden. Seit dem sehe ich das Land mehr und mehr als Geschäftspartner mit investitionswillige Menschen an“, so Emerson de Pieri.

Standard & Poor’s Kredit Rating steht derzeit bei BB für Paraguay. Moody’s hält seine Einschätzung bei BA2. Positive Wirtschaftsdynamik ist wichtig um weitere Investitionen zu bekommen aber es ist nicht genug um sich zu verbessern. Dafür muss ein noch sicherer Gesetzesrahmen geschaffen werden.

Emerson de Pieri traf Präsident Cartes mehrere Male bei diversen Treffen. „Was er für Paraguay tut ist spürbar und er tut es als Geschäftsmann in jedem einzelnen Sinn. Er sieht Paraguay als ein großes Unternehmen und das ist gut so aus unserer Sichtweise“, so Emerson de Pieri.

Für brasilianische Investoren und Geschäftsleute ist Paraguay zu vergleichen mit China, da die Produktionskosten auf gleichem Niveau liegen, jedoch mit einem viel kürzerem Transportweg, was wiederum einen schnelleren Verkauf ermöglicht.

Den ganzen Artikel finden sie hier.

Wochenblatt / bondsloans.com

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11 Kommentare zu “Paraguay der neue Stern am Mercosur Himmel

  1. Nun, wenn einer meint, er müsse Asuncion besuchen und die imposanten Bauten besichtigen, die es dort gibt (hauptsächlich von ausländischen Investoren), und das, um dann Paraguay als den neuen wirtschaftlichen Stern am Mercosur-Himmel zu sehen, der hat sich damit noch lange nicht genug angeguckt. Wenn ich eine Firma beurteilen will und besichtige diese nur, so ist das nicht genug. Dann muß ich auch ihre Bilanz gesehen haben, um mir eine Meinung zu bilden. Dieser „Wirtschaftsfachmann“, wie er sich wohl nennen will, hat bei seinem Besuch in Asuncion nicht einmal bemerkt, daß der Bau dieser Stadt schon von Anfang an total falsch geplant wurde. Wollte man die gemachten Fehler berichtigen, müsste man zumindest die Hälfte Asuncions abbrechen und neu aufbauen. Das beginnt schon bei den viel zu schmalen Straßen, die jetzt grosse Investitionen notwendig machen wie Super-Viadukte usw.usw., die dabei nicht einmal die Lösung sind, denn die Staus, die man damit beseitigen will, werden damit nur noch weiter in Richtigung Stadtmitte verlegt. Im Endergebnis müsste man dann über das ganze Zentrum von Asuncion ein einziges Super-Viadukt bauen, damit der Verkehr überhaupt noch in Bewegung gehalten werden kann. Dann das vollkommen unzulängliche Abwasser-System der Hauptstadt, das sich so gut wie überhaupt nicht mehr lösen lassen wird, weil dafür die Hauptstadt viel zu sehr verbaut und verschachtelt ist. Die wirtschaftliche Zukunft Paraguays zu beurteilen, heißt, auch die Verträge mit Brasilien und Argentinien betr. Itaipú und Yasyretá in Augenschein zu nehmen. Denn beide Kraftwerke sind inzwischen derart überschuldet, daß Paraguay seinen Anteil an diesen sich ständig weiter erhöhenden Schulden niemals stemmen können wird, so daß auf lange Sicht nichts anderes übrig bleiben wird, als zumindest Itaipú ganz Brasilien zu überlassen. Denn gerade Brasilien ist bezüglich Itaipú Mitschuldner und zugleich Gläubiger der Gesamtsumme der Schulden, während Paraguay seinen Anteil an Elektrobras schuldet. Einer Anfangsschuld der Binatiional von 17 Mrd. US-Dollares, was der Gesamt-Investition entspricht, stehen nun Gesamtschulden an Elektrobras von guten 50 Mrd. Dollars entgegeben. Durch überaus hohe Zinsvereinbarungen ist eben die Gesamtschuld viel schneller angestiegen, als man überhaupt bisher abbezahlen konnte. Der Anteil Paraguays an diesen Schulden ist 50%, und die restlichen 50% entfallen auf Brasilien, doch ist Elektrobras der Gesamtgläubiger. Brasilien schuldet also seinen Schuldanteil an sich selbst, und Paraguay schuldet seinen Anteil an Elektrobras. Diese derart hohen Beträge werden wohl bewußt ini keiner Statistik, die die Verschuldung Paraguays enthält, aufgeführt. Nach wie vor erzählt man, Paraguay sei mit 2 Mrd. US-Dollar verschuldet, und der deutschsprachige Leser vergleicht diese Daten natürlich mit der Verschuldung Deutschlands, da muß natürlich Paraguay als ein wirtschaftlich überaus gesundes Land mit einer großen Zukunft erscheinen. Nun, ändern kann dies trotz aller schönen Träume niemand, und die Wahrheit wird dann schon in wenigen Jahren klarer zu sehen sein. 2023 ist übrigens ein wichtiges Jahr, in welchem die wirtschaftliche Situation der Bianational Itaipú und auch die entsprechenden Verträge neu überdacht werden. Und Brasilien wird irgendwann eine endgültige Klärung dieser Situation anstreben wollen.

    1. Einige Bemerkungen zu Ihrem Kommentar: „daß der Bau dieser Stadt schon von Anfang an total falsch geplant wurde.“
      Jeder Stadtkern wurde in anderen Zeiten geplant so auch in Deutschland und so verlagert sich eben dieser in neueren Zeiten. Ein jetziger Planer wuerde auch eine Stadt anders planen als vor 200 Jahren. Die mittelalterlichen schoenen Staedte wurden eben auch nach heutiger Sicht total falsch geplant.
      „so daß auf lange Sicht nichts anderes übrig bleiben wird, als zumindest Itaipú ganz Brasilien zu überlassen.“
      Paraguay hat zum Bau und Betrieb von Itaipu nur seinen Anteil des Flusswasser, aber keinerlei Kapital beigetragen.
      Selbst die Haelfte des Grundkapitales wurde von Brasilien vorfinanziert und mit Hoheitsgebuehren abbezahlt. Brasilien wollte auch dass Paraguay sein gesamtes E-Netz auf die brasilianische Spannung 110V/60 Hz umstellt, was aber Paraguay strikt ablehnten um nicht ausschliesslich Markt fuer brasilianische Elektroprodukte zu werden. Dies bedeutete fuer Itaipu grosse zusaetzliche Investitionen in den entsprechenden Umspannwerken auf 220/380V 50 Hz.
      Brasilien hat nicht die Absicht die Haelfte seines Kraftwerkes zu verschenken und macht dies eben durch Verschuldung, was wohl auch stillschweigend von paraguayischer Seite akzeptiert wird. Paraguay kann 50 % der Energie kaufen und muss noch lange keine eigene Kraftwerke bauen.

  2. Was sind das alles fuer Experten, die sowas sagen?

    In allererster Linie ist Paraguay ein unsicheres Pflaster wegen der Willkuer-Justiz. Solange das nicht irgendwie geloest wird, werden die Global Player hier nicht auftauchen – Coca Cola vielleicht mal ausgenommen. Und die sind hierher gekommen, als Stroessner noch das Sagen hatte.
    Zweitens: Desolate Infrastruktur. Heute war ich in San Lorenzo unterwegs. Es gibt da wirklich Ecken wo die Strassenverhaeltnisse desolat sind. Die Grundsteuckspreise stehen in keinem Verhaeltnis zu der Strassenqualitaet. Dazu fehlende Regen- und Abwasserleitungen und regelmaessig Stromausfaelle.
    Drittens: Bildung. Wenn man gute Handwerker mit der Lupe suchen muss und diese Gehaelter auf Europa-Niveau wollen, dann ist dieser Vorteil auch wieder weg.

    Und: Diese Investoren reden immer uebelst allgemein. Ich behaupte mal, wenn VW eine Fabrik aufmachen moechte, gehen sie krachend baden, weil es nicht das noetige Fachpersonal hat. Ausser, man schickt 200 Leute nach Wolfsburg zum Intensivkurs. Aber die wissen sicherlich, kaum sind die wieder zurueck, wird gekuendigt und sich selbststaendig gemacht. Abgesehen davon fehlt weitere Industrie, die gewisse Ersatzteile liefern.
    Noch ein Shopping aufmachen, wird sich nicht rentieren hier. Hotels gibt es auch genug.
    Ferreterias, Fressbuden oder Bekleidungsgeschaefte gibt es auch genug.
    Was mir spontan einfaellt, was sich lohnen wuerde, waere eine Lebensmittelfabrik, die z.b. Tiefkuehlgemuese herstellt. Die wenig vorhandene Auswahl ist sauteuer.
    Wenn ich das Geld und das Know-How haette, wuerde ich aber trotzdem nicht investieren, weil —> siehe Punkt 1 – 3.

    1. …“wenn VW eine Fabrik aufmachen moechte „.. VW hat Fabriken und einen Markt in Brasilien und Argentinien. Warum sollte sie auch einen in Paraguay haben. Da reicht eine gute Vertretung die ihre Produkte hier im Land verkaufen.
      Dass Global Player kein Interesse haben sich hier niederzulassen sind nicht die lokalen Verhaeltnisse sondern der kleine Markt und der teuere Transport deren Produktion zu verschiffen die eben ein Binnenland ohne Kueste haben.

  3. Diese „Fachmann“ ist ein Bänker, und wer gibt einen Scheis drauf was Bänker sagen ausser dass sie mehr raffen wollen? Was dies dem Paraguayer nutzt bleibt schleierhaft??

  4. Schreiben kann man alles,wer zahlt bekommt es passend gemacht.
    Bänker haben so wie so die erste Prüfung in der ersten Woche ihrer Lehre:“Lügen ohne Rot zu werden.“
    Für soll der Mann sich im Land um sehen, in Asuncion ist es doch gemütlicher.
    Wer die Schulden mal richtig zusammen rechent, dann sieht die Welt dunkel aus.Martin ist da auf den richtigen Weg.
    Hier muss nur einer mal Richtig graben.Da ist noch einiges mehr schön gerechnet

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