Paraguay: Falls man mal flüchten muss

Berlin: Zwei Besitzer mehrerer Sicherheitsdienste, die unter anderem für die Sicherheit von Flüchtlingen zuständig waren, wären bald selbst zu Flüchtlingen mit Ziel Paraguay geworden. Eine Verurteilung wegen Zahlung von Bestechungsgeld kam dem zuvor.

Stefan T. (49), Referatsleiter beim Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) hatte Obsorge zu tragen für die Unterbringung von Flüchtlingen. Ebenso war er zuständig für die Sicherheit der zugewanderten Menschen. Er schanzte laut einem Zeitungsbericht der BZ die Aufträge dafür seinen Geschäftspartnern vor und nahm von diesen fast 150.000 Euro Bestechungsgeld an. Als Diener des Staates ist dies besonders verwerflich.

Dino J. (49) und Oliver W. (40) hatten mit dem mittlerweile suspendierten Referatsleiter ein gutes Geschäft am Laufen, was steuerliche Vorteile von fast 2 Millionen bedeutete. Aufgeflogen wäre der Deal noch nicht. Eine Selbstanzeige von einer der beiden Geschäftsführer brachte die Polizei auf die Spur.

Tilman Sprockhoff, Vorsitzende Richter der 36. Wirtschaftsstrafkammer in Berlin, verurteilte Stefan T. und die drei Mitangeklagten zu Haftstrafen von 2 Jahren und sechs Monaten und sieben Jahren und drei Monaten verurteilt. Der vierte Angeklagte, der 41-jährige Olaf K., war lediglich der als Scheingeschäftsführer.

Dino J., der im Monat bis zu 25.000 Euro damit verdiente, bezog in betrügerischer Absicht außerdem Hartz-IV. Er verwickelte zudem seine 80-jährige Mutter in seine undurchsichtigen Geschäfte. Sie eröffnete für ihren Sohn vier Konten auf die er Schwarzgeld einzahlte. Das Haus wurde der betagten Frau beschlagnahmt. Finanziell ist sie ruiniert.

Die beiden Betreiber der Sicherheitsfirmen mit besonders guter Auftragslage leisteten sich luxuriöse Reisen nach Südamerika und hatten die Aufenthaltsgenehmigung für Paraguay schon beantragt, für den Fall, dass sie schnell flüchten müssen.

Wochenblatt / Berliner Zeitung

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2 Kommentare zu “Paraguay: Falls man mal flüchten muss

  1. Macht ja alles nichts! Auch wenn ein Auslieferungsabkommen nicht greift weil es Stein alt ist, werden diese einsamen Fische, beim kleinsten Fehler ins Netz gehen. Wenn nicht heute dann morgen. Die Welt ist klein mit vielen gefährlichen Auslieferungsabkommen in diese Zeit.

  2. An Herr/Frau Manni :
    Ich wiederhole mich: Was funktioniert in diesem Land wirklich? Gibt es Bereiche, in denen keine Betrügeren begangen werden?
    … und Laender, aber in Deutschland kann ja so was nicht passieren. Oeffentliche Bauauftraege und Anschaffung fuer das Militaer waren schon immer anfaellig.
    Bei Ausbruch des 1.Weltkrieges gab es in den USA Lager voll mit Pferdesattel die nie gebraucht wurden. Von Flugzeugen oder Schiffen in neuerer Zeit will ich garnicht schreiben.

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